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Sport

Mit Streetfootball ans andere Ende der Welt

Sie kommen aus Argentinien, Kenia oder Kolumbien: fünf junge Leute, die es für drei Monate nach Deutschland verschlagen hat. Hier wollen sie voneinander lernen - für die streetfootball-Projekte in ihren Heimatländern.

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Viele neue Ideen für streetfootball: die Südteilnehmer des ASA-Programms

Mit "Kick forward" und den "Defensores del Chaco" kennt sie sich bestens aus: Luciana Ruiz. Und nun hat die 29-jährige Argentinierin den beiden streetfootball-Projekten ihren ersten Deutschlandbesuch zu verdanken. Streetfootball ist mehr als nur Kicken. Es nutzt Fußball als Medium: Toleranz, globales Lernen oder Gewaltverzicht sollen vermittelt werden. Mehr als 50 Projekte weltweit sind auf der Internetplattform von streetfootballworld vereint.

In Deutschland hat Luciana Ruiz nun noch mehr zu tun als in ihrer Heimat, wo sie für die "Defensores del Chaco" in Buenos Aires seit zweieinhalb Jahren die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit macht, nebenbei Kommunikationswissenschaften, sowie Radiojournalismus studiert. Noch zwei Examen fehlen bis zum Abschluss. Doch der muss erstmal warten. Andere Dinge wie das Partnerprojekt der Defensores "Kick forward" in Stuttgart haben Vorrang.

ASA macht’s möglich

Wie die anderen Teilnehmer Jairo Aguilar Garcia aus Kolumbien, Simon Matheka Muindi und George Wachira Wambugu aus Kenia und ihre Kollegin Tamara Martínez Maillo von den Defensores ist Luciana Ruiz die erste, die vom ASA-Programm nach Deutschland geholt wurde.

ASA steht für Arbeits- und Studien-Aufenthalte in Afrika, Lateinamerika, Asien und Südosteuropa und organisiert normalerweise Praktika für deutsche Studierende und junge Berufstätige zwischen 21 und 30 Jahren. Doch in diesem Jahr klappte – dank der Unterstützung von streetfootballworld - der erste echte Nord-Süd-Austausch speziell für Straßenfußballprojekte unter dem Motto "Football for development".

Den Anstoß für die Zusammenarbeit gaben die deutschen Teilnehmer der vergangenen Jahre. Die Defensores del Chaco in Buenos Aires beispielsweise haben noch immer Kontakt zu ihrem deutschen Austauschpartner: einem Wirtschaftsstudenten aus Köln. Eines Tages kam dann das ASA-Angebot: jemand von den Defensores sollte nach Deutschland kommen. Der Defensores-Chef Fabián Ferraro, ehemaliger Fußballprofi, entschied, wer als Botschafter fahren sollte.

Streetfootball, Streetfootballworld

Luciana Ruiz engagiert sich für streetfootball - besonders für ihr Heimatprojekt "Defensores del Chaco"

"Für mich und Tamara war es auch eine Art Belohnung für unsere Arbeit bei den Defensores", sagt Luciana Ruiz. Doch auch entscheidend: die fachliche Kompetenz der beiden. Luciana in der Öffentlichkeitsarbeit und Tamara in Finanzangelegenheiten. Angetrieben vom Wunsch direkt an der streetfootball-Basis in Berlin arbeiten zu können, folgte dann die offizielle Bewerbung bei ASA – mit Anschreiben, Zeugnissen und der Begründung, warum sie am Austausch teilnehmen will – so wie bei allen ASA-Teilnehmer.

Es gibt viel zu tun in Deutschland

In Deutschland müssen die jungen streetfootball-Botschafter nun kräftig mitanpacken - die verschiedensten Projekte brauchen ihre Hilfe. Luciana Ruiz bereitet unter anderem das Pre-Festival für die streetfootball-WM 2006 vor, das im November 2005 in Buenos Aires stattfindet. Es gilt als kleine Generalprobe für die streetfootball-WM 2006 in Berlin. Rund 200 Jugendliche aus 24 Ländern und Regionen werden dann daran teilnehmen und einen Tag vor dem WM-Endspiel der Profis um den Pokal kämpfen. Für das Pre-Festival in diesem Jahr knüpft Luciana Ruiz in erster Linie Kontakte zur lokalen lateinamerikanischen Presse.

Auch auf dem Arbeitsplan: ein Manual, das sie mit den anderen erarbeitet. Das Handbuch soll die wichtigsten Informationen für alle, die Fußball als Instrument für soziale Arbeit einsetzen wollen, enthalten. Welche Methoden sind möglich? Wie geht die streetfootballer am besten mit den Jugendlichen um? Oder wie macht man als streetfootball-Projekt am besten auf sich aufmerksam? Alles Fragen, die bei den Defensores del Chaco und bei anderen Projekten über die Jahre aufgekommen waren.

Ein Koffer voller Souvenire

Zurück in Argentinien will Luciana Ruiz das Manual dann fortsetzen. Es soll als Unterrichtsmaterial für Seminare und Fortbildungen dienen, die die Defensores organsisieren. Auch ein Newsletter für die südamerikanischen streetfottball-Projekte ist geplant. "Der soll unsere Netzwerkarbeit verbessern. Bislang haben wir so etwas noch nicht", sagt Luciana Ruiz. Besonders wichtig für die Studentin: die Präsentation der Informationen. "Wir achten da nicht viel drauf. Aber hier in Deutschland ist es sehr wichtig, wie ich gemerkt habe. Wir müssen es noch lernen."

Erfolg vorprogrammiert? Sicherlich, meint Luciana Ruiz. Schließlich habe auch sie etwas gelernt, das weitaus schwieriger war: das Interesse für Fußball. "Ich bin kein Fan. Aber es muss etwas dran sein, wenn wir damit zu den Jugendlichen durchdringen können."

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