1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Mitglied des Friedensrates in Afghanistan getötet

Die Bemühungen der afghanischen Regierung um eine Aussöhnung mit den Taliban erlitten einen weiteren Rückschlag: Erneut wurde ein prominentes Mitglied des Hohen Friedensrates ermordet.

Acht Monate nach dem Mord an Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani ist Arsala Rahmani von Unbekannten in Kabul erschossen worden. Auf Rahmani sei auf der Fahrt zum Büro aus einem anderen Auto heraus das Feuer eröffnet worden, sagte ein Polizeisprecher. Das Mitglied des Friedensrates war auf dem Weg zu einem Treffen mit Gesetzgebern und anderen Gesetzeshütern in einem streng abgesperrten diplomatischen Zentrum in Kabul.

Angriff auf die Friedensbemühungen

Rahmani stand dem Ratskomitee für Taliban-Gefangene vor und war ein enger Berater von Präsident Hamid Karsai. Er soll Kontakte zu den Aufständischen unterhalten haben, mit denen Karsai eine Aussöhnung herbeiführen will. Unter dem Ende 2001 gestürzten Taliban-Regime war Rahmani Vize-Bildungsminister gewesen.

Die Taliban hatten kürzlich den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive verkündet und damit gedroht, Regierungsangestellte, Ausländer und Angehörige des Friedensrates zu töten. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid wies jedoch eine Tatbeteiligung der Aufständischen zurück. Eine Beteiligung an der Tötung Rabbanis haben die Taliban allerdings weder bestätigt noch dementiert.

Afghanen übernehmen weitere Gebiete von der Nato

Trotz der Gewalt schreitet die Übergabe der Verantwortung von der Nato an die afghanischen Sicherheitskräftevoran. Eine Woche vor dem Nato-Gipfel in Chicago verkündete Karsais Sprecher Aimal Faisi den Beginn der dritten Phase des Übergangs. Faisi sagte, nach deren Abschluss würden drei Viertel Bevölkerung in Gebieten unter Kontrolle der afghanischen Sicherheitskräfte leben. Bislang ist das ungefähr jeder zweite Afghane. Die Dauer der Übergabe sei regional unterschiedlich.

Mit der Übergabe soll der Militäreinsatz der Nato mit derzeit rund 130.000 Soldaten bis Ende 2014 schrittweise beendet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Afghanen selbst für Sicherheit in ihrem Land sorgen können. Ein kleiner Teil der NATO-Truppen soll dennoch vor Ort bleiben, um die Sicherheitskräfte des Landes weiter auszubilden und zu beraten.

Bis 2014 sollen 352.000 einheimische Soldaten und Polizisten im ganzen Land die Verantwortung übernommen haben. Die Übergabe erster Regionen hatte im Juli vergangenen Jahres begonnen. Die zweite Phase schloss sich im Dezember an.

GD/rv/nis/wl (afp, rtr, dpa, dapd)

Die Redaktion empfiehlt