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Mit Schwung

In der Wirtschaft kommt er mal als Auf- oder Abschwung daher. Im Sport beherrschen ihn vor allem die Turner. Manche gehen schwungvoll an eine Sache heran, andere müssen erst in Schwung kommen.

Morgens um sechs Uhr: der Wecker klingelt. Es ist dunkel und es regnet. Eigentlich will man sich im Bett noch einmal umdrehen, aber ein wichtiger Termin steht an. Also: die Beine leicht anwinkeln, etwas Schwung holen und mit Schwung das Bett verlassen. Geschafft! Nun muss man noch in Schwung kommen, das heißt, die Müdigkeit muss vertrieben werden. Mit einer oder zwei Tassen Kaffee zum Beispiel.

Wortherkunft

Symbolbild: eine Frau sitzt auf einer Schaukel in einem goldenen Käftig

Hin- und herschwingen lässt den goldenen Käftig vergessen

Schwung: Das Wort steht hauptsächlich für eine Bewegung, die ausgeführt wird. Um etwas in Schwung zu bringen, muss folglich etwas in Bewegung gebracht werden – rein physikalisch betrachtet. Einfachstes Beispiel: die Schaukel auf dem Kinderspielplatz. Sie schwingt wie ein Pendel hin- und her ohne ein bestimmtes Ziel. Schwingen, Schwingung, Schwung: ein und dieselbe Wortfamilie – das eine ist das Verb, die anderen beiden sind die hergeleiteten Substantive.

Vorsilben geben an, in welche Richtung geschwungen wird: auf oder ab. Sprechen Politiker in ihren Reden vom Aufschwung, dann meinen sie, dass die Wirtschaft gut läuft, dass sie in Schwung gekommen ist. Geht es der Wirtschaft nicht mehr gut, dann geht's bergab. Der Abschwung, die Rezession ist da.

Auf- und Abschwung

Banknoten mit einer Kurve der Wirtschaftsentwicklung nach oben und unten

Auf- und Abschwung: Mal steil nach oben, dann stetig abwärts

Wie sieht der Aufschwung beziehungsweise der Abschwung aus? In Kurvendiagrammen nimmt er seinen Anfang links unten und geht dann in schwungvoller Kurve nach rechts oben – oder halt nach rechts unten. Entweder langsam und stetig oder schnell und steil. Spätestens dann überlegen sich die Politiker, wie er denn wieder zu erreichen sein soll, der Aufschwung.

Jedenfalls – und darin sind sich alle einig – muss irgendwie und von irgendwo der Schwung herkommen. Ein frischer Schwung sozusagen. Jeder präsentiert dann einen ganzen Schwung neuer Ideen, ob sie aus der Industrie, der Wirtschaft oder der Politik kommen. Manchmal ist es an der Zeit, sich zu entscheiden, sich aufzuschwingen, auch Ungewöhnliches zu versuchen, damit das mit dem Aufschwung klappt.

Mit Schwung

Ein Turner übt Schwungstemmen am Seitpferd

Schwungstemmen am Seitpferd: Üben, üben, üben!

Hart üben für den richtigen Aufschwung müssen Turner, egal, ob es sich zum Beispiel um den Aufschwung am Reck, am Barren oder am Seitpferd handelt. Dabei muss nicht nur gelernt werden, den richtigen Schwung zu holen, sondern auch schöne, schwungvolle Bewegungen auszuführen. Je gekonnter diese Aufschwünge geturnt werden, umso leichter, müheloser und eleganter sehen sie aus.

Gehen die Sportler mit Begeisterung, mit Schwung an die Sache heran, beherrschen sie irgendwann nicht nur Aufschwünge, sondern auch Schwungstemmen am Barren oder an den Ringen. Der Abgang von den Geräten sollte dann allerdings nicht zu schwungvoll sein, denn der ein oder andere Turner könnte dabei leicht das Gleichgewicht verlieren.

Schwingen und Schwingungen

Zwei Gänse streiten sich mit ausgebreiteten Schwingen

Die Schwingen stören ziemlich!

Schwung hat also eine positive Bedeutung. Das Wort versprüht Optimismus: man geht mit Schwung an eine Sache heran oder auch beschwingt. Statt beschwingt kann man auch beflügelt sagen. Die Schwingen sind Flügel großer Vögel wie Adler oder Albatrosse. Schwingt sich jemand umgangssprachlich in die Lüfte, dann will er fliegen wie ein Vogel – wenn auch nur mit einem Gleitschirm.

Schwingen und Schwingung bedeuten wieder Bewegung – allerdings anders als beim Schwung. Schwingungen sind gleichmäßig und wiederholen sich regelmäßig. Glocken oder Pendel schwingen hin und her. Musiker erzeugen Klangschwingungen, wenn sie auf ihrem Instrument spielen. Fachleute unterscheiden dann noch die Schwingungsdauer und die Schwingungsfrequenz.

Geschwungen wird Vieles

Schwingendes Trachtenkleid - Freigestellt

Mit schwingendem Kleid das Tanzbein schwingen

Eine Schwingung erzeugen auch Reden, die jemand schwingt. In der gesprochenen Sprache hat dieser Begriff allerdings meist eine eher negative Bedeutung. Große Redenschwinger sind diejenigen, die mehr versprechen als sie wirklich meinen, die angeben und sich wichtig tun.

Das Tanzbein dagegen schwingen umgangssprachlich diejenigen, die besonders gerne tanzen gehen. Wer die Gläser schwingt, der trinkt Alkohol. Schwingt jemand das Zepter, dann leitet jemand zum Beispiel eine Sitzung. Schwingt jemand aber eine Fahne oder eine Axt zum Beispiel, dann bewegt er sie in einem kreisrunden Bogen durch die Luft. Schwingt er sich auf etwas, dann besteigt er etwas – wie ein Fahrrad oder ein Pferd. Dies sollte möglichst nicht auf einer schwingenden Brücke sein, denn dort hätte er keinen festen Halt.

Schwingt die Hufe

Er könnte natürlich auch von Ast zu Ast schwingen wie ein Affe oder wie Tarzan von einer Liane zur nächsten. Nun, zum Schluss bleibt nur noch ein Rat an diejenigen, die sich morgens, wenn der Wecker klingelt, lieber umdrehen, trotz eines wichtigen Termins: Schwingt die Hufe!

Fragen zum Text

Ein Affe ist von Ast zu Ast …

1. geschwingt.

2. beschwingt.

3. geschwungen.

Ein Kind sieht eine Pfütze. Es …

1. kommt in Schwung heraus.

2. springt mit Schwung hinein.

3. macht einen Aufschwung abwärts.

Sagt jemand Schwing die Hufe!, dann ist damit gemeint, dass …

1. man sich bewegen soll.

2. man störrische Esel antreiben soll.

3. man sich auf ein Pferd setzen soll.

Arbeitsauftrag

Bilden Sie mindestens 20 Sätze, in denen Sie zu dem Verb schwingen die richtigen Präpositionen einsetzen. Zwei Beispiele: Ali schwingt sich auf den Baum. – Anna kommt mit Schwung um die Ecke.

Autorin: Beatrice Warken

Redaktion: Eva Maria Höttecke

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