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Kultur

Mit Rock 'n' Roll und vielen Stars in die neue Berlinale

Mit dem Rolling-Stones-Film von Martin Scorcese starten die 58. Internationalen Berliner Filmfestspiele. Alle Stars wollen dafür zur Berlinale einfliegen. Das Festival verspricht diesmal glamouröser denn je zu werden.

Mick Jagger in Rio - Archivfoto

Mick Jagger und Band haben sich für den Gang über den Roten Teppich angekündigt

Schauspielerin Scarlett (AP Photo/Kevork Djansezian)

Schauspielerin Scarlett Johansson kommt zur Vorstellung des Hollywood-Kostümdramas "The Other Boleyn Girl"

Wenn alles so klappt, wie Festivaldirektor Dieter Kosslick es angekündigt hat, dann schreiten in den nächsten Tagen ein knappes Dutzend Diven über den roten Teppich vor dem Berlinale-Palast: Tilda Swinton, Kristin Scott Thomas, Scarlett Johansson, Natalie Portman, Hannelore Elsner, Sandrine Bonnaire, Emily Watson, Isabelle Rossellini. Sowie Madonna, Patti Smith und vielleicht auch Julia Roberts.

Für das größte Blitzlichtgewitter aber wird zweifellos gleich zu Beginn eine Riege legendärer älterer Herren sorgen. Denn eröffnet werden die 58. Internationalen Filmfestspiele am Donnerstag (7.2.2008) mit dem Rolling-Stones-Konzertfilm "Shine a Light" von Oscar-Gewinner Martin Scorsese in Anwesenheit der Hauptdarsteller.

Martin Scorsese (Foto: AP)

Martin Scorsese (Archivfotos)

Menschen wie du und ich

Dass das geklappt hat, scheint Kosslick noch immer kaum glauben zu können, aber es ging doch relativ einfach. "Die kommunizieren wie wir mit Handy und Telefon, fliegen mit der Billigfluglinie Easy-Jet und gehen in ein Backpacker-Hotel", sagt Kosslick. Oder vielleicht auch ins Ritz-Carlton. In jedem Fall hat Kosslick mit diesem Eröffnungsfilm einen wirklichen Coup gelandet.

Bis zum 17. Februar konkurrieren im Wettbewerb der Berlinale 21 internationale Produktionen um Goldene und Silberne Bären, darunter schönstes Star-Kino, gleich mehrere Gangstergeschichten und cineastische Auseinandersetzungen mit Brennpunkten dieser Welt: Eritrea, Israel, die Favelas von Rio de Janeiro. Diesmal ist nur eine reindeutsche Produktion im Wettbewerb vertreten - Doris Dörries Spielfilm "Kirschblüte", in dem von der Reise eines bayerischen Witwers nach Japan erzählt wird.

Dokumentarfilm schon jetzt Gewinner der 58. Berlinale

Der Vorverkauf hat begonnen (Foto: AP)

Der Vorverkauf hat begonnen

Politische Akzente setzt die Berlinale seit Jahren. Neu ist, dass sie nun auch im Wettbewerb einen Dokumentarfilm präsentiert: Errol Morris "Standard Operating Procedure" über den Folterskandal im US-Gefängnis Abu Ghraib. Laut Kosslick hat der Dokumentarfilm eine Renaissance, weil er eine Reduktion der Wirklichkeit bietet. "Und dadurch hat man plötzlich eine andere Erkenntnis." Ob das zutrifft, lässt sich während dieser Berlinale vielfach überprüfen. Denn der Dokumentarfilm ist schon jetzt einer der Gewinner dieses Festivals. In der Sektion "Panorama" ist Musik das Thema der Dokumentarfilmer, von Heavy Metal in Bagdad bis zu Tango in Argentinien. Er erzählt vom schwul-lesbischen Leben in der islamischen Welt und hat auch Einzug in das Jugendprogramm "Generation 14 plus" gehalten. "Love, Peace and Beatbox" porträtiert Berliner Protagonisten des Beatboxens, eine junge Disziplin des Hiphops, und "War Child" ist ein Porträt des Sudanesen Emmanuel Jai, einst Kindersoldat, heute Rapper mit Friedensbotschaft. Das gewohnt anspruchsvolle Programm der Sparte Dokumentarfilm legt oft schmerzhaft direkt den Fingern in Wunden, spart selbst Autismus und religiösen Fundamentalismus nicht aus und will ausdrücklich auch ein erwachsenes Publikum ansprechen.

Junge Protagonisten werden diesen Kinogängern auch in anderen Sektionen des Festivals begegnen. Vor allem im "Forum des jungen Films" erzählen auffällig viele Beiträge von einer Welt, in der es gar keine Kindheit mehr gibt - infolge bröckelnder Familienstrukturen, infolge von Migration und Entwurzelung. Sektionschef Christoph Terhechte sagt: "Das Tolle an diesen Filmen ist, dass man nicht nur etwas erfährt über die Charaktere, die im Mittelpunkt stehen, sondern einfach sehr viel Realismus. Aus einer Welt, die uns nicht geläufig ist."

Feiern mit Stars und Grenzgängern

Insgesamt an die 400 Filme präsentieren diese 58. Internationalen Filmfestspiele. Den 1983 verstorbenen spanischen Regisseur Luis Buñuel ehren sie mit einer umfassenden Werkschau, den cineastischen Nachwuchs fördern sie beim "Talent Campus", und kräftig gefeiert wird auch. Mit Stars und Grenzgängern, mit Hoffnungsträgern und Jubilaren, mit der ganzen schillernden Welt des Films eben.

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