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Nachrichten

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON/NEW YORK: Im Kampf gegen die schwerste Rezession seit Jahrzehnten hat die US-Notenbank den Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Nach zuletzt 1,0 Prozent gilt künftig eine Zinsspanne von null bis 0,25 Prozent. Zur Begründung verwies die amerikanische Notenbank darauf, dass sich die Aussichten für die US-Wirtschaft weiter verschlechtert hätten. Die unerwartet deutliche Leitzinssenkung bescherte der New Yorker Wall Street satte Kursgewinne. Der Dow-Jones-Index konnte mehr als vier Prozent zulegen. Die asiatischen Börsen schlossen zumindest etwas fester.

BERLIN: Wegen der Weltwirtschaftskrise muss die Bundesregierung im kommenden Jahr mit einem dramatischen Anstieg der Neuverschuldung rechnen. Bereits ohne ein zweites Konjunkturpaket müssten 2009 Kredite in Höhe von 30 Milliarden Euro aufgenommen werden, teilte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Otto Fricke, mit. Bislang hat Finanzminister Peer Steinbrück zusätzliche Ausgaben in Höhe von 18,5 Milliarden Euro veranschlagt. Sollte sich die Rezession aber verschärfen, könnte der Rekordwert des damaligen Finanzministers Theo Waigel gebrochen werden. Er hatte 1996 gut 40 Milliarden Euro aufgenommen.

MÜNCHEN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat die Aussichten für ein erneutes NPD-Verbotsverfahren skeptisch beurteilt. Sie bezweifle, dass das öffentlich zugängliche Material über die rechtsextremistische Partei ausreiche, um ihre Verfassungswidrigkeit nachzuweisen, sagte die SPD-Politikerin der 'Bild'-Zeitung. Nach dem Messerattentat eines mutmaßlichen Neonazis auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl wollen die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag über ein NPD-Verbot beraten. Im Zuge der Ermittlungen wurden derweil ein Mann und eine Frau festgenommen und verhört. Die Polizei hofft, durch sie auf die Spur des Täters zu kommen. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei der Attacke um einen Racheakt handelte für das energische Vorgehen des Polizeichefs gegen Neonazis.

BAGDAD: Großbritanniens Premierminister Gordon Brown hat einen Abzug der britischen Streitkräfte aus dem Irak für das erste Halbjahr 2009 angekündigt. Die etwa 4.000 Soldaten würden ihre Arbeit in der ersten Jahreshälfte abschließen und dann das Land verlassen, erklärte Brown in Bagdad. Überschattet wurde sein unangekündigter Besuch von neuen Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt, bei denen nach Polizei-Angaben mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt wurden.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat das Mandat für den Einsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias erweitert. Das höchste UN-Gremium verabschiedete einstimmig eine Resolution, die ein Jahr lang internationale Einsätze auch auf dem somalischen Festland erlaubt. Im Kampf gegen die Piraterie dürften künftig 'alle notwendigen Maßnahmen' ergriffen werden, heißt es in der Resolution. Das Thema beschäftigt an diesem Mittwoch auch den Bundestag. Das Parlament berät in erster Lesung über eine Beteiligung an der EU-Mission 'Atalanta'. Unterdessen wurde bekannt, dass Piraten im Golf von Aden drei weitere Schiffe in ihre Gewalt gebracht haben.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti haben tausende Menschen für die Rückkehr des früheren Staatspräsidenten Jean Bertrand Aristide aus dem südafrikanischen Exil demonstriert. Anlass für die Kundgebung war der Jahrestag von Aristides Sieg 1990 bei der ersten freien Präsidentenwahl seit Haitis Unabhängigkeit von Frankreich. Die Demonstranten forderten den amtierenden Staatschef Rene Preval auf, Maßnahmen gegen die explodierenden Preise für Grundnahrungsmittel zu ergreifen. Haiti gilt als ärmstes Land Amerikas.

ALGIER: Die Ölminister der Organisation erdölexportierender Länder sind in der algerischen Küstenstadt Oran zusammengekommen, um eine Drosselung der Förderung zu beschließen. Saudi-Arabien hat eine Senkung der Tagesproduktion um zwei Millionen Barrel vorgeschlagen und damit die Richtung vorgegeben. OPEC-Generalsekretär Abdallah al Badri ergänzte, von den seiner Organisation nicht angehörenden Ölländern werde eine Verringerung der Fördermenge um mindestens 500.000 Barrel erwartet. Mit der Förderkürzung will die OPEC dem jüngsten Ölpreis-Verfall entgegenwirken. Nach seinem historischen Hoch von 147 Dollar für ein Barrel im Juli liegt der Preis derzeit nur noch bei knapp 50 Dollar. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

WASHINGTON: Das US-Justizministerium hat dem Holocaust-Museum in Washington über 50.000 Seiten an englischsprachigen Dokumenten über Prozesse gegen Nazi-Verbrecher übergeben. Die Unterlagen umfassen laut Ministerium die Protokolle von mehr als 40 Kriegsverbrecher-Prozessen weltweit. Auch die Holocaust-Gedenkstätte in Yad Vashem in Israel werde in Kürze eine Dokumentensammlung erhalten, hieß es weiter. Wissenschaftler, Angehörige von Nazi-Opfern sowie jüdische Organisationen hatten schon lange von der US-Regierung gefordert, die Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Holocaust-Museum drängt auch den Vatikan, seine Archive zur Judenverfolgung während der NS-Zeit zu öffnen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wolkig und zeitweise Regen oder Schnee bei Temperaturen zwischen null und sieben Grad Celsius.

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