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Nachrichten

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Mehr als zehn Jahre nach dem Ende des Kosovo-Krieges stehen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Tausende in Deutschland lebende Flüchtlinge aus der Krisenregion vor der Abschiebung in ihre Heimat. Das Blatt beruft sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Ein entsprechendes Abkommen werde noch in diesem Herbst unterzeichnet. Bereits seit Jahren versuchten Bund und Länder durch finanzielle Zuschüsse Kosovaren zur Rückkehr zu bewegen, schreibt das Blatt weiter. Derzeit lebten nach Angaben des Bundesinnenministeriums noch mehr als 14.000 Ausreisepflichtige aus dem Kosovo in Deutschland, darunter fast 10.000 Roma.

BERLIN: Atommüll aus Deutschland ist nach Angaben von Atomkraft-Gegnern in großen Mengen illegal in Sibirien entsorgt worden. Seit 1996 seien aus der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau etwa 22.000 Tonnen Nuklearabfälle nach Russland gelangt, teilte die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt" in Berlin mit. Davon seien zehn Prozent als angereichertes Uran zurück nach Deutschland gebracht worden. Der Rest lagere in Russland in rostigen Behältern unter freiem Himmel. Vom Bundesumweltministerium gab es zunächst keine Stellungnahme. Ähnliche Vorwürfe gibt es seit Tagen gegen Frankreich. - Nach Medienberichten aus Paris wurden seit Mitte der neunziger Jahre jährlich 108 Tonnen atomare Abfälle aus französischen Kernkraftwerken heimlich nach Sibirien gebracht.

WASHINGTON: Der schwer umstrittene Plan von US-Präsident Barack Obama für eine umfassende Gesundheitsreform hat eine erste parlamentarische Hürde genommen. Der Finanzausschuss des Senats verabschiedete nach mehrstündiger Debatte eine Gesetzesvorlage, in der wichtige von Obama angestrebte Ziele enthalten sind. Die Entscheidung fiel mit 14 zu neun Stimmen. Mit den Demokraten billigte auch eine oppositionelle republikanische Senatorin das Reformpaket. Obama sprach von einem bedeutenden Schritt vorwärts und wies zugleich darauf hin, bis zum endgültigen Gesetz sei es noch ein steiniger Weg. Bei der Gesundheitsreform geht es um ein Finanzvolumen von rund 830 Milliarden Dollar.

WASHINGTON: Der amerikanische Oberkommandierende in Afghanistan, General Stanley McChrystal, hat sich besorgt gezeigt über Korruption innerhalb der afghanischen Regierung. Der Kampf gegen die Taliban und die Al Kaida sei dadurch gefährdet, heißt es in einem noch unveröffentlichten Bericht McChrystals, wie aus Regierungskreisen in Washington verlautete. Selbst wenn zehntausende weitere US-Soldaten in das Land geschickt würden, könne der Kampf gegen die Terroristen scheitern. Laut Presseberichten hat McChrystal für die geplante Truppenaufstockung mehrere Optionen vorgeschlagen, die zwischen 10.000 und 60.000 zusätzliche Soldaten vorsehen. Empfohlen habe der General eine Aufstockung um 40.000 Soldaten.

TEGUCIGALPA: Die Verhandlungen zur Lösung der Staatskrise im mittelamerikanischen Honduras kommen voran. Vertreter der Putschregierung und des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya verständigten sich in Tegucigalpa auf die Einsetzung einer sogenannten Wahrheitskommission, die den Staatsstreich gegen Zelaya von Ende Juni untersuchen soll. Außerdem stimmten beide Seiten unter Vermittlung des costaricanischen Präsidenten Oscar Arias zu, Ende November Neuwahlen abzuhalten und eine Einheitsregierung zu bilden. Zelaya verzichtete auf seinen Plan einer Verfassungsänderung. Offen blieb bislang die Wiedereinsetzung Zelayas ins Präsidentenamt, wie sie auch die internationale Gemeinschaft fordert. Der entmachtete Präsident war im September in seine Heimat zurückgekehrt und hält sich seither in der brasilianischen Botschaft auf.

SAN SEBASTIAN: Die spanische Polizei hat mindestens neun ranghohe Mitglieder der verbotenen ETA-nahen Baskenpartei Batasuna festgenommen. Unter ihnen sollen auch der frühere Vorsitzende Arnaldo Otegi und ein bekannter Gewerkschaftsführer sein. Die Partei habe versucht, sich nach Instruktionen der ETA neu zu formieren, sagte ein Gerichtssprecher in Madrid. Batasuna war wegen ihrer Verbindungen zu der Untergrundorganisation 2003 verboten worden.

BRÜSSEL/ PRAG: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso drängt Tschechien zur zügigen Ratifizierung des Vertrags von Lissabon. Sollte das Verfassungsgericht des Landes die erneute Klage gegen den EU-Reformvertrag zurückweisen, gebe es keinen Grund mehr zu weiterem Zögern, so Barroso nach einem Gespräch mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Jan Fischer in Brüssel. Zugleich warnte er Prag vor der Errichtung "künstlicher Hürden". Fischer stellte sich am Dienstag hinter die Forderungen seines EU-kritischen Staatschefs Vaclav Klaus nach einem Zusatzprotokoll zum Reformvertrag. In Nachverhandlungen soll eine Sonderregelung erreicht werden, um Tschechen vor Eigentumsansprüchen der nach dem 2. Weltkrieg aus der damaligen Tschechoslowakei vertriebenen Deutschen zu schützen. --- Tschechien ist das letzte der Mitgliedsländer, das den EU-Vertrag noch ratifizieren muss.

BANGKOK: Fünf Jahre nach der Tsunami-Katastrophe in Asien testen die Vereinten Nationen im Indischen Ozean erstmals umfassend das daraufhin konstruierte Warnsystem. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur UNESCO teilte mit, an der Übung "Exercise Indian Ocean Wave 2009" nähmen 18 asiatische Staaten teil. Der im Dezember 2004 von einem Beben der Stärke 9,2 ausgelöste Tsunami riss mehr als 230.000 Menschen in den Tod.

FRANKFURT AM MAIN: Die Frankfurter Buchmesse hat ihre Pforten für Fachbesucher geöffnet. Am Wochenende hat auch das Lesepublikum Zugang. Bei der offiziellen Eröffnung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel alle Messebesucher aufgerufen, dem diesjährigen Gastland China mit "großer Neugier" zu begegnen. Dabei müsse sich die Volksrepublik aber auch kritischen Fragen stellen. China ist als Ehrengast der Messe umstritten, da dort immer wieder Autoren politisch unter Druck gesetzt werden und mit Veröffentlichungsverboten belegt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Nordwesten sonnig und trocken. Sonst wechselnd bewölkt, im Osten und Südosten sowie an den Alpen einzelne Schauer. Höchstwerte zwischen null Grad im Allgäu und 10 Grad am Niederrhein.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 1 Grad, leicht bewölkt;

Berlin: 3 Grad, wolkenlos;

Dresden: 1 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: minus 2 Grad, wolkenlos;

Frankfurt am Main: 2 Grad, wolkenlos und

München: 1 Grad, leichter Schneefall.

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