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Nachrichten

Mittwoch, 11. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

BERLIN: Die Anfang Februar im Irak entführte deutsche Staatsbürgerin Hannelore Krause ist wieder frei. Ihr 20-jähriger Sohn Sinan befinde sich aber weiterhin in der Gewalt der unbekannten Entführer, teilte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin mit. Die mit einem Iraker verheiratete 62-Jährige halte sich derzeit in der deutschen Botschaft in Bagdad auf. Zu den Hintergründen der Freilassung und zur Frage, ob ein Lösegeld gezahlt worden sei, wollte sich Steinmeier nicht äußern. In einem Interview des arabischen Senders Al Arabija appellierte Frau Krause an die Bundesregierung, die deutschen Soldaten aus Afghanistan zurückzuziehen. Anderenfalls würden die Geiselnehmer ihren Sohn ermorden. Zwei entsprechende Ultimaten hatten die Kidnapper während ihrer Geiselhaft verstreichen lassen.

BERLIN: Einen Tag vor dem zweiten Integrationsgipfel im Kanzleramt hat das Bundeskabinett einen Nationalen Integrationsplan beschlossen. Der Bund leiste mit 150 konkreten Maßnahmen und Selbstverpflichtungen seinen Teil, erklärte die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer. Damit trage der Bund entscheidend zu einer besseren Eingliederung von Ausländern bei. Der Gipfel wird ohne vier große Organisationen stattfinden. Aus Protest gegen das neue Zuwanderungsgesetz werde man das Treffen boykottieren, sagte ein Vertreter der türkischen Gemeinde in Deutschland. Er kündigte noch für diesen Mittwoch eine entsprechende Erklärung an. Die Bundesregierung hatte bereits am Dienstag Forderungen nach Änderungen an dem Gesetz zurückgewiesen.

TRIPOLIS: Das Oberste Gericht Libyens hat die international kritisierten Todesurteile gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt bestätigt. Sie waren 2004 für schuldig befunden worden, in den 90er Jahren mehr als 400 Kinder absichtlich mit dem Aids-Virus HIV infiziert zu haben. Die sechs Verurteilten hatten wiederholt ihre Unschuld beteuert. Die Infektionen seien auf die schlechten hygienischen Zustände im Krankenhaus Benghasi zurückzuführen. Der Europarat und die EU-Kommission zeigten sich empört über die Entscheidung des Obersten libyschen Gerichts. Die Bulgarinnen und der Palästinenser können nun nur noch darauf hoffen, dass der von der libyschen Regierung kontrollierte 'Oberste Justizrat' die Todesurteile aussetzt oder Begnadigungen ausspricht.

ISLAMABAD: Nach der Erstürmung der von militanten Islamisten besetzten Roten Moschee hat die pakistanische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land verschärft. Wegen möglicher Racheakte wurden Polizei und Armee in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Noch immer ist unklar, wieviele Menschen bei der Erstürmung der Moschee am Dienstag getötet worden. Nach unbestätigten Angaben gab es mindestens 150 Tote. Rettungsdienste berichteten allerdings, die Regierung habe rund 800 Leichensäcke angefordert. Spezialeinheiten durchkämmen den weitläufigen Gebäudekomplex weiter nach militanten Islamisten. Vereinzelt kam es wieder zu Gefechten. Korrespondenten berichteten von Explosionen und Schusswechseln.

COLOMBO: Nach monatelangen Kämpfen hat die Armee Sri Lankas nach eigenen Angaben einen zentralen Stützpunkt der tamilischen Rebellen eingenommen. Mit der Eroberung des Stützpunktes Thoppigala habe das Militär die letzte Hochburg der Aufständischen im Osten des Landes unter seine Kontrolle gebracht, erklärte das Verteidigungsministerium in Colombo. In der Region um Thoppigala gibt es viele Schluchten und Höhlen, die den so genannten 'Befreiungstigern von Tamil Eelam' bisher idealen Unterschlupf boten. - Die Tamilen kämpfen bereits seit 35 Jahren für einen eigenen Staat im Norden und Osten Sri Lankas. Ein 2002 geschlossener Waffenstillstand erwies sich als brüchig.

LONDON: Ein britisches Gericht hat vier Männer zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt, die wegen versuchter Anschläge auf den Londoner Nahverkehr im Juli 2005 angeklagt waren. Die Extremisten waren für schuldig befunden worden, zwei Wochen nach den Londoner Terroranschlägen mit 52 Toten weitere Anschläge auf U-Bahnen und einen Bus geplant zu haben. Allerdings explodierten ihre Sprengsätze nicht, niemand wurde verletzt.

STRASSBURG: Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft will noch in diesem Monat einen ersten Entwurf für den neuen Grundlagenvertrag der Europäischen Union vorlegen. Dies kündigte Portugals Regierungschef Jose Socrates vor dem Europaparlament in Straßburg an. Ziel sei es, den Vertrag bis zum EU-Gipfel in Lissabon Mitte Oktober fertigzustellen. Bis dahin werde es noch schwierige Verhandlungen geben. Er sei jedoch zuversichtlich, dass eine Einigung gelingen werde, sagte Socrates.

SEOUL: Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde wollen bereits am kommenden Samstag nach Nordkorea zurückkehren, um dort die vereinbarte Stilllegung des Atomreaktors Yongbyon zu überwachen. Das teilte der Chef der Atombehörde, Mohammed ElBaradei, in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul mit. Nordkorea hatte die Inspektoren zuvor offiziell eingeladen. Im Gegenzug für die Stilllegung des Reaktors erhält das Land wirtschaftliche und humanitäre Hilfen.

KIEL: Das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Krümmel bleibt bis auf weiteres abgeschaltet. Das teilte der Stromkonzern Vattenfall mit. Bei einer Überprüfung des Meilers seien Dübel entdeckt worden, die in Atomkraftwerken nicht verwendet werden dürften. Deshalb werde das Kraftwerk, das seit einem Brand Ende Juni stillsteht, bis zur Klärung aller offenen Fragen nicht wieder angefahren, sagte der Vorstandschef von Vattenfall Europa, Klaus Richter. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel warfen dem Konzern eine mangelhafte Informationspolitik vor und forderten ein umfassende Aufklärung der Vorfälle.

BERLIN: Der juristische Streit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft der Lokomotivführer GDL über die Rechtmäßigkeit von Warnstreiks geht in die nächste Runde. Die GDL legte beim Arbeitsgericht Mainz Widerspruch gegen die von der Bahn erwirkte einstweilige Verfügung gegen die Streiks ein. Es werde nun ein mündlicher Termin anberaumt, teilte das Gericht mit. Die Gewerkschaft hatte am Dienstag ihren bundesweiten Warnstreik nach Eingang der Gerichtsverfügung abgebrochen. Bahnvorstand und GDL wollen sich am Freitag zu Tarifverhandlungen treffen. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte klar gemacht, dass er der GDL keine anderen Konditionen anbieten werde, als den beiden anderen Gewerkschaften. Mit ihnen hatte er sich auf 4,5 Prozent mehr Lohn ab dem 1. Januar 2008 sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro geeinigt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordwesten teils kräftige Regengüsse, sonst verbreitet Schauer, im Osten örtlich auch Gewitter. Höchstwerte 15 bis 20 Grad.

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