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Pressemitteilungen

Mitstreiter Ken Saro-Wiwas: Trotz Veränderungen eher ernüchternde Bilanz in Nigeria

Ibiba DonPedro und Ben Naanen bei der Deutschen Welle

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Ibiba DonPedro (l.) und Ben Naanen besuchten am Montag, 8. November bei der DW. Rechts: Thomas Mösch, Leiter von DW-RADIO/Haussa


Der friedliche Protest der Ogoni hat die Politik in Nigeria und das Auftreten der Ölkonzerne maßgeblich verändert. Das sagte der Historiker und frühere Mitstreiter des Schriftstellers und Bürgerrechtlers Ken Saro-Wiwa, Ben Naanen, bei einem Besuch in der Deutschen Welle. "Die können heute nicht mehr 'Business as usual' machen", berichtete Naanen. "Die Regierung stellt sich Themen wie Umweltschutz und Menschenrechte, die Ölkonzerne mussten ihre Politik gegenüber den Gemeinden im Delta überdenken." Auf lokaler Ebene sei dieser Wandel allerdings noch nicht zu spüren: So setzten zum Beispiel Mitarbeiter der Ölkonzerne Vorgaben aus den Zentralen vor Ort nicht um. Insofern zogen Naanen und die nigerianische Journalistin Ibiba DonPedro Naanen zehn Jahre, nachdem das damalige nigerianische Militärregime unter General Sani Abacha Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter aus dem Volk der Ogoni hinrichten ließ, eine eher ernüchternde Bilanz.

Die Menschen des Niger-Deltas lebten immer noch in Armut und ständiger Furcht vor Gewalt, so Naanen, einst Generalsekretär der von Saro-Wiwa gegründeten Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes (MOSOP) und heute Mitglied in deren Präsidium. DonPedro, die ebenfalls aus dem Niger-Delta stammt, bestätigte diese Einschätzung. "Für Journalisten und Menschenrechtler ist es heute in den Ölfördergebieten sogar eher gefährlicher als unter dem Militärregime", betonte sie. "Damals mussten wir uns nur vor den Soldaten in Acht nehmen und die Gemeinden haben uns vor ihnen gewarnt. Heute sitzt in jedem Dorf eine bewaffnete Miliz, die es auf uns abgesehen hat", erklärte die 2003 von CNN zur "Afrikanischen Journalistin des Jahres" gekürte Ibiba DonPedro gegenüber der DW.


Am 10. November 1995 hatte Nigerias damaliges Militärregime neun Ogoni-Bürgerrechtler nach einem Schauprozess hinrichten lassen. Saro-Wiwa und seine Mitstreiter hatten das kleine Ogoni-Volk organisiert und erfolgreich gegen die Zentralregierung und den in Nigeria führenden Shell-Konzern Widerstand geleistet. Im Zentrum des Protestes standen ihre Forderungen nach Beseitigung der massiven Umweltschäden und nach einem gerechten Anteil an den Öleinnahmen.


Ibiba DonPedro und Ben Naanen besuchten die DW im Rahmen einer Deutschland-Rundreise, die von der Initiative Pro Afrika organisiert wurde.

8. November 2005
247/05

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  • Datum 08.11.2005
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