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Kultur

Mit Netz und ohne Boden

Einmal drin, für immer sicher. Die Deutsche Digitale Bibliothek soll deutsches Kulturgut vor dem Vergessen bewahren – und für alle zugänglich machen. Die Schätze von mehr als zehntausend deutschen Kulturinstitutionen.

Netzkabel im Server (Foto: dpa)

In der deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt herrscht arbeitsame Stille. Es wird fleißig recherchiert und geforscht. Das könnte sich in Zukunft ändern. In unserer digitalisierten Welt suchen immer mehr Menschen nach Quellen im Internet. Ute Schwens macht das Sorgen. Wenn keiner mehr kommt, um die Bücher zu lesen, wird sich irgendwann keiner mehr an sie erinnern, befürchtet die Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt (DNB). Deshalb hat sie gemeinsam mit dreizehn großen deutschen Kultureinrichtungen die Initiative ergriffen und das Projekt Deutsche Digitale Bibliothek angestoßen.

Bücherregale in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt (Foto: DNB)

Bald digital: Bücher der Deutschen Nationalbibliothek

DDB im WWW

Die Deutsche Digitale Bibliothek, kurz DDB, soll dem deutschen Kulturgut eine bleibende Präsenz im Internet verschaffen. Die Arbeitsgruppe um Ute Schwens, zu der auch Einrichtungen wie die Stiftung Preussischer Kulturbesitz in Berlin gehört, wollen über ein gemeinsames Portal im Internet deutsche Kulturschätze auffindbar machen. Dabei geht es nicht nur um Bücher.

Die DDB soll alle Bereiche des kulturellen Schaffens bündeln: ob Video, Buch, Musikstück, Porträt oder Skulptur, alles soll im Internet seinen Platz finden. Es entsteht eine riesige Online-Datenbank, die über ein benutzerfreundliches Portal allen zur Verfügung stehen soll – prall gefüllt mit den kulturellen Schätzen von 13.000 deutschen Kultureinrichtungen, vom Museum über das Archiv bis zum Filminstitut.

Gemaltes Porträt von Friedrich Hölderlin (dpa)

Schiller wird drin sein, Goethe natürlich und auch: Hölderlin.

Mit Schiller verreisen

Wenn der Nutzer zum Beispiel nach Beethoven sucht, bekommt er Aufnahmen, Noten oder Dokumentarfilme zu dem berühmten deutschen Komponisten angeboten. Klickt er eine Originalpartitur an, wird er auf die Internetpräsenz des Beethoven-Hauses in Bonn weitergeleitet und kann dort in aller Ruhe durch die Partitur blättern.

Neben diesen einfachen Suchfunktionen soll die DDB aber noch mehr bieten, nämlich Vernetzung. Die Bibliothek im Internet soll zeitliche und örtliche Suchen kombinieren und auch Bewertungen anderer Nutzer auf Wunsch mit einbeziehen.

Herkömmliche Suchmaschinen im Internet haben so etwas nicht im Repertoire. In Zukunft könnten so Kulturreisen geplant werden. Wenn man sich auf die Spuren Schillers durch das württembergische Land machen will, wird man auf das Schillermuseum in Marbach aufmerksam gemacht, aber auch auf etliche Schillerdenkmäler oder Theaterstücke im aktuellen Spielplan eines Stadttheaters. Vielleicht kann man sogar einen privaten Sammler von Schillerbriefmarken treffen.

Ute Schwens, Direktorin der DNB in Frankfurt (Foto: DNB)

Ute Schwens, Direktorin der DNB in Frankfurt

Die Mitmachbibliothek

Denn in ferner Zukunft, so hoffen es zumindest die Macher der DDB, sollen sich auch Privatnutzer am digitalen Kulturgut beteiligen können. Wer Dokumente, Sammlungen oder Kunstwerke zu Hause auf dem Dachboden haben sollte, kann sie dann via Internet der Öffentlichkeit zugänglich machen. Mit dem Projekt DDB sollen so nicht nur die deutschen Kulturschätze vor dem Vergessen bewahrt werden, sondern man will auch neue Wege in der digitalen Welt des Internets gehen.

Autor: Peter Klaiber

Redaktion: Marlis Schaum

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