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Nachrichten

Mittwoch, 1. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

STOCKHOLM: Schweden übernimmt an diesem Mittwoch für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt nannte als vorrangige Aufgaben die Beschäftigungspolitik, den Kopenhagener Klimagipfel im Dezember sowie die Durchsetzung der Lissaboner EU-Reformverträge. --- Schweden übernimmt den Vorsitz von Tschechien. Dessen Präsidentschaft war oft belastet durch Querelen um die Regierungsmacht in Prag und den europakritischen Staatschef Vaclav Klaus.

TEHERAN: Die iranischen Behörden gehen weiter gegen die Opposition vor. Sie schlossen die Tageszeitung "Etemad Melli", die dem unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karrubi gehört. Das teilte das Blatt auf seiner Webseite im Internet mit. Karrubi hatte ebenso wie Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi das offizielle Wahlergebnis angezweifelt, nach dem Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei der Abstimmung vom 12. Juni im Amt bestätigt worden war. Karubi bekräftigte auf seiner Webseite, er werde den Kampf gegen das umstrittene Ergebnis "mit allen Mitteln" fortsetzen.

WASHINGTON: Die Organisation Amerikanischer Staaten OAS hat der Putsch-Regierung in Honduras eine Frist von drei Tagen gesetzt, um den am Sonntag gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya wieder in sein Amt einzusetzen. Sollte Honduras dem nicht folgen, werde das Land aus der Organisation ausgeschlossen, kündigte der OAS-Vorsitzende José Miguel Insulza an. Zelaya kam in Washington mit dem OAS-Gesandten und argentinischen Außenminister Jorge Taiana zusammen, der von einer gefährlichen Lage sprach. Zelaya bekräftigte, er werde am Donnerstag in Begleitung einer internationalen Delegation nach Tegucigalpa zurückkehren. Der entmachtete Präsident hofft darauf, die Unterstützung der Armee zurückzugewinnen, will aber nach eigenen Angaben dann seine Amtszeit im Januar beenden.

NEW YORK: Eineinhalb Jahre nach dem tödlichen Anschlag auf die frühere pakistanische Regierungschefin Benazir Bhutto hat eine UN-Kommission mit der Untersuchung des Mordes begonnen. Das Gremium unter Vorsitz des chilenischen UN-Botschafters Hector Munoz soll Umstände und Hergang des Attentats beleuchten. Die pakistanische Regierung hat die Vereinten Nationen darum gebeten. Die damalige Führung unter Staatschef Pervez Musharraf hatte den pakistanischen Taliban-Chef Baitullah Mehsud als Drahtzieher der Bluttat ausgemacht. Bhutto war am 27. Dezember 2007 bei einem Selbstmordanschlag während einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi getötet worden.

FRANKFURT AM MAIN: Der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau ist im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 48 Prozent eingebrochen. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer ging das Inlandsgeschäft um 42 Prozent zurück, bei der Auslandsnachfrage gab es ein Minus von 51 Prozent. Eine Entspannung sei nicht in Sicht, sagte der Konjunkturexperte des Verbandes, Olaf Wortmann. Man hoffe aber, dass die Talsohle bis Mitte des Jahres erreicht sei. Der Verband rechnet jetzt damit, dass bis zu 50.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Bisher hatte der VDMA mit einem Verlust von 25.000 Stellen gerechnet.

OSNABRÜCK: Die große Koalition will härter gegen Genitalverstümmelung bei jungen Migrantinnen vorgehen. Nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" haben sich CDU/CSU und SPD auf eine Verschärfung des Strafrechts verständigt, die an diesem Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden soll. Demnach kann die Beschneidung von Mädchen und Frauen künftig lebenslang verfolgt werden. Bisher gilt für Eltern, Mediziner oder traditionelle Beschneider eine Verjährungsfrist von zehn Jahren. Die Neuregelung soll auch für Fälle gelten, die höchstens zehn Jahre zurückliegen. - Nach Schätzungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes lebten derzeit rund 20.000 Mädchen und Frauen ausländischer Herkunft in Deutschland, die Opfer von Genitalverstümmelungen sind.

MORONI: Einer der beiden Flugschreiber der in der Nacht zum Dienstag abgestürzten Passagiermaschine der jemenitischen Gesellschaft "Yemenia" ist vor der Küste der ostafrikanischen Komoren geortet worden. Französische Experten sollen die Bergung der so genannten Black Box beaufsichtigen. Den Absturz des Flugzeugs mit insgesamt 153 Menschen an Bord hat vermutlich nur ein 14-jähriges Mädchen überlebt, das am Dienstag aus dem Indischen Ozean gerettet worden war. - Der 19 Jahre alte Airbus A310 der "Yemenia" war wegen Sicherheitsmängeln in Frankreich nicht mehr zugelassen. Die meisten Opfer waren Exil-Komorer, die in Frankreich lebten. Die komorische Gemeinde in Marseille erhob massive Vorwürfe gegen die jemenitische Fluggesellschaft, die für den Weiterflug ab Sanaa - so wörtlich - "fliegende Särge" einsetze.

ROM: Einen Tag nach dem Flammeninferno in der toskanischen Hafenstadt Viareggio suchen Rettungstrupps in den Trümmern eingestürzter Häuser nach Verschütteten. Gerichtsmediziner identifizierten die ersten drei der mindestens 16 Todesopfer. Von den 36 Verletzten schweben 15 Menschen mit schwersten Verbrennungen in Lebensgefahr. In der Nacht zum Dienstag waren nahe des Bahnhofs, der im Ortskern liegt, mehrere Güterwagen entgleist. Ein Waggon mit Flüssiggas explodierte. Die Flammen griffen rasch auf Wohnhäuser über, mehrere Gebäude stürzten ein. Italienische Experten vermuten, dass der Bruch einer Waggonachse die Katastrophe verursacht hat.

WUPPERTAL/ BERLIN: Die weltberühmte Tänzerin und Choreographin Pina Bausch ist tot. Die Leiterin des Wuppertaler Tanztheaters starb im Alter von 68 Jahren, nur fünf Tage nach einer Krebsdiagnose. Kulturstaatsminister Bernd Neumann würdigte sie als Vorbild und Ikone, grandiose Erfinderin und visionäre Erneuerin. Erschüttert zeigte sich die internationale Kulturszene, insbesondere auch Bauschs Kollegen, wie der Österreicher Johann Kresnik, Sasha Waltz in Berlin oder der Intendant des Hamburg Balletts, John Neumeier. Die in Solingen geborene Künstlerin stand rund vier Jahrzehnte für anspruchsvolles, experimentelles Tanztheater. Sie wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Niederrhein bis zur Nordsee sonnig, sonst neben Aufheiterungen auch Schauer und Gewitter möglich. Höchstwerte zwischen 18 Grad an der Küste und 30 Grad im Südwesten.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 22°, leicht bewölkt;

Berlin: 21°, wolkig;

Dresden: 20°, wolkig;

Köln/Bonn: 21°, leicht bewölkt;

Frankfurt am Main: 22°, leicht bewölkt und

München: 21°, leicht bewölkt.

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