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Nachrichten

Mittwoch, 08. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag.

KABUL: Ungeachtet wiederholter Friedensappelle hoher islamischer Geistlicher dauern in Afghanistan die gewaltsamen Proteste gegen die in Europa veröffentlichten Mohammed-Karikaturen den fünften Tag in Folge an. In Kalat im Süden des Landes eröffnete die Polizei das Feuer auf mehrere hundert Demonstranten, die versucht hatten, das Polizei-Hauptquartier zu stürmen. Vier Angreifer wurden erschossen, zahlreiche verletzt. Am Dienstag war es in mindestens acht Provinzen zu Unruhen gekommen. Mehrere Menschen waren getötet worden, als Demonstranten im Nordwesten und Norden Afghanistans auch auf NATO- und US-Stützpunkte zumarschiert waren.

PORT-AU-PRINCE: Vertreter der Vereinten Nationen und internationale Beobachter haben die Präsidenten- und Parlamentswahl in Haiti als "Erfolg" bewertet. Trotz des Todes von mindestens fünf Menschen, - vor allem durch chaotische Verhältnisse vor den Wahllokalen - war von einer weitgehend friedlichen und geordneten Abstimmung in dem verarmten Karibikstaat die Rede. Der UN-Gesandte für Haiti, Juan Gabriel Valdes, sprach sogar von einem "Triumph für die Demokratie". - Während vielerorts bereits die Auszählung begann, hatten vor anderen Wahllokalen noch lange Menschenschlangen auf ihre Stimmabgabe warten müssen.

KATHMANDU: Begleitet von Boykottaufrufen der Opposition und neuen Angriffen der maoistischen Rebellen haben in Nepal Kommunalwahlen begonnen. König Gyanendra hatte sich vor gut einem Jahr zum alleinigen Machthaber erklärt und sprach jetzt von einem ersten Schritt zurück zur Demokratie. Die Opposition wies dies als Farce zurück. Im Osten Nepals nahmen die kommunistischen Aufständischen nach mehreren Überfällen sieben Regierungsbeamte und drei Polizisten als Geiseln. - Die Opposition berichtete von zahlreichen Festnahmen nach Protestaktionen gegen die Wahl. Aus Mangel an Kandidaten wurde nur in 36 von 58 Städten abgestimmt. Korrespondenten berichteten von zunächst sehr geringer Wahlbeteiligung.

HAMBURG: Der mutmaßliche Terrorhelfer, der Marokkaner Mounir el Motassadeq, ist überraschend bis auf weiteres aus dem Gefängnis entlassen worden. Grund war die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, Motassadeq solange auf freiem Fuß zu lassen, bis über eine Revision in dem Prozess gegen ihn entschieden ist. Motassadeq war im August 2005 in einer Neuauflage des Prozesses wegen der Anschläge vom 11. September in den USA vom Hamburger Oberlandesgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Sowohl seine Verteidiger wie auch die Staatsanwaltschaft legten gegen das Urteil Berufung ein. Die Verfassungsrichter sahen, anders als die Hamburger Richter, keine Fluchtgefahr, die Motassadeqs Verbleib in der Untersuchungshaft rechtfertigten.

WIESBADEN: Deutschland hat im vergangenen Jahr seine Stellung als Exportweltmeister verteidigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden Waren im Wert von rund 786 Milliarden Euro exportiert, ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2004. Wichtigste Handelspartner waren die Länder der Europäischen Union. Importiert wurden laut den Statistikern Waren im Wert von knapp 626 Milliarden Euro. Das Jahr 2005 schloss so mit einem Leistungsbilanzüberschuss von 160,5 Milliarden Euro ab.

STUTTGART: In Baden-Württemberg sind die Streiks im öffentlichen Dienst in den dritten Tag gegangen. Schwerpunkt der Proteste sind Mannheim und Karlsruhe. Die Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstag angekündigt, den Streik noch zu verschärfen. Die kommunalen Beschäftigten in Böblingen, Sindelfingen und Leonberg wurden zur Beteiligung aufgerufen. Auch im Saarland begannen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ihren Ausstand. In Saarbrücken protestierten mehr als 200 Mitarbeiter des Landesbetriebs für Straßenbau gegen die geplante Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden.

DARMSTADT: In Darmstadt haben die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. Verhandelt wird zunächst für die Tarifbezirke Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwölf Monate. Die Arbeitgeber verlangen einen -so wörtlich- kostenneutralen Lohnabschluss. Der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, warnte die Gewerkschaft davor, die geforderten fünf Prozent ließen die Lohnkosten steigen und würden zu einer weiteren Produktionsauslagerung ins Ausland führen. IG-Metall-Vizechef Berthold Huber dagegen verwies auf die guten Verdienste der Branche im vergangenen Jahr. Man sei bereit zur Einigung, schließe notfalls einen Streik aber nicht aus.

BERLIN: Das Kabinett will an diesem Mittwoch ein Gesetz auf den Weg bringen, das eine Kürzung der Renten verhindern soll. Wegen der negativen Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr müssten die Rentner sonst mit weniger Geld rechnen. Die große Koalition hatte zugesagt, dass es bis 2009 keine Rentenkürzung geben wird. Minister Franz Müntefering lehnte derweil Vorstöße ab, bei der geplanten Rente mit 67 bestimmte Berufsgruppen auszunehmen. Mit dem Beschluss, dass der nicht länger arbeiten müsse, der 45 Berufsjahre vorweisen könne, seien auch Berufsgruppen etwa am Bau abgedeckt. Viele Handwerker hätten bereits mit 20 Jahren angefangen zu arbeiten.

WASHINGTON: Um den Wiederaufbau Afghanistans voranzutreiben, wollen die USA dem Land alle Schulden in Höhe von umgerechnet 90 Millionen Euro erlassen. Außenamtssprecher Sean McCormack forderte die anderen Staaten auf, dem Beispiel zu folgen. Deutschland und Russland beabsichtigten bereits einen Schuldenerlass, sagte McCormack. Eine Entschuldung Afghanistans solle über den Pariser Club erfolgen, in dem sich die Gläubigerstaaten zusammengeschlossen haben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und Regen, bis in tiefe Lagen mit Schnee und Graupel vermischt. Tageswerte zwischen ein und sechs Grad.

  • Datum 08.02.2006
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