1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 15.Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Rettungspaket der Regierung für den Finanzmarkt als unumgänglich verteidigt. Bei der Beratung des 500-Milliarden-Paketes im Bundestag sagte sie, die Weltwirtschaft stehe vor der schwersten Bewährungsprobe seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nur der Staat sei in der Lage, wieder Vertrauen herzustellen. Merkel wiederholte mehrfach, das Paket diene nicht zur Rettung einzelner Banken, sondern dem Schutz der Bürger. Sie kündigte ein Gipfeltreffen der Industrienationen und Russlands mit den großen Schwellenländern noch für dieses Jahr an. Dabei solle der neue Rahmen für die internationalen Finanzmärkte abgesteckt werden. Finanzminister Peer Steinbrück sprach von strengen Bedingungen für die Inanspruchnahme von Steuergeldern durch angeschlagene Banken. Vertreter der Opposition von FDP und der Linken kritisierten ein zu spätes Eingreifen der Regierung und eine fehlende Ausstiegsstrategie.

BRÜSSEL: Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen an diesem Mittwoch in Brüssel zusammen, um über die Finanzkrise und den Klimaschutz zu beraten. Von dem Gipfel soll das Signal ausgehen, dass die EU-Staaten gemeinsam ihr Finanzsystem retten, auch wenn die Hilfspakete auf nationaler Ebene aufgelegt werden. Die 15 Staaten der Euro-Zone hatten bereits am Sonntag einen gemeinsamen Weg aus der Finanzkrise gebahnt. Ein weiteres Thema des zweitägigen Gipfeltreffens sind die Klimaschutzpläne der EU.

MANILA: Mehrere asiatische Staaten haben sich zusammen mit der Weltbank auf die Einrichtung eines neuen Kreditfonds verständigt, der bei Liquiditätsproblemen einspringen soll. Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo teilte mit, die Weltbank habe zugesagt, zehn Milliarden Dollar für den neuen Fonds bereitzustellen. Der Beschluss wurde bei Beratungen von Regierungsbeamten aus den zehn ASEAN-Staaten sowie aus Japan, China und Südkorea in Washington gefasst. Der Fonds soll dazu verwendet werden, wertlos gewordene Papiere aufzukaufen und unter Druck geratene Unternehmen mit Kapital zu versorgen. Zu den ASEAN-Staaten gehören ausser Philippinen, Indonesien, Thailand, Malaysia, Singapur, Brunei, Vietnam, Birma, Kambodscha und Laos.

WASHINGTON: Das Defizit im Bundeshaushalt der USA ist in Folge der Finanzkrise und der schwächelnden Konjunktur auf den höchsten Stand aller Zeiten gestiegen. Wie Finanzminister Henry Paulson mitteilte, erreichte der Fehlbetrag in dem am 30. September abgeschlossenen Finanzjahr 455 Milliarden Dollar. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr fast eine Verdreifachung. - Nach Angaben der US-Notenbank Fed ist die amerikanische Wirtschaft in die Rezession gerutscht. Es gebe praktisch kein Wachstum, sagte die Chefin der Fed-Abteilung von San Francisco, Janet Yellen.

OTTOWA: In Kanada muss der konservative Premierminister Stephen Harper trotz vorgezogener Neuwahlen weiter mit einem Minderheitskabinett regieren. Seine Konservative Partei konnte ihren Vorsprung als stärkste Kraft zwar ausbauen, verfehlte aber erneut die absolute Mehrheit. Die oppositionellen Liberalen mussten herbe Verluste einstecken. Parteichef Stéphane Dion gestand seine Niederlage ein. Laut vorläufigem Endergebnis gewannen Harpers Konservative 143 der insgesamt 308 Parlamentssitze, die Liberalen 76. Der Bloc Québécois, der die Unabhängigkeit des französischsprachigen Landesteils anstrebt, konnte sich mit 50 Sitzen leicht verbessern. Auch die sozialdemokratische NDP verbuchte mit 37 Sitzen deutliche Gewinne. Mehr als 23 Millionen Kanadier waren zur Stimmabgabe aufgerufen, nachdem Harper Anfang September die vorzeitige Parlamentsauflösung herbeigeführt hatte.

BAKU: Im zentralasiatischen Aserbaidschan sind rund 4,8 Millionen Bürger aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Ein Sieg von Amtsinhaber Ilham Alijew gilt als sicher, weil die fünf wichtigsten Oppositionsparteien die Wahl wegen befürchtetem Wahlbetrug boykottiert haben. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) entsandte mehr als 400 Beobachter und kritisierte die Regierung schon allein wegen des Wahlkampfes scharf, weil unabhängige Medien geschlossen und Oppositionelle inhaftiert worden waren. Das Land am Kaspischen Meer ist einer der Kaukasus-Staaten mit den größten Öl- und Gasreserven.

KANDAHAR: Bei Kämpfen im Süden Afghanistans sind nach offiziellen Angaben 22 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban sowie sechs Polizisten getötet worden. 18 Aufständische kamen während eines vierstündigen Feuergefechts in der Provinz Helmand ums Leben, wie der Polizeichef der Provinz mitteilte. In der Provinz Ghasni töteten NATO-Soldaten vier Taliban-Kämpfer, wie die Polizei mitteilte. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen nach Angaben der Vereinten Nationen bei Gewalttaten in Afghanistan rund 3800 Menschen ums Leben, ein Drittel von ihnen waren Zivilisten.

BERLIN: Die Bundesregierung hat ein Entlastungspaket für Arbeitnehmer und Familien in Höhe von 12 Milliarden Euro beschlossen. Danach wird das Kindergeld im Januar 2009 steigen und der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 3,3 Prozent des Bruttolohns auf vorerst 2,8 Prozent sinken. Von 2010 an sollen zudem Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung besser von der Steuer absetzbar sein.

WIESBADEN: Der Preisanstieg in Deutschland hat sich im September abgeschwächt. Für Waren und Dienstleistungen mussten durchschnittlich 2,9 Prozent mehr ausgegeben werden als noch vor einem Jahr, teilt das Statistische Bundesamt mit. Preistreiber waren vor allem Energie und Lebensmittel. Im August hatte die Jahresinflationsrate 3,1 Prozent betragen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und gelegentlich Regen, vor allem im Nordwesten. Höchsttemperaturen 15 bis 21 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema