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Kultur

Mit Preußen ist kein Staat zu machen?

Brandenburgs Sozialminister Ziel hat eine Lawine losgetreten. Es geht um den Begriff "Preußen". Eher beiläufig schlug er vor, bei einer Vereinigung von Berlin und Brandenburg das neue Bundesland "Preußen" zu nennen.

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Die "langen Kerls" - Wache des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I.

Totgesagte leben länger. Vor 55 Jahren löste der Alliierte Kontrollrat den Staat Preußen auf. Doch nun soll die Bezeichnung zu neuen Ehren kommen. Was in aller Welt, wird derzeit in Potsdam gerätselt, hat den sonst unauffälligen Alwin Ziel (SPD) bloß geritten?

Die Meinungen in dieser Frage sind geteilt. Doch während sich eine breite Mehrheit derer ausmachen lässt, die dem Vorschlag eher ablehnend gegenüberstehen, gibt es auch einige Stimmen, die sich wohlwollend äußern.

Fusion "ja" oder "nein"?

Doch bevor die Frage nach dem Namen des neuen Bundeslandes abschließend geklärt werden kann, scheint es angeraten, die Fusion von Berlin und Brandenburg selbst voran zu treiben. So zeigt der bekennende Preußen-Fan und Ministerpräsident von Brandenburg, Manfred Stolpe (SPD), wenig Eile, sich zum Vorstoß seines Ministers zu äußern. Sein Vize, Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), teilte knurrig mit, die Debatte lenke von dem einzig wichtigen Problem ab. "Für mich geht es erst einmal darum, die Bedingungen zu klären, unter denen eine Fusion zu Stande kommen könnte", sagte der CDU-Landeschef. Die Aktien für die Länderehe stehen zur Zeit nicht gut. Anlass waren die neuesten Einblicke in den maroden Berliner Landeshaushalt.

Dabei hatten Berlin und Brandenburg im Januar 2001 gemeinsam mit Pomp das Preußenjahr zum 300. Jahrestag der Krönung Friedrich I. ausgerufen. Von der damaligen Euphorie ist ein Monat nach Ablauf des Jubiläumsjahres nur der Katzenjammer geblieben. "Es wird ein schweres Stück Arbeit, die Brandenburger zu überzeugen, einer Fusion zuzustimmen", sagte der Brandenburger SPD-Landesvorsitzende Matthias Platzek ab. Daher gehe die Preußen-Debatte völlig an den Köpfen vorbei.

Konnotationen des Begriffs "Preußen" im Ausland

Im Ausland ist mit Preußen ohnehin kein Blumentopf zu gewinnen. Für viele Länder steht, wie seinerzeit eine Umfrage der Berlin Tourismus Marketing GmbH zeigte, der Begriff immer noch für Expansionsbestrebungen, Militärstaat und Sekundärtugenden wie Ordnung und Pflicht. (pf)

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