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Nachrichten

Mittwoch, 18. Februar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der im Kampf gegen die Finanzkrise auch die Enteignung der Aktionäre schwer angeschlagener Banken vorsieht. In dem Entwurf wird betont, dass eine Enteignung nur das letzte Mittel sein darf, wenn andere Maßnahmen nicht greifen. Das so genannte Rettungsübernahmegesetz soll bis zum 30. Juni befristet werden und zielt auf die taumelnde Hypo Real Estate. Die Münchner Immobilienbank hat vom Staat und anderen Kreditinstituten bereits 102 Milliarden Euro an Bürgschaften und Finanzhilfen erhalten. - Zudem beschloss das Kabinett Änderungen am Banken-Rettungspaket von Ende Oktober. So wird die staatliche Garantiezeit für Anleihen deutscher Banken von drei auf fünf Jahre ausgedehnt.

FRANKFURT AM MAIN: Die Finanzkrise hat die Commerzbank 2008 tief in die roten Zahlen gedrückt. Vor Steuern gab es einen Verlust von 378 Millionen Euro nach einem Rekordergebnis von 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2007, wie die zweitgrößte deutsche Bank in Frankfurt mitteilte. Nur Dank eines Steuerertrags schaffte die Commerzbank 2008 unter dem Strich noch einen Mini-Gewinn von drei Millionen Euro. Für das laufende Jahr erwartet Commerzbank-Chef Martin Blessing weitere Belastungen. Finanz-Vorstand Eric Strutz kündigte an, für den Vorstand und die gesamte Belegschaft werde es keine Bonuszahlungen geben. - Als erste deutsche Großbank hat die Commerzbank den staatlichen Rettungsfonds in Anspruch genommen. Das Institut erhielt bislang gut 18 Milliarden Euro Eigenkapital und 15 Milliarden Euro Garantien. Im Gegenzug bekam der Bund 25 Prozent der Commerzbank-Aktien.

RÜSSELSHEIM: Der Chef des Bochumer Opel-Betriebsrats, Rainer Einenkel, sieht keine akute Gefahr für das Opelwerk in Nordrhein-Westfalen. Von einer Schließung sei derzeit keine Rede, sagte der Arbeitnehmervertreter der Nachrichtenagentur AP. Ein deutlicher Personalabbau an den deutschen Opel-Standorten sei jedoch möglich. Zuvor hatte der Chef des Opel-Mutterkonzerns General Motors, Rick Wagoner, in Washington ein Sanierungspaket für das schwer angeschlagene US-Unternehmen vorgelegt, das unter anderem die Streichung von 26.000 GM-Arbeitsplätzen außerhalb der USA vorsieht. Zur Zukunft der deutschen Opelwerke äußerte Wagoner sich nicht. Es gebe Gespräche, unter anderem mit der Bundesregierung.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat das größte Konjunkturprogramm der amerikanischen Geschichte unterzeichnet. Das Paket im Umfang von 787 Milliarden Dollar sieht zur Ankurbelung der Konjunktur insbesondere Steuererleichterungen und Investitionen in die Infrastruktur vor. Es soll etwa 3,5 Millionen Arbeitsplätze sichern und auch Neueinstellungen ermöglichen.

BAGDAD: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist am zweiten Tag seines Besuchs im Irak in die von Kurden bewohnten Gebiete im Norden des Landes gereist. Unter anderem will der Minister in der Stadt Erbil ein deutsches Generalkonsulat eröffnen. - Nach seinen Begegnungen mit führenden Politikern in Bagdad hatte Steinmeier am Dienstag erklärt, Deutschland sei für den Irak ein bevorzugter Gesprächspartner in wirtschaftlichen und politischen Fragen.

PRAG: In Tschechien hat der EU-Reformvertrag die erste parlamentarische Hürde genommen. Nach kontroversen Debatten votierten im Abgeordnetenhaus 125 Volksvertreter für den Vertrag von Lissabon, 61 dagegen. Die zweite Prager Parlamentskammer, der Senat, wird im April abstimmen. Der Europa-kritische Präsident Vaclav Klaus will das Dokument allerdings erst unterzeichnen, wenn auch die Iren in dem für dieses Jahr vorgesehenen zweiten Referendum dem Reformvertrag zustimmen. Bei der ersten Volksabstimmung im vergangenen Jahr war er mehrheitlich abgelehnt worden. - Tschechien hat zur Zeit die EU- Ratspräsidentschaft inne.

WASHINGTON: Angesichts der immer schlechteren Sicherheitslage in Afghanistan werden die USA in den kommenden Monaten 17.000 zusätzliche Soldaten an den Hindukusch schicken. Dies kündigte Präsident Barack Obama in Washington an. Zur Begründung verwies Obama auf die zunehmende Stärke der Taliban wie auch auf die Präsidentenwahlen im August. Experten befürchten deswegen eine weitere Zunahme der Anschläge in Afghanistan. Derzeit sind dort gut 35.000 US-Soldaten stationiert.

KABUL: Bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition sind im Westen Afghanistans mindestens 15 Menschen getötet worden. Nach Auskunft der US-Armee starben bei der Attacke nahe der Stadt Herat Aufständische. Die örtliche Polizei teilte dagegen mit, dass vor allem Zivilisten unter den Opfern seien.

JAKARTA: US-Außenministerin Hillary Clinton ist in Indonesien eingetroffen, der zweiten Station ihrer einwöchigen Asienreise. Der Besuch soll nach US-Angaben auch dazu dienen, die Beziehungen der Vereinigten Staaten zur islamischen Welt zu verbessern. Indonesien ist der bevölkerungsreichste muslimische Staat der Welt. - Weitere Stationen der Clinton-Reise sind Südkorea und China.

JERUSALEM: In Israel ist das Sicherheitskabinett zusammengekommen, um über eine Waffenruhe im Gazastreifen zu beraten. Die Runde unter Leitung von Ministerpräsident Ehud Olmert soll darüber abstimmen, ob eine Freilassung des 2006 entführten Soldaten Gilad Schalit Vorbedingung für einen Waffenstillstand und die Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen sein soll. Die dort herrschende Hamas lehnt bislang eine Verknüpfung zwischen dem Schicksal Schalits und einer Waffenruhe ab und will beide Fragen getrennt verhandeln. Für die Freilassung des Soldaten verlangt die radikal-islamische Organisation von Israel die Haftentlassung hunderter Palästinenser. - Die israelische Luftwaffe bombardierte erneut Schmugglertunnel an der Grenze zwischen Gazastreifen und Ägypten.

POINTE-À-PITRE: Auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe ist es in der Nacht zum Mittwoch erneut zu Ausschreitungen gekommen. Nach Behördenangaben wurden in der Hauptstadt Pointe-à-Pitre mindestens drei Polizisten verletzt, als bewaffnete Demonstranten das Feuer auf sie eröffneten. Die Polizei sei daraufhin mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Mehrere Geschäfte wurden von Randalierern geplündert und in Brand gesetzt. Die Gewerkschaften, die den seit vier Wochen andauernden Generalstreik in dem französischen Überseegebiet anführen, fordern wegen der hohen Lebenshaltungskosten unter anderem 200 Euro mehr Lohn für Geringverdiener.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Westhälfte und nach Nordosten hin freundlich. Von der Oder bis nach Sachsen und Ostbayern dichtere Wolken und gelegentlich Schneefall. Tageshöchsttemperaturen zwischen minus sechs Grad Celsius im Allgäu und plus drei Grad im Rheinland.

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