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Nachrichten

Mittwoch, 15. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BOMBAY: Der Prozess um die Terroranschläge von Bombay gegen den einzigen überlebenden Attentäter ist zunächst vertagt worden. Die Pflichtverteidigerin des mutmaßlichen islamischen Extremisten sei von dem Verfahren ausgeschlossen worden, teilte der leitende Richter in der indischen Metropole zur Begründung mit. Die Anwältin habe bereits einen verletzten Zeugen der Angriffe vom November vertreten. Dem angeklagten Pakistaner Mohammed Ajmal Amir Iman, genannt Kasab, werde ein neuer Verteidiger zugewiesen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 21-Jährigen unter anderem "kriegerische Handlungen" gegen Indien, Mord und Entführung vor. Er soll zu dem Kommando der Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba gehört haben, das Luxushotels, einen Bahnhof und ein jüdisches Zentrum besetzt sowie Geiseln genommen hatte. Bei den dreitägigen Kämpfen waren rund 170 Menschen getötet worden.

COLOMBO: Nach einer zweitägigen Feuerpause hat die Armee auf Sri Lanka ihre Militäroperationen gegen die eingekesselten tamilischen Rebellen im Norden der Insel wieder aufgenommen. Entsprechende Berichte der Separatisten über Raketenangriffe und Schusswechsel wurden jetzt auch von Armeesprechern und Gesundheitsbehörden in der Region bestätigt. Die Regierung hatte die Zivilisten zwischen den Fronten aufgefordert, die Waffenruhe zur Flucht aus dem Kriegsgebiet zu nutzen. Dem Aufruf waren aber offenbar nur wenige hundert Menschen gefolgt.

WASHINGTON: Die USA haben die angekündigte Ausweisung der internationalen Atom-Inspektoren aus Nordkorea kritisiert. Außenministerin Hillary Clinton nannte die Entscheidung unnötig. Ähnlich äußerte sich Großbritannien und verteidigte noch einmal die Verurteilung des jüngsten nordkoreanischen Raketen-Abschusses durch den UN-Sicherheitsrat als angemessen. China und Russland drängten auf eine baldige Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms. Die bisherigen Sechs-Nationen-Gespräche will die kommunistische Führung in Pjöngjang nach eigenen Angaben aus Protest gegen die UN-Sanktionen jedoch dauerhaft boykottieren.

ZÜRICH: Nach weiteren Milliardenverlusten will die Schweizer Großbank UBS im laufenden Jahr weltweit rund 8.700 Stellen streichen. Damit werden mehr als elf Prozent des aktuellen Personalbestandes von 76.000 Mitarbeitern abgebaut. In der Schweiz gingen 2.500 Stellen verloren, erläuterte ein UBS-Sprecher. Im 1. Quartal 2009 habe man einen Verlust von knapp zwei Milliarden Franken (umgerechnet 1,3 Milliarden Euro) erlitten, wurde im Vorfeld der Aktionärsversammlung in Zürich mitgeteilt. Bis Ende 2010 plane man "substantielle" Einsparungen von bis zu vier Milliarden Franken und einen Teilrückzug aus risikoanfälligen Sektoren. Das Geldhaus, das als eine Ikone des Schweizer Bankwesens gilt, hatte Riesensummen durch die US-Hypothekenkrise verloren.

WASHINGTON: Das juristische Tauziehen um die Auslieferung des früheren KZ-Wächters John Demjanjuk geht weiter. Ein US-Berufungsgericht ordnete einen einstweiligen Stopp des Auslieferungsverfahrens an, nachdem der 89-Jährige bereits von US-Beamten aus seinem Haus in Seven Hills bei Cincinnati abgeholt worden war. Damit entging Demjanjuk knapp der Überstellung nach Deutschland. Das Gericht gab einem Einspruch von Demjanjuks Sohn statt, der die Auslieferung wegen des schlechten Gesundheitszustands seines Vaters für unzumutbar hält. Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen Ukrainer Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden vor. Er soll 1943 als KZ-Aufseher im NS-Vernichtungslager Sobibor Menschen in die Gaskammern getrieben haben. Er bestreitet das.

BERLIN: Beim angeschlagenen deutschen Autobauer Opel reicht nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung die Liquidität für weitere vier Monate. Eine für Mai drohende Finanzlücke habe das Unternehmen geschlossen, meldet das Blatt unter Berufung auf Betriebsräte. Unter anderem habe durch den guten Verkaufsstart des Modells "Insignia" ein kleines Finanzpolster geschaffen werden können. Dadurch geriete Opel auch dann nicht sofort in Zahlungsschwierigkeiten, falls der US-Mutterkonzern General Motors kurzfristig in die Insolvenz gehen sollte. Zudem werde Zeit gewonnen, um einen eigenständigen Konzern "Opel Europa" zu schaffen, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz der "Bild"-Zeitung.

BERLIN: Nach dem Genmais-Verbot macht sich Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) für einen Runden Tisch zur so genannten Grünen Gentechnik stark. In Kürze sollten Vertreter von Wissenschaft, Unternehmen und Ministerien aus Bund und Ländern das Thema erörtern, sagte Schavan. Gerade in einer Wirtschaftskrise sollte man sich nicht vorschnell von Zukunftstechnologien verabschieden. Es gehe hier um eine mögliche Quelle künftigen Wohlstands. Am Dienstag hatte Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) ein Anbau-Verbot für eine gentechnisch veränderte Maissorte des US-Konzerns Monsanto wegen möglicher Umweltrisiken verhängt. Aigner versicherte, es handele sich nicht um eine Grundsatzentscheidung gegen die Anwendung der Gentechnik bei Pflanzen.

ESSEN: Für die Insolvenz der deutschen Kaufhauskette Woolworth ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Ver.di nicht vor allem die Rezession, sondern das Management verantwortlich. Die Beschäftigten müssten jetzt für gravierende Fehlentscheidungen wie eine missglückte Sortimentsstrategie des Billigwarenhauses den Kopf hinhalten, beklagte der Ver.di-Handelsexperte Johann Rösch. Es drohten "dramatische Arbeitsplatzverluste", zudem eine Verödung der Innenstädte, sagte Rösch der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). --- Woolworth gehört dem britischen Finanzinvestor Argyll Partners und hat Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 9.000 Mitarbeiter in Deutschland, davon sind 6.000 in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt.

WARSCHAU: Polen will wegen der Wirtschaftskrise beim Internationalen Währungsfonds -IWF- Kredite von rund 15 Milliarden Euro beantragen. Wie Finanzminister Jacek Rostowski sagte, sollen damit die Reserven der heimischen Zentralbank um ein Drittel aufgestockt werden. Bisher hat lediglich Mexiko Mittel aus dem IWF-Programm zur aktiven Bekämpfung der Wirtschaftskrise beantragt. Fachleute erwarten, dass sich nach der polnischen Anfrage auch Länder wie Brasilien, Indonesien, Südafrika, Südkorea oder Tschechien um entsprechende Hilfen bemühen. Polen machten zuletzt die Kapitalflucht im Zuge der Kreditkrise sowie verstärkte Sorgen über den Zustand der osteuropäischen Volkswirtschaften zu schaffen.

NEW YORK/ MOMBASA: Ein unter US-Flagge fahrender Frachter mit Hilfsgütern ist einem Piratenangriff vor der Küste Somalias entkommen. Wie die Reederei der "Liberty Sun" in New York bestätigte, wurde das Schiff am Dienstag auf dem Weg ins kenianische Mombasa mit Raketen und automatischen Waffen angegriffen und beschädigt. Die Besatzung habe daraufhin die US-Marine um Unterstützung gebeten. --- Zuvor hatten die Piraten innerhalb von 48 Stunden vier weitere Schiffe in ihre Gewalt gebracht.

ZUM FUSSBALL: Der FC Bayern München und der FC Liverpool sind im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden. Sechs Tage nach dem 0:4-Debakel im Hinspiel erreichten die Bayern im Rückspiel gegen den FC Barcelona ein 1:1 und verabschiedeten sich mit Anstand aus der Königsklasse. Liverpool schaffte beim FC Chelsea in London ein furioses 4:4, das aber nach dem 1:3 im Hinspiel nicht reichte. Im Halbfinale trifft Chelsea auf Barcelona.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Abermals viel Sonne. Am Nachmittag im Westen Quellwolken. Höchstwerte zwischen 20 und 26 Grad, an der Ostsee deutlich kühler.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: elf Grad, dunstig;
Berlin: zwölf Grad, wolkig;
Dresden: 13 Grad, fast wolkenlos;
Köln: elf Grad, fast wolkenlos;
Frankfurt: 14 Grad, wolkenlos und
München: zwölf Grad, wolkenlos.

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