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Nachrichten

Mittwoch, 10. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

MOSKAU/MINSK: Im Streit zwischen Russland und Weißrußland über Transitgebühren für russisches Öl ist weiter keine Lösung in Sicht. Bei einem Gespräch führender Vertreter beider Staaten in Moskau gab es keine Annäherung. Russland erwägt inzwischen nach Presseberichten, seine Ölförderung zu drosseln und Importzölle für mehr als die Hälfte weißrussischer Produkte zu erheben. Russland hatte am Montag die Durchleitung des Öls durch die Pipeline, die Deutschland, Polen, Ungarn, die Slowakei und Tschechien mit Öl versorgt, gestoppt, da es die von Weißrussland geforderte Durchleitungsgebühr von 45 US-Dollar pro Tonne nicht zahlen will.

BRÜSSEL: Die EU-Kommission legt an diesem Mittwoch ihre Pläne für eine neue Energiestrategie vor. Nach Presseinformationen soll dabei verstärkt auf den Ausbau der Atomenergie sowie erneuerbarer Energien in Europa gesetzt werden. Falls sich beim Stromverbrauch und dem gegenwärtigen Mix verschiedener Energieformen nichts ändere, werde die EU im Jahr 2030 bis zu 65 Prozent ihres Energiebedarfs importieren müssen. Geplant ist, den Markt strenger zu regulieren und für mehr Wettbewerb zu sorgen. Über die Vorschläge sollen im März die Staats- und Regierungschefs der EU auf ihrem Gipfeltreffen entscheiden.

BERLIN: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bleibt in der neu entfachten Diskussion um den Atomausstieg hart und will auch der EU-Kommission nicht nachgeben. Trotz Drängens der Union und der Wirtschaft, den Abschied von der Atomenergie zu ändern, bestand er in einem Interview des Ersten Deutschen Fernsehens auf der Einhaltung des Ausstiegsbeschlusses. Die Einschnitte bei den Öllieferungen aus Russland hatten die aktuelle Debatte ausgelöst. Gabriel betonte, Öl und Strom hätten nichts miteinander zu tun. Atomkraft sei enorm risikobehaftet. Er verwies darauf, dass 17 von 27 EU-Mitgliedsstaaten einen Verzicht auf Atomkraftwerke verfügt hätten oder die Kernenergie gar nicht zur Stromherstellung nutzten.

WIEN: In der österreichischen Hauptstadt werden an diesem Mittwoch die letzten Entscheidungen für eine große Koalition in Österreich getroffen. Der designierte sozialdemokratische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer will am Morgen Bundespräsident Heinz Fischer die Liste mit den Namen der SPÖ-Minister und Staatssekretäre übergeben. Das Kabinett soll dann vermutlich schon am Donnerstag im Nationalrat vereidigt werden. Gusenbauer plant für die kommende Woche seine erste große Regierungserklärung. Der Vorstand der konservativen Volkspartei ÖVP hatte am Dienstag dem Regierungsabkommen mit den Sozialdemokraten zugestimmt und bereits ihre sieben Minister für das Koalitionskabinett benannt. Der noch amtierende Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und sein Finanzminister Karl-Heinz Grasser werden dem neuen Kabinett nicht mehr angehören.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush will an diesem Mittwoch Ortszeit seine angekündigte Strategie für den Irak in einer Rede an die Nation vorstellen. Vorab wurde bereits bekannt, dass er trotz weit verbreiteten Widerstands in der Bevölkerung und bei den oppositionellen Demokraten die Truppenpräsenz um bis zu 20.000 auf dann 160.000 Mann aufstocken will. Der Großteil soll in Bagdad, der Rest in der Unruhe-Provinz Anbar stationiert werden. Ziel sei, bis November die Kontrolle in allen 18 Provinzen zu erlangen. Geplant ist offenbar ferner, mit speziellen Programmen die Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte zu verbessern. Die Demokraten, die die Kongressmehrheit haben, wollen Bush bei einem Treffen vor der Rede zu einer Mitentscheidung drängen.

MANILA: Die Finanz- und Außenminister des Verbandes Südostasiatischer Staaten ASEAN sind zu Beratungen in der süd-philippinischen Stadt Cebu zusammengekommen. Das Themenspektrum reicht vom Kampf gegen den Terrorismus über einen weiteren Ausbau des Handels bis zur Energiesicherheit. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo appellierte an die Teilnehmer aus den zehn Mitgliedsstaaten, die Chance für eine weitere Integration Ostasiens zu nutzen. Die Staats- und Regierungschefs der ASEAN-Staaten treffen sich am Donnerstag. Das Gipfeltreffen war Anfang Dezember wegen einer Warnung vor einem möglichen Terrorangriff verschoben worden.

LIBREVILLE: Der Chef des Internationalen Währungsfonds, Rodrigo Rato, hat an die Geberstaaten appelliert, ihre Versprechen zur Aufstockung der Entwicklungshilfe für Afrika einzulösen. Bisher sei es nur bei den Versprechen geblieben, sagte Rato bei der Eröffnung eines Zentrums für technischen und finanziellen Rat für die zentralafrikanischen Staaten (AFRITAC). Es hat seinen Sitz in Gabuns Hauptstadt Libreville. Erfreut zeigte sich Rato über das kräftige Wirtschaftswachstum von fünf Prozent im Jahr 2006 in diesen Staaten. Er warnte jedoch davor, die Fehler der 70er und 80er Jahre zu wiederholen und neue Schulden zu machen.

SALT LAKE CITY: 2006 ist das wärmste Jahr in den USA seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts gewesen. Es war 1,2 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1901 bis 2000. Dies teilte die für Meere und die Atmosphäre zuständige US-Behörde NOAA mit. Vor allem der Dezember sei wärmer als üblich gewesen. Eine der Ursachen dafür könnte das Wetterphänomen El Nino sein, das Pazifikwasser erwärmt. Noch sei unklar, ob auch der zunehmende Ausstoß von Treibhausgasen ein Grund für die Erwärmung sei. Weltweit war 2006 der Behörde zufolge das sechstwärmste Jahr überhaupt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Nordwesten zieht Regen auf, sonst meist trocken bei Höchsttemperaturen von neun bis 17 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 12 Grad, regnerisch;
Berlin: 12 Grad, stark bewölkt;
Dresden: 10 Grad, leicht bewölkt;
Köln/Bonn: 12 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: 8 Grad, leicht bewölkt und
München: 9 Grad, wolkig.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 10.01.2007
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