1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Das Bundeskabinett hat den Einsatz der Bundeswehr gegen Piraten vor der Küste Somalias beschlossen. Das Mandat für die Beteiligung an der EU-Mission 'Atalanta' sieht den Einsatz von bis zu 1.400 deutschen Soldaten vor. Experten gehen jedoch davon aus, dass einige hundert Soldaten ausreichen werden. Der Bundestag soll am 19. Dezember abstimmen. Insgesamt nehmen an dem ersten Kriegsschiff-Einsatz der EU mindestens acht Länder teil, darunter neben Deutschland auch Großbritannien, Frankreich, Belgien und Spanien. Bislang bemühen sich Kriegsschiffe der NATO darum, Piratenangriffe vor der ostafrikanischen Küste abzuwehren. Die deutschen Fregatten, die dort im Rahmen der Anti-Terror-Mission 'Enduring Freedom' im Einsatz sind, können bisher nur per Nothilfe gegen Piraten vorgehen.

ATHEN: In Griechenland hat nach tagelangen Straßenkrawallen ein Lohnstreik der beiden größten Gewerkschaften das öffentliche Leben nahezu lahmgelegt. Der internationale Flughafen von Athen wurde geschlossen. Auch der öffentliche Nahverkehr und andere Einrichtungen sind betroffen. Mit dem Ausstand wollen die Gewerkschaften ihrer Forderung nach höheren Löhnen und einer stärkeren staatlichen Unterstützung für einkommensschwache Familien Nachdruck verleihen. Nach den viertägigen Ausschreitungen wegen des Todes eines Jugendlichen durch Polizeikugeln werden weitere Krawalle befürchtet. Die Gewerkschafter hatten die Forderung der konservativen Regierung nach einem Verzicht auf den Streik abgelehnt.

PEKING: In der Volksrepublik China ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur der bekannte Bürgerrechtler Liu Xiaobo verhaftet worden. Der Autor und Vorsitzende des chinesischen Pen-Clubs hatte zum 60. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte zusammen mit 300 anderen Intellektuellen und Bürgerrechtlern einen Appell für mehr Demokratie und Freiheit veröffentlicht. Die Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch in China berichtet, die Polizei habe die Festnahme des früheren Philosophie-Professors formal mit Untergrabung der Staatsgewalt begründet.

NEW YORK: NEW YORK Anlässlich des 60. Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte haben die Vereinten Nationen vor zunehmender Ausbeutung der Armen gewarnt. In der aktuellen Wirtschaftskrise müssten Entwicklungsprogramme und soziale Netze erhalten oder sogar ausgeweitet werden, sagte UN-Hochkommissarin Navi Pillay in New York. Armut sei sowohl Ursache als auch Ergebnis von Menschenrechtsverletzungen. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 durch die Vereinten Nationen in Paris verabschiedet. Hintergrund waren die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und der Terror des nationalsozialistischen Regimes.

WASHINGTON Die Weltbank erwartet für 2009 eine massive Bremsung der globalen Wirtschaftsentwicklung. Durch die weltweite Finanzkrise sei der seltene Fall eingetreten, dass eine Rezession in den Industrieländern mit einer akuten Bremsung der Konjunktur in den sich entwickelnden Ländern zusammenfalle, heißt es in dem Gutachten. Die Weltwirtschaft sei an einem Scheideweg, sagte Weltbank-Chefökonom Justin Lin. Er fügte hinzu, die Weltwirtschaft befinde sich im Übergang von einer Phase sehr starken Wachstums in eine Phase beträchtlicher Ungewissheit. Es sei damit zu rechnen, dass erstmals seit 26 Jahren das Volumen des weltweiten Handels zurückgehen werde, so der Chefökonom der Weltbank.

NÜRNBERG: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erwartet für 2009 einen deutlichen Anstieg der Kurzarbeit. Nach Prognosen des Nürnberger Instituts könnte die Zahl der Kurzarbeiter im Jahresdurchschnitt bis auf 200.000 und damit auf den höchsten Wert seit 2002 steigen. Für das laufende Jahr werden durchschnittlich knapp 74.000 Kurzarbeiter erwartet. Die Unternehmen würden unter anderem wegen des Fachkräftemangels auf Kurzarbeit setzen, heißt es weiter. Mit diesem Instrument könnten Firmen in der Krise Fachkräfte an sich binden, die sie im nächsten Aufschwung wieder benötigten. Das Institut ist die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit.

FRANKFURT AM MAIN: 15 Banken und Versicherungsunternehmen haben in der Finanzkrise bisher Staatshilfen beim Bankenrettungsfonds SoFFin beantragt. Insgesamt habe der 'Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung' 150 Anfragen aus der Finanzwirtschaft bekommen, berichtete die 'Börsen-Zeitung'. Zusagen erhalten haben bisher die Landesbanken BayernLB, HSH Nordbank sowie die Commerzbank und der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate. Der Sonderfonds kann Banken mit frischem Eigenkapital ausstatten, ihnen Garantien geben oder riskante Anlagen von Banken übernehmen. Bisher wurden 90 Milliarden Euro an Garantien gegeben. Die Commerzbank hat als einziges Institut Eigenkapital von 8,2 Milliarden Euro als stille Einlage gewährt bekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und gelegentlich Schnee oder Schneeregen. Im Nordwesten etwas freundlicher. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen null und fünf Grad.

Audio und Video zum Thema