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Wirtschaft

Mit Vollgas nach China und Bahrain

Schwere Zeiten kommen auf die Formel 1 zu, die am Sonntag (7.3.) in die neue Saison gestartet ist. Die Königsklasse des Autorennsports muss angesichts der Wirtschaftsflaute sparen. Dem Publikum fehlt das Geld.

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Die Formel Eins setzt auf profitable Rennstrecken außerhalb Europas


Mehr PS und mehr Geld - diese einfache Formel galt bis vor kurzem für die Königsklasse im Motorsport. Doch die goldenen Zeiten sind vorbei, so dass sich Rennzirkus-Impressario Bernie Ecclestone etwas einfallen lassen musste, wie Oliver Zils vom Fach-Magazin "Horizont Sport Business" meint: "Die Formel Eins ist im Umbruch. Und deswegen hat sie in dieser Saison auch ein neues Gesicht, beziehungsweise neue Standorte."

Tabakwerbeverbot trifft Formel 1

Aufgrund des Tabak-Werbeverbots, sinkender TV-Quoten, sinkender Zuschauerzahlen an den Rennstrecken in Europa - also dem vormaligen Kernmarkt der Formel Eins - habe man sich nach neuem Publikum umgeschaut und dies auch gefunden, erklärt Zils. "Es gibt zwei neue Rennstrecken: eine in Shanghai, eine in Bahrain. Und dafür verschwindet Zeltweg in Österreich vom Rennkalender." Und: auch noch einige andere europäische Standorte seien Wackelkandidaten. Das werde dann möglicherweise in den nächsten Saisons Konsequenzen haben, so Zils weiter.

So sollen Rennstrecken in Istanbul, in Indien und in Südkorea demnächst auf dem Rennkalender der Weltmeisterschaft sein. Dafür stehen das italienische Imola und das britische Silverstone auf der Streichliste. Besonders das ab dem Jahr 2005 in Europa geltende Werbeverbot für Tabak macht der Formel Eins zu schaffen. Derzeit werden 270 Millionen Dollar von der Tabakindustrie in den Motorsport-Zirkus geblasen.

Problem nicht einfach lösbar

Das Ausweichen auf andere Weltregionen wird die finanziellen Probleme alleine aber nicht lösen können. Die zehn Rennställe verbrennen mit ihren teuren Motoren und hohen Fixkosten auch in diesem Jahr geschätzte zwei Milliarden Euro. Da sind Sparmaßnahmen angesagt:

"Motoren müssen ab dieser Saison zwei Renntage halten, 2005 sollen es schon zwei Rennwochenenden sein und 2006 ist geplant", so Zils, "dass ein Motor sechs Rennwochenenden hält. Das heißt, man spart unheimlich Geld, denn die Entwicklung und der Bau eines Motors kosten ungefähr 300.000 Euro." Die Kosten müssen runter, denn die Auto-Hersteller leiden unter Absatzproblemen wegen der globalen Wirtschaftsflaute.

Teuer aber sinnvoll

Dennoch macht es für die Produzenten Sinn, bei der teuren Leistungs-Show dabei zu sein. "Beispielsweise für Jaguar ist es nicht entscheidend alles zu tun, um zu siegen, sondern es ist wichtig mitzufahren, im Konzert der Großen Kompetenz zu beweisen, technische Präzision zu zeigen und dann über Incentive-Maßnahmen die Kommunikationsziele zu erreichen."

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