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Lateinamerika

Mit Tränengas und Gewalt gegen Maduro-Gegner

Seit Wochen demonstrieren die Venezolaner gegen Präsident Maduro. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Opposition hat neue Massenproteste gestartet. Die Zeichen stehen einmal mehr auf Konfrontation.

Video ansehen 00:25

Massenproteste in Venezuela

An dem neuen von den Regierungsgegnern ausgerufenen Protesttag gegen den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro haben sich nach Schätzungen des Oppositionsbündnisses rund 200.000 Menschen beteiligt. Allein in der Hauptstadt Caracas versammelten sich demnach rund 160.000 Demonstranten zu einem Protestzug Richtung Innenministerium. In allen 23 venezolanischen Bundesstaaten kam es zu Großkundgebungen.

In Caracas zogen die Demonstranten über eine der wichtigsten Autobahnen in Richtung Innenministerium im Stadtzentrum, mit Stöcken und Steinen bewaffnet - bereit, sich gegen die Sicherheitskräfte zur Wehr zu setzen. Viele trugen in Erwartung einer Auseinandersetzung mit der Polizei, die dann auch eintrat, selbst gemachte Schutzmasken.

Venezuela Caracas - Proteste gegen Maduro (Reuters/C. G. Rawlins)

Not macht erfinderisch: Schutzmasken gegen Tränengas - Marke Eigenbau

Die Sicherheitskräfte gingen massiv mit Tränengas gegen die Menschenmenge vor. Soldaten bauten an den wichtigsten Zugangsstraßen zum Zentrum der Hauptstadt Barrikaden auf. Vorsorglich schlossen Sicherheitskräfte mindestens zehn Metro-Stationen.

Venezuela - weitere Proteste gegen Maduro (Reuters/C. Veron)

Über die Autobahn in Richtung Caracas-Zentrum

"Marsch der Millionen"

Die rechtsgerichtete Opposition, die seit Wochen fast täglich auf die Straße geht, erwartete zu ihrem "Marsch der Millionen" die größte Demonstration seit Beginn ihrer jüngsten Protestwelle Anfang April. "Je mehr Repression, desto mehr Widerstand und Kampf für Venezuela", sagte Oppositionsführer Henrique Capriles vor Beginn des Protestzuges zum Innenministerium. Gemünzt auf Staatschef Nicolás Maduro schrie er: "Bandit, Korrupter, verschwinde."

Der sozialistische Präsident Maduro will sich derweil im Jubel seiner Anhänger sonnen. In einem anderen Teil von Caracas ist eine Veranstaltung mit Arbeitern geplant, die ihn unterstützen.

Militär marschiert in von deutschen Einwanderern bewohnte Ortschaft ein

In der von deutschen Einwanderern gegründeten Kleinstadt Colonia Tovar, 70 Kilometer westlich von Caracas, ist es im Zuge des Machtkampfes zwischen Oppositions- und Regierungsanhängern zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Der Ort wurde bis auf weiteres unter Militärkontrolle gestellt. Bei Protesten sei von Gegnern Maduros ein Verwaltungsgebäude angezündet worden, berichtete das Portal "El Nacional". Das Militär sei mit zahlreichen Lastwagen angerückt und kontrolliere die Ortseingänge, sagten Bewohner der 21.000 Einwohner-Stadt, die bis heute mehrheitlich von Nachfahren deutscher Einwanderer bewohnt wird, der Deutschen Presse-Agentur. Es habe teils chaotische Szenen gegeben. Die Nationalgarde soll ein 13 Jahre altes Mädchen angefahren und dabei verletzt haben.

Venezuela - Colonia Tovar: Deutsche Kolonie in Venezuela zwischen Tourismus und Tradition (picture-alliance/dpa/G. Ismar)

Ein bisschen Deutschland in Venezuela - idyllisches Schwarzwalddorf Colonia Tovar (Archivbild)

IWF erwartet 720 Prozent Inflation

Venezuela steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps, Lebensmittel und Medikamente fehlen, die Inflation dürfte dieses Jahr nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) 720 Prozent erreichen. Die Opposition fordert nicht zuletzt deshalb die Amtsenthebung Maduros. Bei den seit Anfang April andauernden Demonstrationen wurden bereits 47 Menschen getötet und Hunderte verletzt.

qu/ml (afp, dpa, rtr, APE)

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