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Hintergrund

Mitmachinternet: Bild- und Videoplattform Sevenload

Hobbyfotografen und -filmer können ihre Bilder und Filme auf vielen Plattformen ins Internet stellen. Eine davon ist Sevenload. 1,8 Millionen Bilder und Filmchen gibt es auf der Seite schon zu sehen.

Startseite Rob Vegas

Begrüßt als singender Showmaster wöchentlich seine Fans: Rob Vegas

Ein Baby mit aufgeklebtem Irokesenschnitt, Sonnenblumen in Nahaufnahme und ein paar leicht bekleidete Damen beim Baden im See - ein Bildermix auf der Startseite von Sevenload. Wer sich auf die Internetseite klickt, kann sich so viele Bilder und Videos anschauen wie er will. Und wer sich anmeldet, kann auch eigene Schnappschüsse und Filme hochladen. Hauptsache, sie sind selbst gemacht. Und zeigen keine gewaltverherrlichenden, volksverhetzenden oder pornographischen Motive. Wenn doch, fliegen sie raus. Ansonsten gibt es keine Qualitätskriterien.

Screenshot der Sevenload-Seite

Hinter jedem Foto verbirgt sich eine Geschichte, wenn man nachfragt

140.000 Hobbyfotografen und Videotüftler haben sich bisher bei Sevenload angemeldet. Manche laden täglich neues Material hoch, andere nur ab und zu. Jeder kann selbst bestimmen, ob seine Inhalte für alle Besucher der Seite sichtbar sind oder nur für solche, die von ihm dafür ein Passwort bekommen, erklärt Sevenload-Erfinder Ibrahim Evsan. Der 31-Jährige hat das System für die Plattform entwickelt und freut sich über das gemischte Publikum.

Familienfeste und Showmaster

Familien sind dabei, die von großen Festen ganze Alben ins Netz stellen. Showtalente, die eigene Sendungen entwickeln und produzieren - und Fotofans, die sich mit Gleichgesinnten auf der Plattform über Motive und Techniken austauschen.

Warum sie das tun? "Im Grunde mache ich das für mich selber. Und für meine Freunde, eigentlich für alle, denn wenn ich was hochlade, möchte ich das irgendwie allen zeigen," sagt ein Sevenload-User aus Bonn. Bei einem anderen Mitglied aus der Schweiz entstanden mit der Zeit intensive Kontakte über Sevenload. "Man wartet dann gespannt auf die neuen Bilder der Bekannten, Freunde und der neuen User."

Es darf ruhig menscheln

Ibrahim Evsan

Sevenload-Erfinder Evsan hat ein ganzes Jahr an der Software getüftelt

Das Internet läuft nicht mehr nur von Computer zu Computer, sondern immer mehr von Mensch zu Mensch. Auf Nachfrage erzählen die User die Geschichten zu ihren Bildern. Und die sind manchmal interessanter als die Fotos an sich. Die Registrierung auf der Seite ist kostenlos, finanziert wird das ganze durch den Weiterverkauf der Software an große Firmen, die damit ihre interne Kommunikation gestalten. Und natürlich durch Werbung.

Wie auch bei anderen Plattformen kristallisieren sich bei Sevenload die Stars der Internetseite heraus. Meistens sind das Mitglieder der "Sevenload-Familie", wie Ibrahim Evsan sie nennt, deren Videos besonders häufig angeklickt werden. Wer auffällt und gut ist, wird gefördert. Er bekommt von Sevenload Unterstützung bei der Produktion und wird auf der Seite besonders beworben. So zum Beispiel Rob Vegas mit seiner wöchentlichen "Mindtimeshow" oder Alex mit "AlexTV".

Chance für die Stefan Raabs von morgen?

Sevenload-Chef Ibrahim Evsan sieht in der Entwicklung des "Mitmachinternets" eine große Chance für Nachwuchstalente: "Ich glaube, dass Fotografen und Videokünstler heute die Möglichkeit haben, sehr günstig und schnell an ein Zielpublikum zu kommen - mit weit über 4 Millionen Nutzern, die Sevenload erreicht." Er glaubt, dass die Stefan Raabs der Zukunft auf seiner Internetseite entdeckt werden.

Ästhetisch und inhaltlich sind die Videos und Bilder bei Sevenload nicht immer erste Sahne. Die Shows sind oftmals eine Ansammlung von Banalitäten. Aber sie scheinen anzukommen. Unter den Nutzern entwickeln sich Netzwerke und virtuelle Freundschaften. Und manchmal werden daraus auch reale Kontakte. Zum Beispiel bei Sevenload-Treffen. Da wird dann übers Fotografieren und Filmen geredet, Bilder werden geknipst und anschließend ins Internet gestellt. Dieser persönliche und freundliche Umgang untereinander ist für Sevenload-Nutzer mit ein Grund, ihre Bilder gerade auf dieser Seite einzustellen. Der Umgangston auf bekannteren Plattformen ist oft ein wenig harscher.

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