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Politik

Mit "Uncle Ben’s" gegen den Dschihad!

Mit Massenprodukten, Fastfood und Hollywood in den "Glaubenskrieg": DW-Korrespondent Rüdiger Lentz erläutert, wie die USA an der Wertefront aufrüsten.

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Gegen den Heiligen Krieg, den Osama Bin Laden ausgerufen hat, will Amerika jetzt mit einem "Krieg der Worte" zu Felde ziehen. Charlotte Beers - Staatssekretärin im US-Außenministerium - wird die weltweite Kampagne um die Herzen Amerikafeindlicher Muslime anführen. Was sie dafür auszeichnet? Sie war für die erfolgreiche Marketingkampagne der beiden amerikanischen Massenprodukte "Uncle Ben’s Rice" und das Shampoo "Head and Shoulders" verantwortlich. Ihr neuer Chef US-Außenminister Colin Powell bekannte öffentlich, dass man der Überzeugungsfähigkeit dieser Frau kaum entkommen könne. Auch er müsse immer Uncle Ben’s essen.

Bei soviel professioneller Kompetenz für die Verpackungskünstlerin Beers bleibt nur noch die Frage nach dem Inhalt zu klären. Der soll "rational" und "überzeugend" sein und die amerikanischen Werte wie Freiheit und Toleranz weltweit besser vermarkten.

Da passt es gut, dass auch McDonald's bereits in diese "Wertekampagne" eingestiegen ist. Die Fastfood-Kette bietet seit kurzem auch Moslem-Food an. Und da es sich, so Charlotte Beers, bei den Moslems in den USA um die am schnellsten wachsende Religionsgemeinschaft handele, müsse jedes Verkaufsteam diese Zahlen ernst nehmen.

Auch Hollywood hat bereits seine Unterstützung beim Kampf an der Wertefront zugesagt. Bleibt nur noch zu spekulieren, ob als erstes Rambo IV oder V im Hindukusch abgedreht wird oder aber die dramatische Rettungsaktion der acht westlichen Entwicklungshelfer aus den Händen der terroristischen Taliban das Rennen um den nächsten Kinohit für sich entscheiden wird. Über die Filmrechte des letzteren zumindest, so hört man hier in Washington, wird schon ernsthaft verhandelt. Und da auch Al Kaida Terroristen hin und wieder ins Kino gehen, kann man dann vielleicht sogar hoffen, dass sie nach Ansicht dieser Herz und Schmerz Geschichte ihre Waffen am Kinoausgang freiwillig abgeben werden. Oder halten Sie das etwa für unrealistisch?