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Reise

Mit Plan und Plastik unterwegs

Sie sind rot und blau und riechen zumindest im Neuzustand nach Plastik: die Baedeker-Reiseführer. Seit 175 Jahren vermitteln die Schwergewichter Reise-Wissen aus aller Welt. Und das trotz starker Konkurrenz.

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Die Jubiläumsausgabe

Der Baedeker hat sich vor sehr langer Zeit auf den Weg in die Regale fast aller deutscher Wohnzimmer gemacht: Am 1. Juli 1827 eröffnete der Buchhändler und Geisteswissenschaftler Karl Baedeker in Koblenz eine Verlagsbuchhandlung. 1835 überarbeitete und erweiterte er die bereits 1828 von Friedrich Röhling herausgegebene "Rheinreise von Mainz bis Cöln. Handbuch für Schnellreisende" – der eigentlich erste Baedeker-Reiseführer entstand.

Baedeker recherchierte für die folgenden Bände "Belgien", "Holland" und "Schweiz" selbst. Noch heute sind viele der 15 Verlags-Redakteure gleichzeitig auch Autoren der Baedeker-Reiseführer: "Wir sind damit die einzigen, die auch selber verreisen", erklärt Baedeker-Chefredakteur Rainer Eisenschmid.

Von Australien bis Vietnam

Derzeit sind nach Verlagsangaben rund 150 verschiedene Reiseführer der Reihe "Baedeker/Allianz" mit Zielen von Australien bis Vietnam auf dem Markt, daneben gibt es bis zu 15 schmalere Städtereiseführer. Allein der Jubiläumsband "Deutschland" mit 1164 Seiten verkaufte sich über 1,6 Millionen Mal. Pro Jahr erscheinen vier bis sechs neue Titel in der Baedeker-Reihe, deren charakteristischer dreiteiliger Aufbau aus Übersicht, Sehenswürdigkeiten in alphabetischer Reihenfolge und praktischen Tipps ebenfalls auf Karl Baedeker zurückgeht.

Neue Zeiten für Baedeker

Der Verlag arbeitet derzeit daran, seinen Reiseführern ein moderneres Konzept zu verpassen. "Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Leute nicht nur Säulen und Baudenkmäler ansehen wollen, sondern auch mehr Tipps haben wollen, wo sie etwa hinterher essen gehen können", so Chefredakteur Eisenschmid. Der Baedeker soll im Stil und der Gestaltung "lockerer" und "frischer" werden. Das Spektrum der Sehenswürdigkeiten werde erweitert: Neben architektonischen Bauwerken und Kulturdenkmälern soll auch der nahe gelegene Freizeitpark kenntnisreich beschrieben werden.

Der Umbruch fällt wohl nur zufällig in eine Zeit, in der die Reisebranche mit den Folgen der Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 zu kämpfen hat. Auch Baedeker ist davon betroffen: Die USA-Titel werden schlechter verkauft, aber auch der Absatz der Reiseführer mit Zielen im Nahen Osten ist zurückgegangen. Baedeker hält sich daher mit Neuerscheinungen über Fernreiseziele zurück. dpa/(pg)

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