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Aktuell Amerika

Mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Demonstranten in Brasilien

Einmal mehr ist eine Demonstration gegen die Fußball-WM unfriedlich beendet worden. 2500 Menschen protestierten in Brasilia gegen die hohen Ausgaben für die Fußballweltmeisterschaft, darunter auch Ureinwohner.

Indianische Ureinwohner, Obdachlose, Ältere und Kinder marschierten zunächst friedlich in Richtung des WM-Stadions in der Hauptstadt Brasilia. Ein massives Polizeiaufgebot stoppte den Protestzug dann kurz vor Erreichen des umstrittenen Nationalstadions Mané Garrincha mit Tränengas, Knallbomben und Schlagstöcken. Die öffentliche Ausstellung des WM-Pokals vor der Arena wurde abgebrochen.

Daraufhin wurden aus der Menge heraus Steine auf die Sicherheitskräfte geschleudert. Indianer schossen Pfeile ab. Zuvor waren etwa 500 Ureinwohner in traditioneller Kleidung auf das Parlamentsgebäude geklettert und hatten auf dem Dach protestiert. Sie forderten mehr Rechtssicherheit für Landflächen und Reservate.

Brasilianer sind wütend

Wegen der immensen Kosten für die Fußball-WM richtet sich der Zorn vieler Brasilianer gegen die Behörden und das Sportereignis an sich. Immer wieder gab es in den vergangenen Wochen Proteste, die nicht selten in Gewalt endeten. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in Prestigeprojekte zu stecken und wichtige andere nationale Aufgaben zu vernachlässigen. Der Stadionneubau in Brasilia ist besonders in die Kritik geraten. Das gesamte Projekt kostet mit umgerechnet etwa 620 Millionen Euro fast drei mal so viel wie ursprünglich veranschlagt.

Die Fußball-Weltmeisterschaft wird am 12. Juni in Sao Paulo eröffnet. In Brasilia werden vier Gruppenspiele, ein Achtel- und ein Viertelfinale sowie das Spiel um Platz drei ausgetragen.

se/wa (dpa, ape, afp)

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