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Kultur

Mit Reggae, Rock und Gott zur Unabhängigkeit

Ziggy Marley hat mit "Dragonfly" erstmals eine Solo-CD vorgestellt. Darauf beweist er seine musikalische Unabhängigkeit vom Vorbild des großen Vaters Bob Marley. Im Sommer ist Ziggy Marley auf Deutschland-Tour.

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Reggae - The Next Generation

Als ältester Sohn von Bob Marley (Foto unten) musste er ganz automatisch in die großen Fußstapfen der Reggae-Legende treten - und tat das durchaus mit Erfolg: Seit mehr als 20 Jahren machen Ziggy Marley (34) und drei seiner Geschwister als "The Melody Makers" bereits Reggae-Musik; sie heimsten drei Grammys ein und verkauften Millionen von Schallplatten. Doch erst jetzt, mit seinem ersten Soloalbum "Dragonfly", das seit dem 26. Mai im Handel ist, zeigt Ziggy Marley, dass er als eigenständiger Künstler auch aus den Fußstapfen seines 1981 gestorbenen Vaters heraustreten kann.

Musikalische Freiheit

Bob Marley

Bob Marley

"Ich fühle mich jetzt unabhängier und freier - sowohl musikalisch als auch persönlich", sagt er. "Allein kannst Du tun, was du fühlst, ohne Diskussionen. Du tust einfach Dinge, ohne zu fragen." Sein erstes Soloprojekt, an dem er ein ganzes Jahr arbeitete, sei daher viel persönlicher als die Scheiben mit den "Melody Makers" - und auch vielfältiger. "Viele Songs aus "Dragonfly" sind rockiger. Manchmal brauchte ich einfach mehr Pepp."

So sind neben den typischen Reggae-Melodien, die auf einem Marley-Album schwerlich fehlen können, oft Gitarrenriffs zu hören, rockige Bässe oder auch Anleihen aus dem Hipp-Hopp. Damit habe er sich aber keineswegs vom Reggae entfernt, meint Ziggy Marley. "Mein Vater hatte den Reggae bereits stilistisch geöffnet, viele andere Einflüsse verarbeitet, so dass er für mehr Menschen interessant wurde. Jetzt wird er eben noch offener und abenteuerlustiger. Reggae ist eine freie Musik, die sich ständig weiter entwickelt."

Politische Musik

Doch nicht nur musikalisch hat sich Ziggy Marley alle Freiheiten genommen: "Dragonfly" ist auch sehr politisch. Im Song "Shalom Saalam" (die hebräischen und arabischen Worte für Frieden) widmet er sich dem Nahost-Konflikt; "In the Name of God" ist ein Aufruf nicht nur zur Beendigung aller Religionskonflikte, sondern zum Ende der Religion. "Religion ist von Menschen gemacht. Sie trennt Menschen und bringt sie dazu, einander zu töten", sagt der gläubige Marley. "Gott ist in mir, er sagt mir, was ich tun soll. Religion hingegen ist eine Organisation, wie ein Club. Sie ist eine materielle Sache geworden."

Der Titel "Dragonfly", also Libelle, steht hingegen für eine spirituelle Erfahrung anderer Art. "Eines Tages auf Jamaika schwebte eine Libelle ganz nah vor meinem Gesicht; wir schauten uns eine Weile gegenseitig an. Das hatte etwas ganz Besonderes für mich. Ich sehe Tiere als verwandte Geschöpfe, wir teilen diesen Planeten mit ihnen", erklärt Marley. Danach schrieb er den Titelsong, der in Tierperspektive von der Zerstörung der Erde durch die Menschen handelt.

Altes und Neues

Zusammen mit persönlichen Songs, wie "Melancholy Mood", in dem er Gefühle wie Liebeskummer und Trauer verarbeitet oder auch dem Liebeslied "Never Deny You" ist Ziggy Marley ein rundes Solo-Album geglückt: "Dragonfly" hat genug Reggaegroove für die Fans der Melody Makers und reichlich neue Einflüsse, um Ziggys Eigenständigkeit zu begründen.

Nach seiner derzeit laufenden US-Tournee will der 34-Jährige im Sommer durch Deutschland touren. Die Termine stehen noch nicht fest. (dpa)

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