1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 13. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

BERLIN: Das Bundeskabinett entscheidet heute über die geplante Beteiligung deutscher Soldaten an der UN-Truppe zur Unterstützung des Friedensprozesses zwischen Israel und dem Libanon. Deutschland hat angeboten, die Führung des internationalen Marineverbandes vor der libanesischen Küste zu übernehmen. Dieser soll dafür sorgen, dass der Waffenschmuggel für die radikal-islamische Hisbollah-Miliz unterbunden wird. Nach den Einsatzregeln erhalten die Bundeswehrsoldaten ein so genanntes robustes Mandat, das ihnen erlaubt, verdächtige Schiffe in unmittelbarer Küstennähe zu durchsuchen. Voraussichtlich in der kommenden Woche soll der Bundestag über den Einsatz abstimmen. Während die FDP ihre Ablehnung bekräftigte, stellten die Grünen eine Zustimmung in Aussicht.

TEL AVIV: Nach anhaltender Kritik an seiner Strategie während des Libanon-Krieges ist ein israelischer General zurückgetreten. Generalmajor Udi Adam, der bei der Militäroffensive gegen die Hisbollah das nördliche Kommando führte, waren zu große Vorsicht und Zögerlichkeit vorgeworfen worden. Bereits während des Krieges war ihm das Kommando der Operationen entzogen worden.

KAIRO: Der Suez-Kanal ist nach einer vorübergehenden Schließung wegen eines Schiffsunglücks wieder befahrbar. Ein Schwimmbagger mit mehr als 40 Menschen an Bord war nahe der Stadt Ismailia gesunken. Mindestens zwei Menschen ertranken nach Angaben der Behörden. Fünf weitere werden noch vermisst. Die restlichen Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Der viel befahrene Suez-Kanal ist die wichtigste, weil schnellste Seeweg-Verbindung zwischen Europa und Asien.

REGENSBURG: Papst Benedikt XVI. hat den Willen zur Annäherung von Katholiken und Protestanten bekräftigt, aber keinerlei konkrete Schritte angekündigt. In einem ökumenischen Gottesdienst im Regensburger Dom sagte der Papst, im gemeinsamen Bekenntnis zu Gott gebe es keine Trennung zwischen den Konfessionen. Zuvor hatte er in einem Gottesdienst vor 250.000 Gläubigen nochmals die Gottesferne der modernen Gesellschaft kritisiert.

ANKARA: Bei einem Bombenanschlag in der Stadt Diyarbakir im Südosten der Türkei sind mehr als zehn Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Kinder. Fast 20 Menschen wurden verletzt. Der Sprengsatz war am Dienstagabend an einer Bushaltestelle am Rande eines Parks in Diyarbakir explodiert. Die Stadt wird überwiegend von Kurden bewohnt. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, ist bisher nicht bekannt.

DILI: Die Vereinten Nationen haben die Polizeikontrolle in Ost-Timor übernommen. Die UN-Truppe UNMIT soll die örtliche Polizei sowie Justiz unterstützen sowie die für kommendes Jahr geplanten Wahlen vorbereiten. Derzeit umfasst die Truppe 554 Mann, die nach den Mai-Unruhen von Australien, Malaysia und der früheren Kolonialmacht Portugal entsandt worden waren. Sie soll aber auf mehr als 1.600 Mann aufgestockt werden. Auslöser der Unruhen war ein Aufstand entlassener Soldaten. Noch heute leben Tausende, die damals vor den Kämpfen geflohen waren, in Aufnahmelagern.

DAMASKUS: In Syrien laufen die Untersuchungen, wer hinter dem gescheiterten Anschlag auf die US-Botschaft in Damaskus steckt. Bei dem Angriff waren am Dienstag drei der Täter erschossen worden, ein vierter starb inzwischen an seinen Verletzungen. Sicherheitskräfte hatten ihn zuvor verhört, um mehr über die Hintergründe der Tat zu erfahren. Der syrische Botschafter in den USA machte dafür eine dem Terrornetzwerk El Kaida nahestehende Gruppe verantwortlich. Die USA dankten der syrischen Regierung für die Vereitelung des Anschlags. Diese warf ihrerseits den USA vor, durch ihre Politik Extremismus und Terrorismus im Nahen Osten zu fördern.

BRÜSSEL: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana und Irans Chefunterhändler bei den Atomgesprächen, Ali Laridschani, wollen sich am Donnerstag erneut treffen. Das teilte Solanas Sprecherin mit. Beide Politiker hatten nach ihrem Treffen am Wochenende in Wien von konstruktiven Gesprächen gesprochen. Der Iran soll dabei einen zweimonatigen Stopp seiner Urananreicherung angeboten haben. Gestern hatten sich Diplomaten der fünf Vetomächte des Weltsicherheitsrates und Deutschlands bei einem Treffen am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien noch nicht auf eine gemeinsame Erklärung zum Atomstreit einigen können. China und Russland hätten sich gegen die von den USA geforderte härtere Gangart ausgesprochen, hieß es.

KHARTUM: Der EU-Sondergesandte Pekka Haavisto hat den sudanesischen Regierungstruppen vorgeworfen, in der Krisenregion Darfur wehrlose Zivilisten zu bombardieren. Er habe bei einem Besuch in Darfur Kleinkinder gesehen, die von Bomben verletzt worden seien, sagte Haavisto. - Die Lage erinnere an das Jahr 2003. Damals hatten die Kämpfe zwischen Regierungstruppen, von ihnen unterstützten Reitermilizen und Rebellen begonnen. Mehr als 200.000 Menschen sind seitdem getötet worden.

KINSHASA: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat zu einer friedlichen zweiten Wahlrunde in der Demokratischen Republik Kongo aufgerufen. Nach Gesprächen mit den beiden Kandidaten für die Präsidentschafts-Stichwahl am 29. Oktober, Joseph Kabila und Jean-Pierre Bemba, sagte Solana, in dem Land seien immer noch zu viele Waffen vorhanden. Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl hatten sich Anhänger der beiden Politiker bekämpft. Solana lobte die Rolle, die die EU-Friedenstruppe bei der Beendigung der Gewalt Ende August gespielt hatte.

SANAA: In Jemen sind bei einer Massenpanik während einer Wahlkampfveranstaltung von Präsident Ali Abdullah Saleh mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 230 Menschen, die meisten von ihnen Schulkinder und Jugendliche, erlitten Verletzungen, wie Behörden und Krankenhäuser mitteilten. Zu der Panik war es während einer Kundgebung Salehs in dem völlig überfüllten Stadion der Provinzstadt Ibb gekommen. - Die Präsidentenwahl im Jemen findet am 20. September statt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiterhin sonnig, nur im Südwesten einzelne Schauer und Gewitter. Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema