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Nachrichten

Mittwoch, 16. August 2006

Hier finden sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

NEW YORK: Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass die massive Verstärkung der UN-Friedenstruppe im Südlibanon am Donnerstag in New York anläuft. Mehrere Länder hätten sich indirekt zur Entsendung von Soldaten, Panzern, Hubschraubern und Schiffen in den Nahen Osten bereit erklärt. Der Startschuss dürfte bei der Truppensteller-Konferenz von UN-Generalsekretär Kofi Annan fallen, erklärten hochrangige UN-Beamte. Nach ihrer Einschätzung wird wohl Frankreich die Führung einer "robusten" Vorhut von zunächst 3.500 Blauhelmsoldaten mit übernehmen. Geplant ist, die Aufstockung der UN-Truppe im Libanon auf 15.000 Soldaten möglichst schnell voranzutreiben.

BERLIN: Die Bundesregierung hat angekündigt, den Vereinten Nationen ein Angebot für einen deutschen Beitrag zur UN-Mission im Libanon zu unterbreiten. Verteidigungsminister Franz Jung sagte, die Spitze der großen Koalition werde an diesem Mittwoch über den deutschen Beitrag beraten. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble stellte die Entsendung von Bundespolizisten in Aussicht. Schäuble sagte der 'Sächsischen Zeitung', die Bundesregierung werde sich einer solchen Bitte nicht verweigern. Außerdem ist die Entsendung von Marine- Einheiten im Gespräch.

DSCHIDDAH: Nach der kurzfristigen Absage der Reise nach Syrien ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nach Saudi-Arabien geflogen. Im Mittelpunkt des für diesen Mittwoch geplanten Treffens mit seinem saudischen Kollegen Prinz Saud al-Feisal steht die Stabilisierung der Waffenruhe im Libanon. Steinmeier hatte am Dienstag nach einer Israel-feindlichen Rede des syrischen Präsidenten Baschir el Assad seinen Besuch in Damaskus abgesagt. Assad hatte von einem historischen Sieg der Hisbollah gesprochen und erklärt, Israel sei ein Feind, mit dem Frieden nicht möglich sei. In dieser Situation sei ein Gespräch nicht sinnvoll gewesen, sagte Steinmeier in Dschiddah.

GAZA-STADT: Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Haus im südlichen Gazastreifen sind zwei Palästinenser getötet worden. Krankenhausmitarbeiter berichteten von mindestens vier weiteren Verletzten. Nach Angaben der israelischen Armee hatten Extremisten in dem Gebäude Waffen versteckt. Die Einwohner seien aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen.

COLOMBO: Im Norden Sri Lankas liefern sich Tamilen-Rebellen und Regierungstruppen weiterhin Gefechte. Nach offiziellen Angaben wurden dabei fünf tamilische Aufständische getötet. Angesichts wieder zunehmend heftiger Kämpfe und gescheiterter internationaler Friedensbemühungen hat Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul der Regierung Sri Lankas mit der Kürzung der Entwicklungszusammenarbeit gedroht. Der Konflikt werde von beiden Seiten auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen, sagte die Ministerin der Tageszeitung 'Die Welt'.

TOKIO: In einem zwischen Russland und Japan umstrittenen Seegebiet hat ein russisches Patrouillenboot das Feuer auf ein japanisches Fischerei-Schiff eröffnet und dabei ein Besatzungsmitglied erschossen. Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete unter Berufung auf russische Behörden, das Boot habe trotz Aufforderung nicht gestoppt. Daraufhin hätten die Russen geschossen. Der Vorfall habe sich im Seegebiet um die vier Kurilen-Inseln nordöstlich der japanischen Insel Hokkaido ereignet. Dort brauchen Fischer eine Sondergenehmigung.

GENF: Die Umweltorganisation WWF hat die Industrienationen eindringlich zu einem sparsameren Umgang mit Wasser aufgefordert. Andernfalls drohe auch den reichen Nationen eine Wasserknappheit, wie sie bereits die ärmeren Länder erlebten. Der steigende Verbrauch durch Großindustrien und eine wachsende Bevölkerung habe einige Städte schon an den Rand eines Wassermangels gebracht, heißt es in einem vom WWF vorgestellten Bericht.

KÖLN: Der Schriftsteller Günter Grass ist einem Zeitungsbericht zufolge mit seinem Bekenntnis zur Mitgliedschaft in der Waffen-SS drohenden Veröffentlichungen von Historikern zuvorgekommen. Diese beruhten auf den Quellen des Ministeriums für Staatssicherheit der früheren DDR, berichtet der 'Kölner Stadt-Anzeiger'. Dort sei die SS-Mitgliedschaft dokumentiert. Grass selbst bezeichnete derweil die heftigen Reaktionen auf sein Bekenntnis als überzogen. Er sagte in einem Fernseh-Interview, er sei aus Scham nicht in der Lage gewesen, früher darüber zu sprechen. Kritiker hatten moniert, durch das späte Bekenntnis sei die moralische Integrität des 78-Jährigen beschädigt worden.

DÜSSELDORF: Die Tarifverhandlungen für die 70.000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern gehen zur Stunde in die möglicherweise entscheidende Phase. Am Dienstag hatten die Ärzteorganisation Marburger Bund und die Arbeitgeber trotz eines 24-stündigen Verhandlungsmarathons keinen Durchbruch erzielen können. Beide Seiten zeigten sich jedoch optimistisch über eine baldige Einigung. Zentraler Streitpunkt ist die Vergütung. Die Ärzte streiken seit acht Wochen für mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und eine geregelte Arbeitszeit.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten länger sonnig, ansonsten dichte Wolken und zweitweise Schauer. Höchstwerte 19 bis 27 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 15°, stark bewölkt; Berlin und Dresden: 16°, leicht bewölkt; Köln/Bonn: 15°, leicht bewölkt; Frankfurt am Main: 15°, Regen und München: 13°, leicht bewölkt.

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