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Nachrichten

Mittwoch, 17. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Die US-Notenbank kommt dem angeschlagenen Versicherungsriesen AIG mit einem Mega-Kredit zu Hilfe, um weitere Turbulenzen auf den Finanzmärkten zu verhindern. Durch den Kredit in Höhe von bis zu 85 Milliarden Dollar soll der bis vor kurzem weltgrößte Versicherer vor der Pleite bewahrt werden. Zum Ausgleich übernimmt die US-Notenbank fast 80 Prozent der AIG-Aktien und damit die Unternehmenskontrolle. Angesichts der Inflationsgefahr verzichteten die Währungshüter auf weitere Zinssenkungen. Die Notenbank beließ den entscheidenden Leitzins bei 2,0 Prozent. Nach einer Berg- und Talfahrt schlossen die US-Börsen am Dienstag sogar wieder im Plus. Die Erleichterung über die Rettung von AIG beflügelte auch die asiatische Leitbörse in Tokio. Dort pumpte die japanische Zentralbank umgerechnet weitere 13 Milliarden Euro in den Geldmarkt. - Auslöser der jüngsten Turbulenzen war die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gegen die globale Finanzkrise noch einmal schärfere Kontrollmechanismen und mehr Transparenz der Märkte gefordert, um Risiken zu begrenzen. Politik müsse "gestalten", man brauche dringend einen "besseren Ordnungsrahmen", sagte die CDU-Chefin in der Generaldebatte über den Etat 2009 im Bundestag. Deutschland bleibe aber ungeachtet dessen offen für ausländische Investitionen. - Aus der Opposition verlangte die FDP rasche Steuersenkungen. Die Linkspartei warf Union und SPD Umverteilung zugunsten der Reichen vor.

BERLIN: Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, hat die internationale Finanzkrise "nicht einmal ihr vorläufiges Ende erreicht". Eine Rezessionsgefahr sehe er aber weder für Deutschland noch für die Euro-Zone, sagte der luxemburgische Regierungschef dem "Deutschlandfunk". Wie Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hält auch Juncker das Finanzsystem in Europa für robuster als in den USA und lehnt wie dieser Konjunkturprogramme gegen die Wachstumsschwäche ab.

SANAA: Im Jemen sind bei einem Terroranschlag auf die Botschaft der USA mehrere Menschen verletzt oder getötet worden. Das bestätigte ein Botschaftssprecher, Einzelheiten nannte er aber nicht. Aus jemenitischen Regierungskreisen war zuvor verlautet, es habe Explosionen und Schüsse in der Umgebung der Botschaft gegeben. In Berichten örtlicher Fernsehsender war von einer Autobombenexplosion vor der Botschaft und einen Schusswechsel zwischen US-Wachposten und Angreifern die Rede. Auch sei in einem der Botschaftsgebäude Feuer ausgebrochen. - Im vergangenen März war bei einer Handgranaten-Attacke von Extremisten vor der US-Botschaft ein jemenitischer Polizist getötet worden.

JERUSALEM: Die israelische Regierungspartei Kadima wählt an diesem Mittwoch einen neuen Vorsitzenden und damit womöglich auch den nächsten Regierungschef. Etwa 74.000 Parteimitglieder können in mehr als 90 Wahllokalen landesweit ihre Stimme abgeben. Als Favoritin für die Nachfolge des scheidenden Parteichefs Ehud Olmert gilt vor allem Außenministerin Zipi Livni. Auch Verkehrsminister Shaul Mofas werden Chancen eingeräumt. Unter dem Druck einer Korruptionsaffäre will Olmert auch sein Amt als Ministerpräsident abgeben. Sein Nachfolger an der Spitze der Partei hat gut einen Monat Zeit für eine Regierungsbildung. Bekommt er keine Parlamentsmehrheit, gibt es im Frühjahr Neuwahlen.

BANGKOK: In Thailand hat das Parlament den ehemaligen Richter Somchai Wongsawat zum neuen Regierungschef gewählt. Dieser ist ein Schwager des vor zwei Jahren gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Sein Vorgänger Samak Sundaravej war vergangene Woche zum Rücktritt gezwungen worden, weil er nebenbei als Fernsehkoch auftrat. Nach der Verfassung darf ein Ministerpräsident keine weiteren Tätigkeiten ausüben. Vor dem Parlamentsgebäude in Bangkok zogen Hundertschaften von Polizei auf, um mögliche Unruhen zu verhindern. Am Regierungssitz campieren seit mehr als drei Wochen mehrere tausend Demonstranten, die die gesamte Regierungskoalition aus dem Amt vertreiben wollen. Sie lehnten Samak wegen seiner Nähe zu Thaksin ab und wollen auch Somchai nicht als Regierungschef akzeptieren.

LA PAZ: Die linksgerichtete Regierung Boliviens und die konservative Opposition haben sich auf Verhandlungen zur Beilegung der Staatskrise geeinigt. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Vertreter beider Seiten in La Paz. Im Mittelpunkt der Verhandlungen dürften die umstrittenen Reformvorhaben von Staatspräsident Evo Morales stehen. Er strebt unter anderem eine Verfassungsreform an, die der verarmten Indio-Mehrheit eine größere Teilhabe an den Ressourcen des Landes sichern soll. - Angesichts der blutigen Unruhen in den vergangenen Tagen riefen die USA ihre Staatsbürger auf, Bolivien zu verlassen. Für Ausreisewillige würden Sonderflüge eingerichtet, teilte das Außenministerium in Washington mit.

SCHANGHAI: Im Skandal um verseuchtes Babymilchpulver in China sind inzwischen mindestens drei Kinder gestorben und über 6.200 Säuglinge erkrankt. 1.300 werden nach Regierungsangaben in Kliniken behandelt, alle kostenlos. Bei 22 Produzenten sei die gefährliche Chemikalie Melanin entdeckt worden, berichtete der Leiter der staatlichen Qualitätsaufsicht, Li Changjiang. Rund 1.400 Ermittlungsteams fahndeten jetzt in der gesamten Milchindustrie. Einige Firmen hätten auch nach Asien und Afrika exportiert. Mehrere Milchhändler wurden verhaftet. Auch in zuständigen Verwaltungen gab es erste Entlassungen.

ZUM FUSSBALL: Werder Bremen ist mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Anorthosis Famagusta aus Zypern in die Champions League gestartet. Für eine Riesenüberraschung sorgte Außenseiter CFR Cluj aus Rumänien, der sich mit 2:1 beim AS Rom durchsetzte. --- Im UEFA-Cup verschafften sich Schalke 04 und Hertha BSC gute Ausgangspositionen zum Erreichen der Gruppenphase. Schalke gewann das Hinspiel bei APOEL Nikosia 4:1, Hertha siegte zu Hause gegen den irischen Verein St. Patrick's Athletic 2:0.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Mal Sonne, mal Wolken. An der Ostsee einzelne Schauer. Maximal neun bis 17 Grad.

Am Morgen hatten gemeldet:

HAMBURG und BERLIN: 9 Grad, bewölkt;
DRESDEN: 6 Grad, bedeckt;
KÖLN/BONN: 10 Grad, stark bewölkt;
FRANKFURT AM MAIN: 7 Grad, heiter u n d
MÜNCHEN: 5 Grad, stark bewölkt.

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