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Nachrichten

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JAKARTA: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Haltung der USA kritisiert, für ein neues Klimaabkommen keine verbindlichen Zielmarken zuzulassen. Die Welt brauche klare Entscheidungen der UN-Klima-Konferenz, sagte der SPD-Politiker auf Bali. Erforderlich sei eine Festlegung auf das Ziel einer Halbierung des Treibhausgas-Ausstoßes bis 2050. Um dies sicherzustellen, müssten allein die Industriestaaten eine CO-2-Reduzierung um rund 30 Prozent bis 2020 garantieren, so Gabriel weiter. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte dagegen Zweifel, ob auf der Konferenz bereits konkrete Ziele festgelegt werden könnten. Vorrangig sei zunächst ein Durchbruch bei den Verhandlungen über ein Nachfolge-Abkommen für das Kyoto-Protokoll. Ban rief die Teilnehmerstaaten auf, sich hier bis spätestens 2009 zu einigen.

MOSKAU: Russland und Polen haben ihren Fleischstreit beigelegt. Das Importverbot für polnisches Fleisch werde in der kommenden Woche aufgehoben, teilte der russische Landwirtschaftsminister Alexej Gordejew in Moskau mit. Dort hatte er mit seinem polnischen Kollegen Marek Sawicki gesprochen. In der nächsten Woche sollen die Veterinärbehörden beider Länder ein entsprechendes Memorandum unterzeichnen. Der Streit hatte die Gespräche über ein neues Partnerschaftsabkommens zwischen der Europäischen Union und Russland blockiert. Russland hatte das Einfuhrverbot für Fleisch aus Polen in November 2005 verhängt, weil angeblich Hygienestandards nicht eingehalten wurden. Polen legte daraufhin ein Veto ein.

TEL AVIV: Israel und die Palästinenser wollen an diesem Mittwoch in Jerusalem ihre vor rund sieben Jahren unterbrochenen Friedensverhandlungen wieder aufnehmen. Ziel ist es, bis Ende kommenden Jahres die strittigsten Probleme des Nahost- Konfliktes zu lösen. Darauf hatten sich beide Seiten auf der Nahost-Konferenz in Annapolis in den USA Ende November verständigt. Strittig sind vor allem die Grenzen eines künftigen Palästinenserstaates, das Schicksal von mehr als vier Millionen Flüchtlingen sowie die Kontrolle über Jerusalem.

AMARA: Mindestens 40 Menschen sind bei einer Serie von Bombenanschlägen im Süden des Irak getötet worden. Drei Autobomben explodierten innerhalb kurzer Zeit auf einem Markt, einem Busbahnhof und einem Parkplatz. In der 400 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Amara leben vorwiegend Schiiten. Die Lage dort ist angespannt, weil rivalisierende Gruppen um Einfluss in der ölreichen Region kämpfen.

WASHINGTON: Das US-Repräsentantenhaus hat verschärfte Sanktionen gegen Birma beschlossen. Das Gesetz, dem auch der Senat noch zustimmen muss, verbietet die Einfuhr von Rubinen und Jade in die USA. Der Abgeordnete Tom Lantos erklärte, die Unterdrückung der Demokratiebewegung in Birma werde mit dem Export der Edelsteine finanziert. US-Präsident George W. Bush plädierte für schärfere Sanktionen, falls die politischen Gefangenen in Birma nicht freigelassen würden. Am Dienstag hatte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Paul Sergio Pinheiro erklärt, er sehe keine Anzeichen, dass die Machthaber die Auflagen des UN-Menschenrechtsrates nach der blutigen Niederschlagung von Demonstrationen im September erfüllten. Weiterhin befänden sich 653 Menschen in Haft, 74 würden als verschwunden gelten.

BANGKOK: Demonstranten haben eine Sitzung der thailändischen Nationalversammlung blockiert, um gegen die Militärregierung zu protestieren. Etwa 100 Protestierenden gelang es in die Sitzungsräume vorzudringen, nachdem sich zuvor mehr als 1.000 Menschen um das Parlamentsgebäude versammelt hatten. Die von der Militärregierung eingesetzten Parlamentarier hätten kein Recht, Gesetze zu verabschieden, kritisierten die Demonstranten. Am 23. Dezember sollen die Thailänder ein neues Parlament wählen, nachdem die Armee vor einem Jahr in einem unblutigen Staatsstreich Regierung und Abgeordnete abgesetzt hatte. Einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge versucht die Militärjunta unter anderem ein Gesetz zu verabschieden, mit dem sie sich in Zukunft über Entscheidungen einer zivilen Regierung hinwegsetzen kann.

BUENOS AIRES: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die neue argentinische Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner aufgefordert, die überfälligen Schulden bei westlichen Industriestaaten zu begleichen. IWF-Generaldirektor Dominique Strauss-Kahn sagte nach einem Treffen mit Kirchner in Buenos Aires, es müssten entsprechende Verhandlungen mit dem Pariser Club der Gläubigerstaaten aufgenommen werden. Die Höhe der Schuldenlast von umgerechnet 6,3 Milliarden Dollar mache nur einen Bruchteil der argentinischen Devisenreserven aus, sagte Strauss-Kahn.

LIMA: Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori ist wegen der Anordnung eines Einbruchs und Diebstahls zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht befand den 69-Jährigen für schuldig, einen Angestellten angewiesen zu haben, in ein Haus einzubrechen und Dokumente, Videos und Tonbänder zu stehlen. Mit diesen Materialien wollte der Geheimdienst die Korruption der Regierung Fujimoris belegen. Fujimori kündigte an, in Berufung zu gehen. Es war das erste Urteil gegen ihn seit seiner Auslieferung aus Chile im September. Insgesamt laufen vier Verfahren gegen Fujimori. So wird er beschuldigt, Entführungen und zwei Massaker angeordnet zu haben, bei denen 25 Menschen getötet wurden. Ihm drohen in diesem Verfahren bis zu 30 Jahre Gefängnis.

FRANKFURT AM MAIN: Führende Politiker verdienen nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch zu wenig Geld. Die Besoldung der Politiker sei etwa im Vergleich zu derjenigen von Sparkassendirektoren und Klinik-Verwaltungschefs eindeutig nicht angemessen, sagte der CDU-Politiker der 'Frankfurter Rundschau'. Koch räumte aber ein, dass dies politisch auf überschaubare Zeit nicht zu ändern sei. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler sprach sich unterdessen für gesetzliche Regelungen bei den Einkommen von Top-Managern aus. Dies sei bei börsennotierten Unternehmen durchaus möglich, sagte Geißler dem 'Hamburger Abendblatt'. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt dagegen ein Gesetz zur Begrenzung von Manager-Einkommen ab.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten längere Aufheiterungen und trocken. Sonst aufgelockert, im Südosten noch gebietsweise Regen, in höheren Lagen als Schnee. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen null und sechs Grad.

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