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Nachrichten

Mittwoch, 17. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEHERAN: Das Außenministerium des Iran hat den deutschen Botschafter und Diplomaten anderer westlicher Länder einbestellt, um gegen die - so wörtlich - "feindseligen" Reaktionen ihrer Regierungen nach der Präsidentenwahl zu protestieren. Dies melden die amtlichen iranischen Medien in Teheran. Die westlichen Regierungen seien aufgefordert worden, den Ausgang der Wahl zu respektieren und sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Iran einzumischen. - Die umstrittene Präsidentenwahl, zu deren Sieger Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad erklärt worden war, hat den Iran in die schwerste innenpolitische Krise seit der Islamischen Revolution gestürzt. Seit Tagen protestieren in Teheran Anhänger des Oppositionskandidaten Mir Hussein Mussawi gegen mutmaßlichen Wahlbetrug. Auch für diesen Mittwoch ist eine Massenkundgebung angekündigt. Ausländischen Journalisten ist die Berichterstattung über die Protestaktionen auf den Straßen verboten worden.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama erwartet nach eigenen Worten unabhängig vom Ausgang des Machtkampfes im Iran keine grundlegende Änderung der Politik der Islamischen Republik. Die politischen Unterschiede zwischen dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und dessen Herausforderer Mir Hussein Mussawi seien geringer als häufig dargestellt, sagte Obama in einem US-Fernsehinterview. Man werde es auf jeden Fall mit einem Regime zu tun haben, das den USA historisch feindlich gesinnt sei und nach Atomwaffen strebe.

SANAA: Im Jemen ist die Suche nach den sechs Geiseln aus Deutschland und Großbritannien auf drei weitere Provinzen ausgedehnt worden. Das Innenministerium in Sanaa teilte mit, Sicherheitskräfte und freiwillige Helfer durchkämmten jetzt die Provinzen Saada, Al-Jawf, Amran und Hadscha. Das verschleppte deutsche Ehepaar und seine drei Kleinkinder sowie ein Brite gehörten zu der neunköpfigen Gruppe, die am Freitag nördlich der Hauptstadt Sanaa von Unbekannten entführt worden war. Zwei deutsche Frauen und eine Südkoreanerin wurden am Montag ermordet aufgefunden. Die Gemeinschaft der islamischen Geistlichen im Jemen betonte in einer Erklärung, es sei ein übles Verbrechen, Menschen zu entführen und zu töten, die in einem Krankenhaus arbeiteten. Die Morde widersprächen den Prinzipien des Islam und den Traditionen der Araber. Auch Anhänger des schiitischen Rebellenführers Abdulmalik al-Houthi im Jemen protestierten gegen die Bluttat.

BERLIN: Das Kabinett hat die Beteiligung der Bundeswehr am geplanten Einsatz von AWACS-Aufklärungsflugzeugen in Afghanistan gebilligt. Im Tagesverlauf entscheidet der Bundestag in erster Lesung über das Mandat. Die NATO-Verteidigungsminister hatten in der vergangenen Woche beschlossen, drei oder vier der fliegenden Radarstationen an den Hindukusch zu entsenden. Mit den Maschinen sollen bis zu 300 zusätzliche deutsche Soldaten verlegt werden. Die AWACS-Aufklärer sollen den immer dichter werdenden Luftverkehr über Afghanistan kontrollieren, aber nicht bei der Erfassung militärischer Ziele mitwirken.

BERLIN: In etlichen deutschen Städten haben sich tausende Schüler und Studenten zu Demonstrationen für eine bessere Bildung versammelt. Insgesamt sollen in 80 Städten Kundgebungen stattfinden, die größten in Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf. Die Demonstrationen sind Teil des fünftägigen so genannten "Bildungsstreiks", der am Montag mit Diskussionen und Besetzungen von Hochschulgebäuden startete. Die Proteste richten sich vor allem gegen Studiengebühren, die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master und die auf acht Jahre verkürzte Schulzeit an Gymnasien.

SEOUL: Angesichts der verschärften UN-Sanktionen räumt Nordkorea nach Informationen einer südkoreanischen Zeitung seine Auslandskonten. Auf diese Weise wolle das kommunistische Land einem möglichen Einfrieren seines Auslandsvermögens zuvorkommen, schreibt das Blatt "Dong-A Ilbo" unter Berufung auf chinesische Quellen. Der UN-Sicherheitsrat hat wegen des Atomwaffentests Nordkoreas Ende Mai eine Ausweitung der Sanktionen gegen das Land beschlossen, sie betreffen auch den Finanzsektor.

MOSKAU: Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao und der russische Ministerpräsident Wladimir Putin haben die guten bilateralen Beziehungen ihrer Länder gewürdigt. Russland werde für China außenpolitisch im Rahmen einer strategischen Kooperation immer Prioriät genießen, sagte Hu bei einem Treffen mit Putin in der Nähe von Moskau. Der russische Regierungschef erklärte, das bilaterale Verhältnis sei "immun" gegen wirtschaftliche und politische Brüche. Beide Politiker hatten zuvor im Ural an Gipfeltreffen der so genannten Shanghai Kooperations-Organisation und der BRIC-Gruppe - Brasilien, Russland, Indien und China - teilgenommen.

PEKING: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat an die USA und andere Industrienationen appelliert, beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Nur bei einer gemeinsamen Position zur Reduzierung der schädlichen Treibhausgase könne man auch Schwellenländer wie China dazu bewegen, mehr zu tun, sagte Gabriel vor Journalisten in Peking. Bei dem dreitägigen China-Besuch des SPD-Ministers geht es um die Vorbereitung des internationalen Klimagipfels im Dezember in Kopenhagen. Die Volksrepublik, die mit den USA zu den größten Kohlendioxid-Produzenten gehört, sperrt sich bisher gegen verbindliche Obergrenzen zum CO2-Ausstoß.

WASHINGTON: Das US-Repräsentantenhaus hat einem Nachtragshaushalt mit einem Umfang von 106 Milliarden Dollar zugestimmt, mit dem vor allem die Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak finanziert werden sollen. Mit den dafür vorgesehenen 80 Milliarden Dollar sind die Einsätze bis zum Herbst gesichert. Weitere Gelder sind unter anderem für die Bekämpfung der so genannten Schweinegrippe vorgesehen. - Der Senat muss dem Nachtragsetat noch zustimmen.

ATHEN: Unbekannte haben in der griechischen Hauptstadt einen Polizisten einer Anti-Terror-Einheit erschossen. Der Beamte sei als Personenschützer für eine Frau im Einsatz gewesen, die als Zeugin gegen eine griechische Untergrundorganisation ausgesagt habe, teilte ein Polizeisprecher mit. - Seit den Jugendunruhen in Athen im Dezember kommt es häufig zu Angriffen auf die Polizei.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist sehr sonnig. In der Mitte und im Nordwesten einige Wolkenfelder. Höchstwerte zwischen 23 Grad im Norden und bis zu 27 Grad im Süden.


Am Morgen meldeten:

Hamburg: 14 Grad, leicht bewölkt;
Berlin und Dresden: 13 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 12 Grad, heiter;
Frankfurt am Main: 14 Grad, dunstig und
München: 17 Grad, leicht bewölkt.

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