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Nachrichten

Mittwoch, 10. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KARLSRUHE: Das Bundesverfassungsgericht hat zentrale Elemente der Gesundheitsreform von 2007 bestätigt. Damit sind die Verfassungsbeschwerden privater Krankenversicherungen gescheitert. Das Gesetz nimmt die Privatkassen bei der Versorgung älterer und kranker Menschen stärker in die Pflicht und soll damit für mehr Wettbewerb sorgen. Die Berufsfreiheit der Unternehmen werde damit nicht verletzt, befanden die Karlsruher Richter. Die privaten Versicherungen hatten sich vor allem gegen den neuen einheitlichen Basistarif gewehrt, weil sie sich dadurch in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sehen. Durch die Reform dürfen die Privatkassen außerdem keine Antragsteller mehr wegen Krankheiten oder ihres Alters ablehnen oder mit Risikoaufschlägen belegen.

BERLIN: Ostdeutschland ist krisenfester als die alten Bundesländer. Das liegt nach Einschätzung der Bundesregierung vor allem an dem höheren Anteil kleiner und mittlerer Betriebe, die flexibler reagieren könnten und weniger vom Export abhingen. Die Krise sorge zudem dafür, dass der Osten in der Wirtschaftskraft weiter aufhole, zitiert die "Berliner Zeitung" aus dem Jahresbericht zur Deutschen Einheit, den der Ostbeauftragte Wolfgang Tiefensee dem Bundeskabinett vorstellt. Alte und neue Bundesländer haben sich demnach bei Produktivität, Exportquote und der Kapitalausstattung der Unternehmen deutlich angenähert.

WIESBADEN: Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Jahresvergleich stabil geblieben. Im Mai lag die Inflationsrate bei null Prozent, dem niedrigsten Stand seit 22 Jahren. Der Grund dafür sei das hohe Preisniveau aus dem Mai 2008, heißt es beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Damals waren vor allem die Energie- und Lebensmittelpreise auf neue Höchststände gestiegen. Heute muss man für diese beiden Produktgruppen deutlich weniger bezahlen.

FRANKFURT AM MAIN: Der Deutsche Städtetag sorgt sich um den Erhalt der Karstadt-Warenhäuser. Die mehr als 70 betroffenen Städte hätten ein starkes Interesse daran, dass die Arbeitsplätze und die Attraktivität der Innenstädte erhalten blieben, sagte Städtetagspräsidentin Petra Roth der "Passauer Neuen Presse". Nach dem Insolvenzantrag des Handelskonzerns Arcandor hat der Konkurrent Metro sein Interesse an einer Übernahme von Karstadt bekräftigt. Ziel sei ein starker deutscher Kaufhauskonzern mit 160 Warenhäusern, sagte Metro-Chef Cordes im ZDF. - Unterdessen hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier den Kurs von Wirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg kritisiert, der eine Staatshilfe für Arcandor verweigert hatte. In einer Regierung müsse man an einem Strang ziehen, sagte Steinmeier der "Bild"-Zeitung. Im selben Blatt verteidigte von Guttenberg sein Vorgehen: Wenn Eigentümer und Gläubiger nicht bereit seien, Risiken zu übernehmen, könnten diese nicht den Steuerzahlern aufgebürdet werden, sagte der CSU-Politiker.

WASHINGTON: Das Oberste Gericht der USA hat nun doch den Weg freigemacht für den Einstieg des italienischen Automobil-Konzerns Fiat beim insolventen US-Hersteller Chrysler. Der Gerichtshof hob einen erst am Montag auf Antrag von Chrysler-Gläubigern verfügten Stopp des Geschäfts wieder auf. Die Gläubiger hätten nicht nachweisen können, dass die Verzögerung gerechtfertigt sei, erklärte das Gericht nun. Die US-Regierung hatte in einem Gegenantrag gefordert, den Einstieg Fiats bei Chrysler nicht zu blockieren. - Die Regierung sieht durch die Beteiligung von Fiat die Chance, das Insolvenzverfahren für Chrysler schnell abzuschließen und den Konzern zu sanieren.

WASHINGTON: Die USA wollen die eingebrochenen Verkäufe von Autos mit Hilfe einer Abwrackprämie nach deutschem Vorbild ankurbeln. Das Repräsentantenhaus billigte einen Gesetzentwurf, der den Absatz von etwa einer Million spritsparender Fahrzeuge mit bis zu vier Milliarden Dollar fördern soll. Käufer eines Neuwagens können bis zu 4.500 Dollar erhalten. Bedingung ist, dass der neue Wagen weniger Treibstoff verbraucht als der vorherige. Anders als in Deutschland ist die Prämie an den Verbrauch und nicht ans Alter des Altfahrzeugs gekoppelt. Die Neuregelung benötigt noch die Zustimmung des Senats. Die US-Regierung erhofft sich von dem Programm auch eine Senkung der Schadstoffemissionen.

MOSKAU: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die russische Führung dazu aufgerufen, das Angebot von US-Präsident Barack Obama für eine engere Zusammenarbeit zu nutzen. Die ausgestreckte Hand des amerikanischen Präsidenten sollte mutig ergriffen werden, sagte Steinmeier vor der russischen Akademie der Wissenschaften. Er forderte zudem verstärkte Anstrengungen für eine weltweite Abrüstung. Im Anschluss an die Rede trifft sich Steinmeier mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Dabei sollte es auch um einen Ausbau der deutsch-russischen Beziehungen gehen.

KOROR: Der Inselstaat Palau im Pazifischen Ozean hat auf Bitten der USA zugesagt, 17 uigurische Insassen des US-Lagers Guantánamo aufzunehmen. Der palauische Präsident Johnson Toribiong erklärte, es handele sich um eine "humanitäre Geste". US-Präsident Barack Obama hatte erst kürzlich sein Wahlversprechen bekräftigt, das weltweit kritisierte Lager auf Kuba zu schließen. Die Regierung in Washington hatte vor Wochen auch der Bundesregierung eine Liste mit neun Namen von Angehörigen des muslimischen Turk-Volkes übermittelt, das im Westen Chinas lebt. Die Liste wird seitdem in Berlin geprüft. "Spiegel Online" berichtet derweil, vier der inhaftierten Uiguren hätten an die Bundesregierung appelliert, sie in Deutschland aufzunehmen.

LONDON: Sechs Beamte von Scotland Yard sind nach schweren Anschuldigungen über harte Verhörmethoden bei der Festnahme von Verdächtigen vom Dienst suspendiert worden. Dies teilte die britische Polizei mit. Britische Medien hatten berichtet, sechs Beamten werde vorgeworfen, festgenommene mutmaßliche Drogenhändler dem sogenannten Waterboarding unterzogen zu haben. Bei dieser Verhörpraxis haben die Betroffenen das Gefühl, kurz vor dem Ertrinken zu stehen, was von Kritikern als Folter eingestuft wird. In den USA ist die Methode, die im Lager Guantanamo eingesetzt wurde, nach dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama verboten worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechsel aus Sonne und Wolken, gebietsweise treten wieder Schauer, vereinzelt auch Gewitter auf. Die Temperaturen reichen von 15 Grad in Nordfriesland bis 23 Grad im Breisgau.

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