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Wirtschaft

Mit Verlusten ins Wochenende

Der DAX wurde von Kursverlusten des Index-Schwergewichts Telekom belastet, außerdem drückten kritische Analystenkommentare zum weltgrößten Chiphersteller Intel auf die Technologietitel im DAX.

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Der Schuldenberg ist nicht zu übersehen - Telekom-Chef Ron Sommer

Nach einer kurzen Erholungspause am Donnerstag ging es Freitag wieder nach unten am Frankfurter Aktienmarkt. Der DAX schloß mit 2,2 Prozent im Minus bei 4746 Punkten. Am Neuen Markt verlor der Nemax-50-Index 1,8 Prozent und ging mit 964 Zählern ins Wochenende.

Die Telekom-Aktie war eines der Schlußlichter im DAX. Das Unternehmen schließt nicht aus, den für dieses Jahr geplanten Börsengang ihrer Mobilfunktochter T-Mobil über das Jahr 2002 hinaus zu verschieben. Die Telekom ist mit 65 Milliarden Euro verschuldet. Um diesen Berg abzubauen, sind die Erlöse aus dem Börsengang, etwa 10 Milliarden Euro, eigentlich fest eingeplant. Zudem sind die Chancen für den Verkauf des Telekom- Kabelnetzes an Liberty Media nach Einschätzung von Konzern-Chef Ron Sommer "sehr gering". Jetzt befürchten Anleger, dass der Schuldenabbau sich weiter verzögert. Wenn dann noch die Ratingagenturen die Kreditfähigkeit der Telekom herabstufen sollten, kommen höhere Zinsen auf das Unternehmen zu. All das drückte auf den Kurs, die T-Aktie verlor über vier Prozent.

Auch die Technologiewerte tendierten schwach. Siemens, die Töchter Infineon und Epcos und das Softwarehaus SAP verzeichneten Verluste zwischen drei und fünf Prozent. Händler sagten, dies sei die Folge der Herabstufung von Intel am Vortag. Amerikanische Analysten hatten sich negativ über das Papier des weltgrößten Chipherstellers geäußert.

Auch die Aktien der Deutschen Post standen auf der Verliererseite. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung muss sich die Post auf massive Steuernachzahlungen einstellen. Die Post wies den Bericht als unbegründet zurück. Der Aktie half das nichts, für sie ging es drei Prozent noch unten.

Chemietitel konnten sich dagegen relativ gut behaupten. Grund hierfür sei der positive Ausblick des niederländischen Chemie- und Pharmakonzerns Akzo Nobel gewesen, hieß es an der Börse.

Die Aktie von DaimlerChrysler hat nach Meinung der Analysten der Landesbank Baden-Württemberg gute Chancen, in den kommenden 12 Monaten von jetzt gut 40 auf 60 Euro zu steigen. Die Banker verwiesen auf den rechnerischen Buchwert des Konzerns, der bei 40 Euro je Aktie liege. Es sei selten, dass eine Aktie an der Börse unter den Wert des Eigenkapitals eines Unternehmens falle. Von daher dürfe man optimistisch eingestellt sein, so die Analysten. Die Händler kümmerten sich am Freitag allerdings nicht um die Empfehlung, die Aktie verlor über ein Prozent.

Am Rentenmarkt stieg der Bund-Future um 0,3 Prozent auf 107,79 Punkte. Der Rentenmarkt-Index Rex gewann 0,26 Prozent auf 112,8 Zähler nach. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag mit 4,77 Prozent fest, fünf Basispunkte unter dem Vortag.

Die Schlußkurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

Adidas-Salomon 73,50 -1,75
Allianz 243,50 -5,35
BASF 42,71 0,63
Bayer 34,05 -0,15
Bay. HypoVereinsbank 32,81 -0,78
BMW 40,38 -1,12
Commerzbank 18,22 -0,20
DaimlerChrysler 43,10 -0,59
Degussa 33,52 0,01
Deutsche Bank 64,45 -0,78
Deutsche Post 14,41 -0,44
Deutsche Telekom 15,19 -0,70
E.ON 55,60 -1,04
Epcos 39,85 -1,44
Fresenius Medical Care 57,60 0,10
Henkel 65,35 0,93
Infineon Technologies 23,61 -0,84
Linde 53,20 0,23
Lufthansa 17,20 -0,16
MAN 25,65 -0,10
Metro 37,15 -0,05
MLP 60,70 -1,60
Münchener Rück 262,90 -6,10
Preussag 31,80 0,06
RWE 40,30 -0,85
SAP 149,00 -6,00
Schering 66,57 0,73
Siemens 61,82 -3,18
ThyssenKrupp 16,74 0,14
VW 50,29 -0,96

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Ein Euro entspricht:

0,8747 US-Dollar
117,07 jap. Yen
0,6117 brit. Pfund

  • Datum 22.02.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1sUu
  • Datum 22.02.2002
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