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Nachrichten

Mittwoch, 11. Februar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JERUSALEM: Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel beanspruchen sowohl Außenministerin Zipi Livni als auch Oppositionsführer Benjamin Netanjahu das Amt des Ministerpräsidenten für sich. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen wurde die Kadima-Partei der Außenministerin mit einem Mandat Vorsprung stärkste Kraft in der Knesset. Ihre Mitte-rechts-Partei kommt auf 28 Sitze, Netanjahus Likud-Block auf 27. Entscheidend für die Regierungsbildung ist jetzt das Verhalten der ultra-nationalen Partei Israel Beitenu unter ihrem Vorsitzenden Avigdor Lieberman. Mit 15 Mandaten wurde sie drittstärkste Fraktion. Großer Verlierer ist die Arbeitspartei von Ehud Barak. Sie stürzte von 19 auf 13 Sitze ab und erzielte damit das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. -- Mit der Unterstützung von Lieberman und anderen rechtsgerichteten und religiösen Parteien könnte Netanjahu eine Mehrheit von 65 der 120 Parlamentsabgeordneten erreichen und damit neuer Ministerpräsident werden.

RAMALLAH: Nach dem Rechtsruck bei der Parlamentswahl in Israel hat sich die palästinensische Führung enttäuscht über das Ergebnis geäußert. Die Israelis hätten für eine Lähmung des Friedensprozesses gestimmt, sagte der palästinensische Nahost-Unterhändler Sajeb Erakat der Nachrichtenagentur AFP in Ramallah. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ließ erklären, dass er nicht mit einem israelischen Ministerpräsidenten verhandeln werde, der den Friedensprozess ablehne. Sein Sprecher Nabil Abu Rudeina sagte zudem, Voraussetzung für Friedenverhandlungen sei ein vollständiger Stopp der israelischen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland. - Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas erklärte, die Israelis hätten -so wörtlich- "für die kriegslustigsten Kandidaten" mit den extremistischsten Parolen gestimmt.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine Untersuchung der Angriffe auf Einrichtungen der Vereinten Nationen im Gaza-Krieg angeordnet. Ein von dem Briten Ian Martin geleitetes Gremium solle seine Arbeit sofort aufnehmen und ihm binnen eines Monats Bericht erstatten, erklärte Ban. Nach Angaben der Hilfsorganisation der Vereinten Nationen UNRWA sind in dem Krieg mehr als 50 UN-Einrichtungen im Gazastreifen beschädigt worden. Ban erklärte, er habe sowohl Israel als auch die palästinensische Autonomiebehörde über die Untersuchung informiert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte den Vorstoß Bans.

KABUL: Eine Serie von Terroranschlägen der radikal-islamischen Taliban hat die afghanische Hauptstadt erschüttert. Nach ersten offiziellen Angaben sprengten sich in einem Gebäude der Gefängnisverwaltung mehrere Selbstmordattentäter in die Luft. Mindestens sechs Menschen wurden getötet. Bei einem weiteren Überfall auf das Justizministerium kam es zu einer Schießerei zwischen Angreifern und Sicherheitskräften. Dabei sollen laut Polizei mindestens zwei der Angreifer getötet worden sein. Ein weiterer wurde vor dem benachbarten Bildungsministerium erschossen. Die Taliban-Rebellen übernahmen umgehend die Verantwortung und sprachen von einer Vergeltungsaktion für die Misshandlung von Gefangenen. Am Donnerstag wird der neue US-Sondergesandte, Richard Holbrooke, in Kabul erwartet.

WASHINGTON: Der US-Senat hat den Entwurf für ein staatliches Konjunkturprogramm im Umfang von 838 Milliarden Dollar gebilligt. Bevor es in Kraft treten kann, muss es noch mit einer abweichenden Version des Abgeordnetenhauses in Einklang gebracht werden. Zusätzlich dazu stellte Finanzminister Tim Geithner einen neuen Plan zur Rettung des Finanzsektors vor, dessen Volumen sich auf mehr als eine Billion Dollar belaufen könnte. Im Mittelpunkt steht dabei die Einrichtung einer so genannten "Bad Bank", die den Finanzhäusern faule Wertpapiere abkaufen und somit die Kreditvergabe wieder in Gang bringen soll. Mit Skepsis reagierte die US-Börse. Der Dow Jones-Index ging um 4,6 Prozent zurück.

BERLIN: Der Verkehrsausschuss des Bundestages berät an diesem Mittwoch über die Datenschutzaffäre bei der Deutschen Bahn. Befragt werden soll unter anderen Bahn-Vorstandsmitglied Otto Wiesheu. Der Konzern hatte am Dienstag erste personelle Konsequenzen gezogen. Der Leiter der Revision, Josef Bähr, wurde beurlaubt. Die Bahn hatte zuvor einen ersten Bericht vorgelegt, in dem sie insgesamt fünf großangelegte Überprüfungen von Beschäftigten und Führungskräften eingestanden hatte. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee kritisierte, der Bericht werfe mehr Fragen auf, als dass er Antworten liefere.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungsgericht setzt an diesem Mittwoch seine Anhörung zum EU-Reformvertrag von Lissabon fort. In dem umfangreichen Verfahren geht es um die Frage, ob das Vertragswerk zu tief in die Souveränität Deutschlands eingreift. Die Kläger, darunter der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler, monieren außerdem ein Demokratiedefizit in der EU. Ein Urteil wird frühestens im Sommer erwartet. Bundespräsident Horst Köhler hatte die Ratifizierung des Vertrags, der Anfang 2010 in Kraft treten soll, mit Rücksicht auf die juristische Entscheidung zurückgestellt.

WIESBADEN: Die Inflation ist in Deutschland auf ein Fünf-Jahres-Tief gefallen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Grund dafür seien sinkende Preise für Benzin und Heizöl. Letztmals unter 1 Prozent war die Inflationsrate im Februar 2004, mit damals 0,8 Prozent.

SYDNEY: In Australien haben neue Fälle von Brandstiftung den Kampf gegen die verheerenden Buschfeuer erschwert. Der Premierminister des Bundesstaates Victoria, John Brumby, sagte, es gebe 'kaum Zweifel', dass in der Nacht neue Brände gelegt worden seien. Australische Medien berichten von zwei Fällen, in denen die Feuerwehr allerdings rechtzeitig eingreifen konnte. Nach Polizeiangaben sind in den betroffenen Gebieten im Umland der Metropole Melbourne zunehmend Plünderer aktiv. Mehr als 180 Menschen kamen durch die seit Tagen wütenden Brände ums Leben, tausende wurden obdachlos.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist sehr dicht bewölkt und weiterer Schneefall. Nach Westen hin Auflockerungen und Schneeregen. Richtung Nordsee noch freundlicher. Höchstwerte zwischen null und vier Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 0 Grad, dunstig;

Berlin und München: 0 Grad, etwas Schnee;

Dresden: minus 1 Grad, etwas Schnee
Köln/Bonn: 1 Grad, bewölkt und

Frankfurt am Main: 3 Grad, nach Schauer.

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