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Nachrichten

Mittwoch, 07. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch.

BAGDAD: Im Irak sind mehr als 100 Gefangene freigelassen worden. Sie trafen mit Bussen in der Hauptstadt Bagdad ein. Im Laufe des Tages sollen nach Angaben eines US-Vertreters insgesamt 500 Inhaftierte frei kommen. Der neue Regierungschef Nuri al-Maliki hatte am Dienstag die Freilassung von etwa 2.000 irakischen Häftlingen als eine der ersten Maßnahmen auf dem Weg zur nationalen Versöhnung angekündigt. Anhänger des gestürzten Machthabers Saddam Hussein und Terroristen sind von diesem Schritt ausgenommen.

BERLIN/TEHERAN: Die verhalten positive Reaktion des Iran auf das Kompromisspapier der fünf Veto-Mächte und Deutschlands hat neue Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Atom-Konflikts geweckt. Der Westen erwartet nach den Worten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier vom Iran bis Ende Juni eine Antwort. Steinmeier äußerte sich nach einem Treffen mit dem außenpolitischen EU-Beauftragten Javier Solana, der nach Übermittlung des Vorschlags von Teheran aus nach Berlin geflogen war. US-Präsident George W. Bush begrüßte die ersten Reaktionen aus dem Iran. Nun müsse man abwarten, ob die Regierung es ernst meine, sagte Bush. Die politische Führung in Teheran hat eine gründliche Prüfung zugesagt. Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani sprach von positiven Aspekten.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung rechnet damit, dass die Bundeswehr noch mindestens fünf Jahre in Afghanistan bleiben muss. Bisher sei das Land nicht in der Lage, für seine eigene Sicherheit zu sorgen, sagte Jung der 'Allgemeinen Zeitung' in Mainz. Er wies zugleich Vorwürfe zurück, die Bundeswehr schütze indirekt den Mohnanbau in Afghanistan. Vielmehr versuchten die deutschen Soldaten, gemeinsam mit den Wiederaufbau-Teams Strukturen zur Vermeidung der Drogenproduktion zu entwickeln.

DILI: Der umstrittene Regierungschef in Osttimor, Mari Alkatiri, hat nach den schweren Unruhen einer internationalen Untersuchung zugestimmt. Das teilte der UN-Beauftragte für Osttimor, Sukehiro Hasegawa, nach einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten in Dili mit. Einen Rücktritt, wie von aufständischen Soldaten und Teilen der Bevölkerung gefordert, lehnte Alkatiri nochmals ab. Der UN-Gesandte fliegt im Tagesverlauf nach New York zurück, wo er dem Weltsicherheitsrat voraussichtlich die Entsendung von Polizisten mit UN-Mandat nach Osttimor empfehlen wird.

JAKARTA: Im Erdbebengebiet auf der indonesischen Insel Java haben die Gesundheitsbehörden mit der angekündigten Massenimpfung von zehntausenden Menschen begonnen. Die Behörden sprechen von einem Wettlauf gegen die Zeit. Sie befürchten, dass sich in den Notunterkünften mit schlechten sanitären Verhältnissen Infektionskrankheiten wie Tetanus oder Masern ausbreiten.

ABUJA: Bewaffnete haben in Nigeria fünf Ölarbeiter aus Südkorea verschleppt. Die Männer arbeiteten nach Angaben des Außenministeriums in Seoul auf einem Ölfeld im Nigerdelta nahe der Stadt Port Harcourt. Mit den Koreanern wurde auch ein einheimischer Arbeiter gekidnappt. Eine militante nigerianische Gruppe bekannte sich zu der Tat. Sie verlangt die Freilassung zweier inhaftierter Gesinnungsgenossen.

DAKAR: Angesichts der massiven Zunahme illegaler Einwanderung haben sich Vertreter europäischer und afrikanischer Staaten auf einen Aktionsplan geeinigt. Bei einem Treffen in Senegals Hauptstadt Dakar wurde ein von Spanien und Marokko vorgelegtes Konzept mit einigen Änderungen akzeptiert. Danach sollen Grenzkontrollen und die Verfolgung von Schlepperbanden verstärkt werden. Die EU-Staaten wollen jedoch zugleich den Handel sowie die Entwicklungshilfe ausweiten, um jungen Afrikanern im eigenen Land eine wirtschaftliche Perspektive zu eröffnen.

BERLIN: Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, drängt auf eine strikte zeitliche Begrenzung des Einsatzes in der Demokratischen Republik Kongo. Eine Verlängerung der Mission über die geplanten vier Monate hinaus dürfe es nicht geben, sagte Schneiderhan der 'Süddeutschen Zeitung'. Ansonsten hätten er und Verteidigungsminister Franz Josef Jung ein - so wörtlich - 'riesiges Glaubwürdigkeitsproblem'. Die Bundeswehrsoldaten selbst bezeichnete Schneiderhan als gut vorbereitet und gut motiviert. Auf Beschluss des Bundestages werden sich 780 deutsche Soldaten an der EU-Mission im Kongo beteiligen. Dort sollen am 30. Juli Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abgehalten werden.

DÜSSELDORF: Im Tarifkonflikt der Ärzte an Universitäts- und Landeskliniken plant nun auch Nordrhein-Westfalen separate Gespräche mit der Gewerkschaft Marburger Bund. Dies bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums. In der vergangenen Woche hatten sich bereits die bayerische Regierung und der Marburger Bund auf eine separate Regelung verständigt. An diesem Mittwoch wollen die Ärzte an den Unikliniken in Freiburg und Tübingen sowie an der Medizinischen Hochschule Hannover über eine Verschärfung des Arbeitskampfes entscheiden. - Der Marburger-Bund warnte unterdessen vor einem Übergreifen der Streiks auf die kommunalen Krankenhäuser. Deren Mediziner verlangen ebenfalls höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen.

WIESBADEN: In Deutschland geht die Zahl der Firmenpleiten weiter zurück. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, meldeten in den Monaten Januar bis März 8.410 Unternehmen Insolvenz an. Das waren 8,4 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal. Die Statistiker verzeichnen bereits seit Anfang 2005 einen Rückgang bei den Unternehmenszusammenbrüchen. - Dagegen stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um gut 50 Prozent auf über 21.700.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend trocken, nur von Bayern bis Sachsen wolkiger mit etwas Regen. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen 15 und 20 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 12 Grad, fast wolkenlos

Berlin: 14 Grad, leicht bewölkt

Dresden: 10 Grad, stark bewölkt

Köln/Bonn: 12 Grad, fast wolkenlos

Frankfurt am Main: 13 Grad, fast wolkenlos

München: 10 Grad, leicht bewölkt