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Nachrichten

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Russland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin davon überzeugt, dass das Atomprogramm im Iran nur friedlichen Zwecken dient. Der Kreml verfüge über keine Informationen, wonach die Führung in Teheran den Bau der Atombombe anstrebe, sagte Putin im Anschluss an ein weiteres Gespräch mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Moskau. Dessen ungeachtet unterstütze Russland, so Putin weiter, die Forderung des Westens nach einer völligen Offenlegung des nuklearen Programms. Sarkozy hatte zuvor mitgeteilt, er sehe eine gewisse Annäherung in der Iran-Politik. Unmittelbar vor seinem Staatsbesuch in Russland hatte er nochmals für schärfere Sanktionen gegen das Land geworben. In einigen Tagen wird der russische Präsident im Iran erwartet.

STOCKHOLM: Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den deutschen Wissenschaftler Gerhard Ertl. Er erhielt die Nachricht genau an seinem 71. Geburtstag. Ertl wird für seine Arbeiten zu chemischen Prozessen auf festen Oberflächen ausgezeichnet, wie das Nobelkomitee in Stockholm bekannt gab. Seine Forschung sei von großer Bedeutung für die Industrie und helfe beim Verständnis so unterschiedlicher Vorgänge wie dem Rosten von Eisen, dem Funktionieren von Brennstoff-Zellen und der Wirkung eines Katalysators im Auto. Der Preis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert und wird am 10. Dezember überreicht. Am Dienstag war der Deutsche Peter Grünberg mit dem Nobelpreis für Physik geehrt worden.

KARLSRUHE: Vor dem Bundesverfassungsgericht hat die Anhörung zu der politisch umstrittenen so genannten Online-Durchsuchung begonnen. Anlass ist eine Beschwerde einer Journalistin, dreier Rechtsanwälte sowie eines Mitglieds der Linkspartei gegen das nordrhein-westfälische Verfassungsschutzgesetz. Es erlaubt dem Verfassungsschutz des Bundeslandes, heimlich auf private Computer von Verdächtigen zuzugreifen und Daten abzurufen. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, betonte zum Auftakt, das Verfahren habe eine grundsätzliche Bedeutung. Zu klären sei, ob das heimliche Ausspähen privater Computer mit verfassungsrechtlichen Grundsätzen wie etwa der Unverletzbarkeit der Wohnung zu vereinbaren sei. Ein Urteil wird für kommendes Jahr erwartet.

RANGUN: Die Militärjunta in Birma geht weiter gegen Regimekritiker vor. In der Millionenstadt Rangun seien in den vergangenen zwei Tagen mehrere Menschen festgenommen worden, teilte eine in Thailand ansässige Organisation für politische Gefangene mit. Ein Mitglied der Nationalen Liga für Demokratie von Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi sei während des Verhörs gestorben. Die Behörden hätten die Angehörigen des 42-Jährigen über dessen Tod informiert.

TAIPEH: Mit einer Militärparade zum Nationalfeiertag hat Taiwan seine Eigenständigkeit gegenüber China betont. Über der Hauptstadt Taipeh kreisten F-16-Kampfflugzeuge und Hubschrauber. Präsident Chen Shui Bian forderte in einer Fernsehansprache die Volksrepublik auf, die Souveränität Taiwans anzuerkennen und umgehend die knapp 1.000 auf sein Land gerichteten Raketen abzubauen. Er bezeichnete China als Bedrohung für den Weltfrieden. Chen bekräftigte zudem die Absicht der Regierung in Taipeh, Mitglied der Vereinten Nationen zu werden. Taiwan war 1971 mit dem UN-Beitritt Pekings aus der Weltorganisation ausgeschlossen worden.

BAGDAD: Das irakische Innenministerium hat eine Untersuchung des jüngsten tödlichen Zwischenfalls mit einer ausländischen Sicherheitsfirma eingeleitet. Leibwächter des australischen Unternehmens 'Unity Resources' hatten am Dienstag in Bagdad zwei Irakerinnen in ihrem Auto erschossen. Nach Darstellung der Firmenleitung näherte sich das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit einem amerikanischen Diplomaten-Konvoi und reagierte nicht auf Warnsignale. Bei einem ähnlichen Zwischenfall im September hatten Mitarbeiter der US-Sicherheitsfirma 'Blackwater' nach Angaben der irakischen Regierung 17 Zivilisten erschossen.

WASHINGTON: Eine US-Bundesrichterin hat die Auslieferung eines Häftlings aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo in dessen Heimatland Tunesien gestoppt, da ihm dort Folter droht. Der Gerichtsentscheid gilt als juristischer Meilenstein bei der Behandlung der Häftlinge von Guantanamo. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sprach von einer wegweisenden Entscheidung. Im Urteil des Gerichts in Washington heißt es, falls der Häftling wie vom US-Verteidigungsministerium geplant abgeschoben werden sollte, drohe diesem Folter und damit ein irreparabler Schaden. Der herzkranke Mann war in Tunesien in Abwesenheit zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

BUENOS AIRES: Zum ersten Mal ist in Argentinien ein katholischer Priester wegen der Beteiligung an Verbrechen während der Militärdiktatur verurteilt worden. Der frühere Polizeikaplan von Buenos Aires erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Ein Gericht in La Plata befand den heute 69-Jährigen für schuldig, an sieben Morden, 31 Fällen von Folter sowie an 42 Entführungen beteiligt gewesen zu sein. Der Geistliche war einer der engsten Vertrauten des früheren Sicherheitschefs von Buenos Aires, Ramón Camps. Dieser galt als einer der Hauptverantwortlichen für die Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983.

PODGORICA: 16 Monate nach der Abspaltung von Serbien bekommt Montenegro erstmals eine eigene Verfassung als souveräner Staat. Regierungsparteien und Teile der Opposition hätten sich auf den entsprechenden Text verständigt, teilten Vertreter beider Seiten in der Hauptstadt Podgorica mit. Eine vorgezogene Parlamentswahl ist bis Ende 2009 vorgesehen. Mit der neuen Verfassung erfüllt das Balkanland eine der wichtigsten Bedingungen der Europäischen Union für die weitere Annäherung an die EU.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Freundlich und trocken bei herbstlichen Tageswerten zwischen 11 und 19 Grad.

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