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Sport

Mit Prothesen zur WM der Nicht-Behinderten

Der beinamputierte Sprinter Oscar Pistorius aus Südafrika hat bei einem Wettkampf in Italien die Qualifikation für die WM der Nicht-Behinderten geschafft. Damit steht einem Start in Daegu in Südkorea nichts mehr im Wege.

Oscar Pistorius bei einem Lauf 2009 in Rom (Foto: AP)

Oscar Pistorius

Oscar Pistorius hat schon jetzt Sportgeschichte geschrieben. Der 24-Jährige erfüllte als erster Sportler mit Handicap die Qualifikation für eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Nicht-Behinderten. Bei einem Wettkampf in Lignano in Italien lief Pistorius mit seinen Prothesen die 400 Meter in 45,07 Sekunden. Damit blieb er 0,18 Sekunden unter der Zeit, die der Leichtathletik-Weltverband IAAF vorgeschrieben hat, um an der WM teilnehmen zu dürfen. Pistorius verbesserte seine persönliche Bestzeit um über eine halbe Sekunde. "Ich habe seit dem Lauf ein Dauergrinsen im Gesicht", sagte der Südafrikaner. "Es geht nicht mehr weg."

Goldlauf von Oscar Pistorius bei den Paralympics 2010 in Peking (Foto: dpa)

Oscar Pistorius gewinnt bei den Paralympics 2010 in Peking Gold über 400 Meter

Viermal Gold bei Paralympics

Pistorius fehlten wegen eines Gen-Defekts seit der Geburt die Wadenbeine und die äußeren Seiten der Füße. Im Alter von elf Monaten wurden ihm die Beine unterhalb der Knie amputiert. Als Jugendlicher begann er seine Karriere als Sprinter, mit High-Tech-Prothesen aus Karbon. Mit 17 Jahren holte Pistorius bei den Paralympics 2004 in Athen Gold über 200 Meter. Vier Jahre später in Peking gewann er gleich dreimal Gold: über 100, 200 und 400 Meter.

Zweimal an Richtzeit gescheitert

Pistoris zieht auf der Laufbahn seine Prothese an (Foto: dpa)

High-Tech-Prothesen

Der Südafrikaner hatte schon 2008 bei den Olympischen Spielen statt bei den Paralympics starten wollen. Zunächst machte ihm die IAAF einen Strich durch die Rechnung. Pistorius verschaffe sich mit seinen Prothesen einen Vorteil, befand der Verband. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hob die Entscheidung im Mai 2008 auf. Doch Pistorius verfehlte die Olympia-Norm für Peking. Auch der nächste Versuch scheiterte. Nach einem schweren Bootsunfall verpasste der Südafrikaner die Richtzeit für die WM 2009 in Berlin.

Fernziel: Doppelstart in London

Im dritten Anlauf hat es Pistorius jetzt geschafft. Er darf bei den Weltmeisterschaften in Daegu (27. August bis 4. September) über 400 Meter starten. Mit seiner Zeit von Lignano wird er in der Rangliste auf Platz 15 geführt. Die WM ist für den ehrgeizigen Sprinter nur eine Zwischenstation. Pistorius will 2012 in London erst bei den Olymischen Spielen und drei Wochen danach bei den Paralympics an den Start gehen.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Arnulf Boettcher