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Nachrichten

Mittwoch, 13. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PORT-AU-PRINCE: Bei dem schweren Erdbeben in Haiti sind möglicherweise tausende Menschen ums Leben gekommen. In der Hauptstadt Port-au-Prince werden hunderte Opfer unter den Trümmern eingestürzter Häuser vermutet. Nach Angaben der früheren Kolonialmacht Frankreich werden allein nach dem Einsturz eines bei Touristen beliebten Hotels in Port-au-Prince rund 200 Menschen vermisst. Große Teile des Zentrums der Stadt sind verwüstet. Der Präsidentenpalast und das Hauptquartier der UN-Friedenstruppe wurden schwer beschädigt. Eine große Zahl von UN-Mitarbeitern wird vermisst, wie ein Sprecher in New York mitteilte. Auch in den Elendsvierteln rund um Port-au-Prince gibt es große Schäden. - Mit einer Stärke von 7,0 war das Erdbeben vom Dienstag eines der heftigsten, das jemals in der Karibik registriert worden ist. Das Epizentrum lag 15 Kilometer westlich von Port-au-Prince. In der Nacht zum Mittwoch gab es zahlreiche Nachbeben.

WASHINGTON: Nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti haben zahlreiche Staaten schnelle und umfangreiche Hilfe für den Karibikstaat angekündigt. Die USA setzten als ersten Schritt Rettungsmannschaften mit Hunden zum Aufspüren von Verschütteten in Marsch. Das Auswärtige Amt in Berlin stellte eine Soforthilfe von einer Million Euro zur Verfügung. Deutsche Hilfsorganisationen kündigten den Einsatz von Rettungsteams an. Ein Krisenstab des Auswärtigen Amtes soll prüfen, ob Bundesbürger unter den Erdbebenopfern sind. - Auch Frankreich, Großbritannien sowie lateinamerikanische Staaten kündigten Hilfsaktionen an.

WIESBADEN: Die Deutsche Wirtschaft ist 2009 dramatisch eingebrochen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um fünf Prozent. Der Präsident des Amtes, Roderich Egeler, sagte, Deutschland habe den stärksten Einbruch der Nachkriegsgeschichte erlebt. Grund für die schwere Rezession war der Einbruch bei Exporten und Investitionen. In Folge der Wirtschaftskrise konnte Deutschland auch die Stabilitätskriterien für den Euro-Raum nicht einhalten. Das Staatsdefizit belief sich auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Deutschland überschritt damit erstmals seit 2005 wieder die so genannte Maastricht-Grenze von drei Prozent.

FRANKFURT AM MAIN: Zeitarbeiter sind in Deutschland im internationalen Vergleich besonders schlecht geschützt. Darauf hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - OECD - hingewiesen. Angesichts der Debatte über den Missbrauch der Leiharbeit bei der Drogeriekette Schlecker sagte ein OECD-Sprecher, Deutschland rangiere bei den Zeitarbeitern und befristet Beschäftigten im Vergleich der 30 OECD-Staaten in der unteren Hälfte. Die Beschäftigten ohne Festanstellung müßten in Deutschland die Hauptlast der Wirtschafts- und Finanzkrise tragen.

DETROIT: Der US-Automobilkonzern General Motors will die Umstrukturierung der deutschen Tochter Opel bis Ende des Monats abschließen. GM-Europa-Chef Nick Reilly sagte, dafür seien 3,3 Milliarden Euro nötig, die zum großen Teil mit Zugeständnissen der Beschäftigen und Krediten der europäischen Staaten abgedeckt werden sollten. Reilly bestätigte indirekt, dass er selbst die Führung von Opel übernehmen werde. In Zukunft sollen neben Westeuropa auch mehr Autos in China, Indien und den USA verkauft werden. Reilly rechnet damit, dass Opel frühestens 2011 wieder profitabel werde.

SANAA: Im Jemen haben die Sicherheitskräfte nach offiziellen Angaben einen Anführer einer Zelle des Terrornetzwerks El Kaida getötet. Wie der Gouverneur der Provinz Schabwa, Ali Hassan el Ahmadi, mitteilte, wurde der Mann bei einer Schießerei mit Soldaten getötet, die sein Haus umstellt hatten. - Aus dem Norden des Jemen wurden weitere Kämpfe mit schiitischen Aufständischen gemeldet.

BAGDAD: Ein Selbstmordattentäter hat in der westirakischen Provinz Anbar mindestens sieben Menschen mit in den Tod gerissen. Wie die irakischen Sicherheitskräfte mitteilten, sprengte sich der Täter vor einer Polizeistation nördlich der Stadt Falludscha in einem Lastwagen in die Luft. Fünf der Todesopfer seien Polizisten. - Die mehrheitlich von Sunniten bewohnte Provinz war schon mehrmals Schauplatz schwerer Anschläge .

SAN FRANCISCO: Der US-Internetkonzern Google will sich nicht länger den Zensur-Forderungen der chinesischen Regierung beugen. Ein führender Manager des Unternehmens erklärte, Google nehme in Kauf, dass es deshalb seine Webseite und seine Büros in der Volksrepublik schließen müsse. - Anlass für die Kehrtwende des Internet-Riesen ist ein massiver Hacker-Angriff im Dezember. Dabei wurde nach Google-Angaben versucht, in E-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten einzubrechen. Ausgangspunkt des Angriffs seien Computer in China gewesen.

BRÜSSEL: Die Berufung der bulgarischen Politikerin Rumjana Schelewa in die neue EU-Komission steht auf der Kippe. Bei ihrer Anhörung im Europa-Parlament wurde sie mit Vorwürfen konfrontiert, sie habe über private Nebentätigkeiten und ihre finanziellen Interessen nicht vollständig Auskunft gegeben. Schelewa wies die Anschuldigungen zurück. Die konservative Politikerin soll Kommissarin für Internationale Zusammenarbeit und Katastrophenhilfe werden. - Sollte das EU-Parlament der Berufung Schelewas nicht zustimmen wollen, müsste es die gesamte neue Kommission ablehnen. Die Abstimmung ist für den 26. Januar vorgesehen.

CARACAS: Angesichts von Energieengpässen hat die Regierung Venezuelas angeordnet, jeden zweiten Tag den Strom für drei bis vier Stunden abzuschalten. Präsident Hugo Chavez erklärte in Caracas, die Rationierung sei notwendig, da der Pegel des Stausees Guri wegen anhaltender Dürre bedrohlich gesunken sei. Drei Wasserkraftwerke des Stausees liefern im Ölförderland Venezuela 73 Prozent des Stroms.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte Aufheiterungen und trocken. Sonst meist dichte Wolken oder trübe mit etwas Schnee. Höchstwerte zwischen minus sechs und plus vier Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus 2 Grad, Schneegriesel;

Berlin: minus 3 Grad, dunstig;

Dresden: minus 5 Grad, dunstig;

Köln/Bonn: minus 3 Grad, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: minus 5 Grad, wolkig und

München: minus 7 Grad, Schneegriesel.

Audio und Video zum Thema