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Nachrichten

Mittwoch, 14. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat das 50-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket zur Abmilderung der Wirtschaftskrise beschlossen. Damit wurde gleichzeitig die Arbeit an den Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht. Die Entwürfe sollen in der Sitzung des Kabinetts am 27. Januar verabschiedet werden, um dann das Gesetzgebungsverfahren einzuleiten. An diesem Mittwoch erläutert Kanzlerin Angela Merkel das größte Konjunkturpaket in der Geschichte der Bundesrepublik in einer Regierungserklärung im Bundestag. Am Dienstag hatte Merkel das zweite Konjunkturpaket im Kampf gegen die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise als historische Maßnahme gewürdigt. Das 50-Milliarden-Euro-Paket sieht unter anderem Entlastungen für die Bundesbürger und Investitionen vor. Auch will die Regierung einen Schutzschirm für angeschlagene Unternehmen spannen.

WIESBADEN: Deutschland hat 2008 abermals ein Staatsdefizit ausgewiesen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, betrug das Finanzierungsdefizit 1,59 Milliarden Euro. Das entspricht 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit erfüllte Deutschland - wie in den beiden Vorjahren - das Maastricht-Kriterium von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kündigte an, er erwarte auch für dieses Jahr, dass die kritische Drei-Prozent-Marke einigermaßen eingehalten werde. Für 2010 rechne er aber wegen des zweiten Konjunkturprogramms mit einem Haushaltsdefizit von mehr als vier Prozent.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Bank und die Deutsche Post haben sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen auf neue Bedingungen für den Besitzerwechsel der Postbank verständigt. Im Rahmen der neuen Vereinbarung werde die Post zeitweise mit weniger als zehn Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Dies könne noch im ersten Quartal 2009 geschehen. Der Einstieg der Post, an der wiederum der Bund über die Förderbank KfW beteiligt ist, sei auf weniger als ein Jahr begrenzt. Post und Deutsche Bank wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

STRASSBURG: Im russisch-ukrainischen Gasstreit hat der Präsident der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, den Ton verschärft. Er sagte im Europäischen Parlament in Straßburg, falls beide Länder ihre Verpflichtungen weiter nicht erfüllten, werde die Kommission den betroffenen Unternehmen in Europa raten, vor Gericht zu gehen. Die EU werde zudem verstärkt nach Energie-Alternativen suchen. Die angekündigte Wiederaufnahme der russischen Lieferungen durch die Ukraine war am Dienstag gescheitert. Moskau und Kiew geben sich gegenseitig die Schuld daran. Derweil versuchen die Ministerpräsidenten der Slowakei und Bulgariens, Robert Fico und Sergej Stanischew, bei Gesprächen in Kiew und Moskau eine Wiederaufnahme der Lieferungen zu erreichen.

KAIRO: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist zum Auftakt seiner Nahost-Reise in Ägypten eingetroffen, um mit Präsident Hosni Mubarak über dessen Initiative für eine Waffenruhe im Gazastreifen zu sprechen. Danach wird er unter anderem in Israel, im Westjordanland, im Libanon und in Kuwait erwartet. Kurz vor seiner Reise forderte Ban erneut humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Die israelische Luftwaffe setzte in der Nacht ihre Angriffe fort. Nach israelischen Medienberichten beschoss sie 35 Tunnel, die dem Waffenschmuggel dienten. Auch am Boden hielten die Kämpfe an. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche schlugen im Norden Israels mehrere Raketen ein, die im Libanon abgefeuert wurden. Berichte über Opfer liegen nicht vor.

WASHINGTON: Die künftige US-Außenministerin Hillary Clinton lehnt Verhandlungen mit der radikal-islamischen Hamas ab. Zunächst müsse die Hamas das Existenzrecht Israels anerkennen, der Gewalt abschwören und frühere Abkommen akzeptieren, sagte Clinton vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats, der ihre Nominierung bestätigen muss. Sie bekräftigte die Sicherheitsgarantien der USA für Israel und erklärte zugleich, die USA müssten auch das Streben der Palästinenser nach einem eigenen Staat anerkennen.

WASHINGTON: Viele freigelassene Gefangene des US-Lagers Guantánamo Bay auf Kuba kämpfen nach Angaben des Pentagon wieder gegen die USA und ihre Verbündeten. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, bei Ex-Häftlingen gebe es geheimdienstliche Beweise für neue terroristische Aktivitäten. In 43 Fällen liege ein starker Verdacht vor. Die Statistik beziehe sich auf den gesamten Zeitraum seit der Einrichtung des Lagers im Januar 2002 bis Ende 2008. Der künftige Präsident Barack Obama will das umstrittene Lager zwar schließen. Allerdings wird dies voraussichtlich länger dauern, weil unklar ist, was mit den verbliebenen 250 Terrorverdächtigen passieren soll.

RIGA: Nach einer Großkundgebung gegen die lettische Regierung ist es in der Hauptstadt Riga zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Randalierer attackierten Parlaments- und Regierungsgebäude und zündeten ein Polizeifahrzeug an. Die Polizei setzte Reizgas ein und nahm 126 Menschen fest. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden 32 Menschen verletzt. Zuvor hatten rund 10.000 Demonstranten die Auflösung des Parlaments und den Rücktritt des Kabinetts gefordert. Sie machten die Regierung für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich.

BERLIN: Die Asylbewerberzahl in Deutschland ist 2008 zum ersten Mal seit 2001 wieder gestiegen. Sie wuchs nach Angaben des Bundesinnenministeriums um mehr als 15 Prozent auf rund 22.000. Für den Zuwachs sind vor allem irakische Asylbewerber verantwortlich, die aufgrund der schlechten Sicherheitslage im Irak nach Deutschland kommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Anfangs im Südosten noch gebietsweise sonnig. Sonst meist bewölkt und zum Teil Regen oder Schnee. Höchsttemperaturen minus sechs bis plus vier Grad Celsius.

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