1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Mittwoch, 01. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch

BERLIN: Der Axel Springer-Verlag gibt die Bemühungen um eine Übernahme der Sendergruppe Pro-Sieben-Sat-1 auf. Die wirtschaftlichen und juristischen Schwierigkeiten seien zu groß, teilte Springer in Berlin mit. Das Bundeskartellamt hatte dem Konzern den Kauf der Sendergruppe aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagt. Springer hätte die Möglichkeit gehabt, dagegen zu klagen oder das Votum des Kartellamts mit seiner so genannten Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos aushebeln zu lassen. - Pro-Sieben-Sat-1-Besitzer Haim Saban äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung Springers. Nun würden alle Alternativen geprüft.

BAGDAD: Die Entführer der beiden deutschen Ingenieure im Irak haben mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht. In einem neuen vom arabischen Sender El Dschasira ausgestrahlten Video fordern die Geiselnehmer die Bundesregierung ultimativ auf, die deutsche Botschaft in Bagdad zu schließen und die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einzustellen. Zudem müssten alle deutschen Unternehmen den Irak verlasssen. Zur Erfüllung dieser Forderungen setzten die Entführer eine Frist von 72 Stunden. Unklar ist, wann das Ultimatum abläuft. - Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte mit, der Krisenstab werde unter Leitung von Minister Frank-Walter Steinmeier die Lage erörtern. Steinmeier werde auch das Kabinett informieren.

BAGDAD: Ein Selbstmordattentäter hat in der irakischen Hauptstadt mindestens acht Menschen mit in den Tod gerissen. Der Mann habe einen Sprengstoffgürtel getragen und in der Nähe einer Gruppe wartender Tagelöhner im Osten Bagdads gezündet, berichteten Polizisten. Mehr als 30 Personen wurden verletzt.

RAMALLAH: Hunderte israelischer Grenzpolizisten und Soldaten - mit Spezialausrüstung und zum Teil zu Pferde - sind gegen die militanten Besetzer der jüdischen Kleinsiedlung Amona im Westjordanland vorgerückt. Die anstürmenden Sicherheitskräfte wurden mit brennenden Reifen und einem Steinhagel empfangen. Das Oberste Gericht hatte zuvor die von der Regierung geplante sofortige Räumung der neun, von meist jugendlichen Aktivisten verteidigten Häuser angeordnet. Bis zu 5.000 ultranationalistische Israelis sollen sich in der illegalen Enklave verschanzt haben. Am Vortag hatten 300 Siedler eine Militärbasis gestürmt und eine Straße blockiert.

TEHERAN: Der Iran bleibt im Streit um sein Atomprogramm weiter hart. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte in einer Ansprache, sein Land habe ein Recht auf die Nutzung der Kernenergie. Der Iran werde dem internationalen Druck standhalten, bis dieses Recht voll erfüllt sei. - Die Internationale Atomenergieorganisation will am Donnerstag über eine Einschaltung des UN-Sicherheitsrates in den Atomkonflikt entscheiden.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat den globalen Führungsanspruch seines Landes bekräftigt. In seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress in Washington sagte Bush, die Vereinigten Staaten seien dem historischem Ziel verpflichtet, die Tyrannei in der Welt zu beenden. Als gefährlichsten Gegner der Freiheit bezeichnete der US-Präsident den gewaltbereiten islamischen Fundamentalismus. - Bush kündigte zudem zahlreiche Initiativen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft an.

LONDON: Der britische Premierminister Tony Blair ist im Parlament mit einem Gesetzentwurf gegen religiösen Extremismus am Widerstand seiner eigenen Partei gescheitert. Bei zwei Abstimmungen im Londoner Unterhaus verfehlte der Entwurf die erforderliche Mehrheit. Zahlreiche Labour-Abgeordnete verweigerten Blair die Gefolgschaft, weil sie das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in Gefahr sahen. Die geplante Neuregelung sah Strafen für so genannte Hassprediger mit aufwiegelnder und hetzerischer Rhetorik vor.

HANNOVER: In Niedersachsen sind mehrere tausend Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in den Warnstreik getreten. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi legten unter anderem Mitarbeiter in acht Krankenhäusern in der Region Hannover sowie in Straßenmeistereien und Abfallbetrieben die Arbeit nieder. Im Laufe des Tages würden die Streikaktionen ausgeweitet, kündigte die Gewerkschaft an. Die Proteste richten sich gegen die Absicht der niedersächsischen Kommunen, die Arbeitzeiten zu verlängern und Sonderzahlungen zu streichen.

BERLIN: Die große Koalition hat ihren Streit um die Neugestaltung der Familienförderung beigelegt. Union und SPD einigten sich auf einen Kompromiss, wonach berufstätige Eltern sowie Alleinerziehende zwei Drittel der Betreuungskosten pro Kind und Jahr bis zur Grenze von 4.000 Euro von der Steuer absetzen können. Familien mit nur einem berufstätigen Elternteil können Betreuungskosten für drei- bis sechsjährige Kinder steuerlich geltend machen. Familienministerin Ursula von der Leyen, CDU, sprach von einem wichtigen Schritt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

KATHMANDU: In Nepal sind vor den geplanten Protesten zum Jahrestag der Machtübernahme durch König Gyanendra hunderte Oppositionelle festgenommen worden. Der Monarch wies in einer TV-Ansprache Kritik aus dem In- und Ausland an seiner Herrschaft zurück. Trotz des Boykotts der meisten Parteien und der Angriffe der maoistischen Rebellen würden die für den 8. Februar angesetzten Kommunalwahlen stattfinden und die Demokratie festigen, sagte Gyanendra. Die Opposition hat diesen Mittwoch zum "Schwarzen Tag" erklärt und zu landesweiten Massenkundgebungen aufgerufen. - Bei schweren Gefechten mit kommunistischen Rebellen im Westen Nepals wurden mindestens 20 Polizisten und Soldaten getötet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Nachmittag im Norden neblig-trüb, in der Mitte und im Süden teils neblig, teils sonnig. Tagestemperaturen zwischen null und minus fünf Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: ein Grad, bedeckt; Berlin: minus zwei Grad, bedeckt; Dresden: minus fünf Grad, Glatteisregen; Köln/Bonn: minus neun Grad, dunstig; Frankfurt am Main: minus sieben Grad, dunstig und München: minus acht Grad, Nebelschwaden.