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Fußball

Mit Rechenschieber ins Abstiegsfinale

Der 34. Bundesliga-Spieltag ist der Abstiegskrimi schlechthin. Die Trainer wählen die unterschiedlichsten Strategien, um ihre Teams bis in die Haarspitzen zu motivieren. Im Rennen um Europa ist (fast) alles klar.

So spannend war der

Kampf gegen den Abstieg

am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga noch nie: sechs Klubs zittern noch vor dem Gang in die zweite Liga. Vier von ihnen müssen in Duellen mit einem direkten Konkurrenten Nervenstärke zeigen. Hannover empfängt den punktgleichen SC Freiburg, der erst einmal bei den 96ern gewann. Schlusslicht SC Paderborn greift nach dem Strohhalm, dass der VfB Stuttgart die letzten vier Auswärtspartien verloren hat. Der Hamburger SV braucht einen Sieg gegen Schalke 04 und Hertha BSC einen Punkt bei 1899 Hoffenheim, um sicher zu gehen. Fest steht in diesem Abstiegsstrudel nur eins: Der Rechenschieber wird bei den Fans das wichtigste Utensil sein.

Vor den ultimativen Begegnungen rüsten die Trainer ihre Mannschaften auf die unterschiedlichste Art und Weise. "Wir müssen unser Ergebnis liefern. Alles andere können wir nicht beeinflussen", sagt Bruno Labbadia vor der alles entscheidenden Partie des Hamburger SV gegen Schalke 04. Das letzte noch nie abgestiegene

Bundesliga-Gründungsmitglied

steht aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. In einem Mini-Trainingslager versuchte sich Labbadia als Psychologe und redete seine Krisen-Kicker stark. "Ich glaube fest daran, dass wir Schalke schlagen können", sagte der 49-Jährige: "Die Jungs machen einen konzentrierten, aber auch angespannten Eindruck."

Paderborn braucht Schützenhilfe

Während Labbadia seine Profis verbal streichelt, wählte Andre Breitenreiter vom

Schlusslicht SC Paderborn

unter der Woche eine andere Strategie und unterbrach wutentbrannt das Training. "Halbe Sachen gehen nicht, sonst frisst Stuttgart uns auf. Ein bisschen rumgammeln wird nicht funktionieren", schimpfte der Coach und versuchte, sein Team vor der Partie gegen den

VfB Stuttgart

wachzurütteln. Trainerkollege Huub Stevens schlug dagegen eine andere Tonlage an und mimte den Kumpeltyp. "Heute Abend gehen wir etwas essen, und danach gehen wir früh ins Bett", sagte der VfB-Coach vor dem "Endspiel" in Paderborn. Der Trend spricht nach zwei Siegen eindeutig für eine Rettung der Stuttgarter. "Wir haben es in der eigenen Hand, den Klassenerhalt zu schaffen", sagte Stevens.

Hannover 96 Trainer Michael Frontzeck (M) steht mit der Mannschaft im Kreis auf dem Rasen (Foto: Peter Steffen/dpa)

Trainer Michael Frontzeck (M.) setzt im Abstiegskampf auf Ruhe und Geschlossenheit im Team von Hannover 96

Dies gilt auch für

Hannover 96

und den

SC Freiburg,

die jeweils mit einem Sieg in ihrem direkten Duell die Rettung feiern können. 96-Coach Michael Frontzeck beorderte sein Team dafür schon zum zweiten Mal in diesem Monat ins Kloster - nach dem Motto: In der Ruhe liegt die Kraft. "Es wird auch eine Frage der Nerven sein, und dabei vertraue ich meiner Mannschaft", sagte Frontzeck. Freiburgs Trainer Christian Streich setzt nach dem

Heimsieg gegen die Bayern

am letzten Samstag ganz auf Routine. "Wir gehen es so an wie zuletzt. Ich wüsste nicht, was wir noch draufpacken könnten", sagte der Coach: "Wenn wir mehr machen würden, wird alles vergiftet. Da möchten wir nicht hinkommen."

Die besten Chancen in dem Abstiegskrimi hat

Hertha BSC.

Die Berliner können im schlimmsten Fall noch auf den Relegationsplatz rutschen. Angstschreie sind in der Bundeshauptstadt deshalb vor der Partie bei 1899 Hoffenheim nicht zu hören. Trainer Pal Dardai und seine Spieler sind sich sicher: Hertha spielt auch in der kommenden Saison auf der großen Bühne. "Ich habe vor gar nichts Angst, schon gar nicht vor der Relegation. Wir packen den Klassenerhalt", sagte Stürmer Sandro Wagner.

Kleiner Endspurt um Europa

Trainer Markus Weinzierl (r.) und Spieler des FC Augsburg jubeln (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Trainer Weinzierl will mit Augsburg die Saison krönen

Im Rennen um das internationale Geschäft sind bereits fünf von möglicherweise sieben Plätzen vergeben, der sechste geht aller Voraussicht nach an den FC Augsburg. "Wir wollen das positiv zu Ende bringen, egal ob es Platz fünf, sechs oder sieben wird. Es ist ein riesiger Erfolg", sagte FCA-Trainer Markus Weinzierl vor der Partie bei Borussia Mönchengladbach. Um Rang sieben, der je nach Ausgang des DFB-Pokalfinals zwischen Dortmund und Wolfsburg noch den dritten Europa-League-Startplatz bedeuten könnte, kämpft der BVB noch gegen Werder Bremen im direkten Duell. Dabei spricht alles für den Pokalfinalisten, der seine letzten sieben Heimspiele gegen die Bremer gewonnen hat.

Für den

VfL Wolfsburg

geht es auswärts beim 1. FC Köln darum, seine Vizemeisterschaft unter Dach und Fach zu bringen. Mit einem Anstandssieg im Heimspiel gegen Mainz 05 sollte Meister Bayern München den

Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung

wenigstens ein kleines bisschen entkräften. Und in der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen geht es, außer um die berühmte "Goldene Ananas", um nichts mehr.

Alle neun Partien des 34. Spieltags können Sie am Samstag ab 15.30 Uhr MESZ im DW-Liveticker mit verfolgen.

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