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Nachrichten

Mittwoch, 16. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Japan hat einen neuen Regierungschef. Zweieinhalb Wochen nach seinem historischen Wahlsieg ist der Chef der siegreichen Demokratischen Partei, Yukio Hatoyama, erwartungsgemäß vom Parlament mit großer Mehrheit zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Die Abgeordneten votierten mit 327 Stimmen für Hatoyama, 119 Stimmen entfielen auf den Kandidaten der bei der Wahl unterlegenen Liberaldemokraten, Masatoshi Wakabayashi. Die Partei von Hatoyama beendete mit ihrem Wahlsieg die seit mehr als 50 Jahren fast ununterbrochene Regierungszeit der Liberaldemokraten. - Der 62-jährige Hatoyama, der aus einer Politikerdynastie stammt, löst den konservativen Politiker Taro Aso als Ministerpräsidenten ab. - Direkt nach seiner Wahl ernannte Hatoyama ein neues Kabinett. Außenminister soll der bisherige Generalsekretär der Demokratischen Partei, Katsuya Okada, werden.

RANGUN: In Birma darf Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi nach Angaben ihres Anwalts nicht an der Berufungsverhandlung gegen ihre Verurteilung zu weiteren 18 Monaten Hausarrest teilnehmen. Die Polizei habe Suu Kyi die Erlaubnis verweigert, an dem Verfahren teilzunehmen, teilte Rechtsanwalt Nyan Win in Rangun mit. - Die Friedensnobelpreisträgerin war im August zu weiteren eineinhalb Jahren Hausarrest verurteilt worden, weil sie unerbetenen Besuch eines US-Bürgers erhalten hatte. Die birmanische Militärregierung wertete dies als Verstoß gegen die Auflagen ihres Hausarrests.

JERUSALEM: Der US-Nahostgesandte George Mitchell ist erneut mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Ein erstes Treffen am Dienstag war ohne Einigung im Streit über den israelischen Siedlungsausbau in den Palästinensergebieten zu Ende gegangen. Die USA versuchen, Israel zu einem Siedlungsstopp zu bewegen und eine Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit den Palästinensern zu erreichen. - Mitchell war auch mit der Palästinenserführung in Ramallah zusammengetroffen. Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat bekräftigte dabei die Forderung nach einem vollständigen Stopp aller israelischen Siedlungsaktivitäten als Bedingung für eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen. - Israel will jedoch 2500 bereits begonnene Bauprojekte fortsetzen und billigte zuletzt auch den Bau von mehr als 450 neuen Siedlerhäusern.

STRAßBURG: Das Europa-Parlament stimmt an diesem Mittwoch über eine zweite Amtszeit des Präsidenten der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, ab. Ein Erfolg des liberal-konservativen Portugiesen gilt als wahrscheinlich. Unterstützt wird Barroso von der konservativen Europäischen Volkspartei, der Fraktion der EU-Skeptiker und der Mehrheit der Liberalen. Die Sozialdemokraten wollen sich bei der Abstimmung enthalten. Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs hatten Barroso im Juli einstimmig für eine zweite Amtszeit nominiert.

PARIS: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Regierungschef Gordon Brown wollen auf dem G-20-Gipfel in Pittsburgh "konkrete" Entscheidungen zur Kontrolle der Finanzmärkte und zu Manager-Boni durchsetzen. Er sei überzeugt, dass es "genügend Gemeinsamkeiten" für eine Einigung gebe, sagte Brown nach einem Gespräch mit Sarkozy in Paris . Von dem G-20-Gipfel müsse die Botschaft ausgehen, dass jedes Land in Zukunft Regeln befolgen müsse, sonst sei das Bankensystem wieder dort, wo es vorher gewesen sei, fügte der britische Premier hinzu. Und dies sei inaktzeptabel. - Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" zu den Boni zurückhaltener. Obergrenzen für Manager-Boni seien "eine Möglichkeit" zur Begrenzung von Zahlungen an die Führungskräfte, so die Kanzlerin. - Auf dem G-20-Gipfel Ende der kommenden Woche wollen die Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten über ein einheitliches Vorgehen bei der Verschärfung der Finanzmarktregulierung beraten.

BERLIN: Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl wird in der SPD über eine mögliche Fortsetzung der großen Koalition in der nächsten Legislaturperiode diskutiert. Der scheidende Fraktionschef Peter Struck schloss in einem Interview der Zeitung 'Die Welt' eine Neuauflage des schwarz-roten Bündnisses nicht aus. Zuvor hatte Finanzminister Peer Steinbrück nach einem Bericht von 'stern.de' in Hamburg erklärt, eine Fortsetzung der großen Koalition sei kein Unglück. Zwischen Union und SPD gebe es mehr denn je Gemeinsamkeiten. Später sagte Steinbrück in Berlin, die SPD kämpfe darum, Schwarz-Gelb zu verhindern.

BERLIN: Der Autozulieferer Magna ist Vermutungen entgegengetreten, die für die Übernahme von Opel von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Staatsbürgschaften über 4,5 Milliarden Euro seien nicht ausreichend. Magna werde damit auskommen, sagte der Co-Chef des österreichisch-kanadischen Unternehmens, Siegfried Wolf. - Deutschland will die Bürgschaften mit anderen europäischen Staaten mit Opel-Werken teilen. Gespräche darüber am Dienstag in Berlin brachten kein greifbares Ergebnis. Belgien und Spanien äußerten Vorbehalte gegen den Opel-Verkauf an Magna.

BERLIN: Bundesjustiziministerin Brigitte Zypries hat im Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff zweier Jugendlicher auf einen Geschäftsmann in der Münchner S-Bahn Forderungen nach schärferen Gesetzen erneut zurückgewiesen. Die bestehenden Gesetze ließen den Richtern genug Spielraum, sagte die SPD-Politikerin dem "Weser-Kurier" aus Bremen. Heranwachsende könnten schon jetzt nach Erwachsenen-Strafrecht verurteilt worden. - Der Geschäftsmann war am Samstag von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt worden, weil er sich schützend vor Kinder gestellt hatte.

HANNOVER: Mit dem Deutschen Umweltpreis werden in diesem Jahr die Ehrenvorsitzende des Umweltverbandes BUND, Angelika Zahrnt, der in Bremen tätige Meeresbiologe Bo Barker Jørgensen und die Geschäftsführer von zwei mittelständischen Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Dies teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück mit. Bundespräsident Horst Köhler wird den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Preis am 25. Oktober überreichen.

MÜNCHEN/PEKING: Der international bekannte chinesische Künstler Ai Weiwei ist in München wegen einer Gehirnblutung operiert worden. Die Blutung soll Folge von Prügel sein, die ihm Polizisten in der Provinz Sichuan verabreicht haben. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Gegen den Widerstand örtlicher Behörden bemüht sich der Künstler nach der Erdbebenkatastrophe in Sichuan um Aufklärung, wie viele Kinder in Schulen ums Leben gekommen sind, die wegen Pfusch am Bau eingestürzt waren.- Ai Weiwei will am 11. Oktober eine Ausstellung im Münchner Haus der Kunst eröffnen und auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober auftreten.

WASHINGTON: Die dem Terrornetzwerk El Kaida nahestehende Shebab-Miliz in Somalia hat den Tod eines Anführers bei einem US-Militärangriff bestätigt. Auf einer islamistischen Website habe die Shebab-Gruppe den Tod von einem ihrer Anführer sowie einer Gruppe von Kämpfern eingeräumt, teilte ein auf die Überwachung von radikalislamischen Websites spezialisiertes US-Unternehmen mit. Die USA hatten am Montag erklärt, bei dem Angriff im Süden Somalias sei der Kenianer Saleh Ali Saleh Nabhan getötet worden, der für zwei Anschläge im kenianischen Mombasa im Jahr 2002 verantwortlich gewesen sein soll.

DAS WETTER in DEUTSCHLAND: Besonders in der Mitte und im Südwesten überwiegend stark bewölkt und vereinzelt Regen. Sonst freundlicher Sonne-Wolken-Mix und trocken. Tagestemperaturen zwischen 17 bis 24 Grad Celsius.

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