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Nachrichten

Mittwoch, 15. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

BERLIN: Das auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus hat Deutschland erreicht. Die auf Rügen gefundenen toten Schwäne seien mit dem H5N1-Virus infiziert, sagte der Leiter des Robert-Koch-Instituts, Reinhard Kurth, dem Zweiten Deutschen Fernsehen. Er warnte jedoch vor übertriebener Furcht. Die Experten hätten schon lange erwartet, dass mit dem Frühjahrszug der Vögel das Virus auch in Westeuropa ankomme. Das Bedrohungspotenzial für den Menschen habe sich nicht verstärkt, betonte Kurth. Das zuständige Landratsamt auf Rügen richtete inzwischen einen Krisenstab ein.

ISLAMABAD: In Pakistan halten die gewalttätigen Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen den dritten Tag in Folge an. Bei einer Demonstration in Peshawar mit 70.000 Teilnehmern wurden zwei Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Randalierer plünderten Geschäfte und zündeten ein Schnellimbiss-Restaurant und Kinos an. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Menge vor. Ausschreitungen bei Demonstrationen gab es auch in Lahore und der Stadt Tank im Nordwesten des Landes. In der philippinischen Hauptstadt Manila demonstrierten mehrere hundert Menschen vor der dänischen Botschaft. An diesem Mittwoch wird sich auch das Europäische Parlament mit dem Karikaturen-Streit beschäftigen.

ANKARA: Nach dem Erfolg der Hamas bei der palästinensischen Parlamentswahl bietet sich die Türkei als Vermittler im Nahen Osten an. Der türkische Außenminister Abdullah Gül verwies nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier in Ankara auf die guten Beziehungen der Türkei in der Region. Er hob hervor, dass die Wahlen demokratisch verlaufen seien und die Hamas als Sieger feststehe. Steinmeier sagte, er sei sich mit Gül über die Bedingungen der Europäischen Union für Gespräche mit der Hamas einig. Dazu gehörten der Gewaltverzicht und die Anerkennung des Existenzrechts Israels.

HAMBURG: Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht im Atom-Konflikt mit dem Iran noch gute Möglichkeiten für eine diplomatische Beilegung und setzt auf eine Verhandlungslösung. Dies sagte Merkel dem Magazin 'Stern'. Es sei kein Krieg zu befürchten, zumal längst noch nicht alle Spielräume in dem Konflikt ausgereizt seien, so Merkel weiter. Die Bundeskanzlerin schloss zugleich europäische Sanktionen gegen arabische Staaten wegen der jüngsten gewaltsamen Proteste von Muslimen wegen der dänischen Mohammed-Karikaturen aus. Es treffe die Falschen, wenn Entwicklungshilfe gestrichen würde.

BERLIN: Aus Protest gegen die geplante Verlängerung der Arbeitszeit haben die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ihren Arbeitskampf erneut ausgeweitet. Erstmals legten auch in Schleswig-Holstein Mitarbeiter von Straßenbauverwaltungen, Beschäftigte der Katasterämter und weiterer Behörden die Arbeit nieder. Damit wird nun bereits in neun Bundesländern gestreikt. Angesichts eines von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angekündigten wochenlangen Arbeitskampfes machte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck einen neuen Kompromissvorschlag. Er könnte sich ein flexibles Modell von Arbeitszeiten zwischen 38,5 und 40 Stunden vorstellen, das zum Ausgleich auch Zulagen vorsehe, sagte er der 'Financial Times Deutschland'.

STRASSBURG: Im Europa-Parlament zeichnet sich ein Kompromiss im Streit um die Dienstleistungsrichtlinie ab. Die beiden größten Fraktionen - Christ- und Sozialdemokraten - wollen, dass soziale Standards sowie der Schutz von Umwelt und Gesundheit gewährleistet bleiben. Das Herkunftslandprinzip soll weitgehend fallen. Begleitet wurde die Parlamentsdebatte in Straßburg von Protesten zehntausender Gewerkschafter. Die von der EU-Kommission vorgelegte Richtlinie soll Unternehmen ermöglichen, Dienstleistungen in der ganzen EU leichter anbieten zu können. Dabei sollten Dienstleister ursprünglich nicht an die vor Ort geltenden Bestimmungen gebunden sein. Vor allem dies hatte bei Gewerkschaften die Sorge ausgelöst, hier werde Sozialdumping betrieben.

BONN: Private Gaskunden in Deutschland können von April an frei zwischen mehreren Anbietern wählen. Sieben überregionale Gasanbieter, darunter Marktführer E.ON, haben sich auf Druck des Kartellamtes verpflichtet, ihren Privatkunden den Wechsel zu einem anderen Lieferanten zu erlauben. Daraufhin stellte das Kartellamt das Missbrauchsverfahren gegen sieben Gasversorger wegen überhöhter Preise ein. Bei einer Untersuchung waren zuvor bundesweite Preisunterschiede von bis zu 40 Prozent festgestellt worden.

LONDON: In England soll das Rauchen in öffentlichen Orten vom Sommer des kommenden Jahres an verboten sein. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete das Unterhaus in London mit großer Mehrheit. Es gilt neben Restaurants, Diskotheken und Kneipen auch für Büros, Fabriken und Einkaufszentren. In Nordirland, Schottland und Wales ist das Rauchen in öffentlichen Orten schon verboten oder entsprechende Verbote stehen bevor. Rund ein Viertel der britischen Erwachsenen sind Raucher.

ZUM SPORT: Biathlet Sven Fischer hat den vierten Wettkampftag der Olympischen Winterspiele für das deutsche Team vergoldet. Der Oberhofer siegte im 10-Kilometer-Sprint vor zwei Norwegern. Einen kompletten Medaillensatz steuerten die Rodlerinnen Sylke Otto, Silke Kraushaar und Tatjana Hüfner durch ihren Dreifach-Triumph im Eiskanal bei. Im Team-Sprint der Langläufer ging Gold an die Frauen und Männer aus Schweden. Olympiasiegerin im 500-Meter-Eisschnelllauf wurde die Russin Swetlana Schurowa. In der alpinen Kombination siegte der US-Amerikaner Ted Ligety.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Tagesverlauf von West nach Ost Durchzug von zum Teil ergiebigem Regen, starker Wind. Höchsttemperaturen von zwei bis zehn Grad Celsius.

  • Datum 15.02.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/7zSj
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