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Sport

Mit Merkel und Glücks-Käthe nach Wembley

Ein belgischer Zwangsabstieg, eine holländische Ente und ein Fußball-Klassiker mit viel Prominenz und noch mehr Verletzten - die Fußballnachrichten.

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Will wohl wieder jubeln: Angela Merkel beim WM-Eröffnungsspiel

Der belgische Fußball-Zweitligist Lierse SK muss wegen eines Wett- und Bestechungsskandals in der kommenden Saison eine Klasse tiefer starten. Der Kontrollausschuss des belgischen Fußballverbandes sah es als erwiesen an, dass der Verein von einem Chinesen in der Saison 2004/05 Bestechungsgeld erhalten hat und dafür Gegner gewinnen ließ. Der heutige Vereinsvorsitzende Leo Theyskens kündigte belgischen Medienberichten vom Dienstag zufolge an, dass Lierse Berufung gegen das Urteil einlegen werde.

Der Ausschuss gründete sein Urteil nach Darstellung der Zeitung "Het Laatste Nieuws" auf die Tatsache, dass der Chinese Zheyun Ye 369.500 Euro auf das Konto des damaligen Vorsitzenden Chris De Nyn überwiesen hat. Das Geld war als Vorschuss auf eine spätere Übernahme des Clubs deklariert.

Heiß auf Wembley

Gleich eine komplette Elf musste der Bundestrainer wegen Verletzungen für das 30. Duell gegen England streichen, doch "wir wollen unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen", kündigte Joachim Löw an. "Vielleicht werden wir nicht so dominant agieren wie zuletzt in Tschechien, aber gerade für unsere jungen Spieler ist es auch eine Chance und ein Genuss, in Wembley zu spielen", betonte Löw. "Es ist für jeden Spieler eine gute Erfahrung. Und motivieren muss man sowieso niemanden", sagte Routinier Bernd Schneider.

Die Gastgeber haben seit 1975 kein Heimspiel gegen Deutschland mehr gewonnen und stehen auch in der aktuellen EM- Qualifikation als derzeitiger Tabellen-Vierter schwer unter Druck. Eine neuerliche Pleite, noch dazu gegen eine personell geschwächte deutsche Elf, würde dem ohnehin umstrittenen Nationaltrainer Steve McClaren wohl nicht nur von den 84.000 englischen Fans im ausverkauften Superstadion (dazu kommen 6000 deutsche) übel genommen.

Die Ausgangslage für das Löw-Team scheint so kompliziert, dass es eigentlich nicht viel zu verlieren hat. Nach elf Absagen (darunter die Stars Ballack, Frings, Klose und Podolski) kann von einem eingespielten Team keine Rede sein. In Christian Pander, Stefan Kießling, Roberto Hilbert und Simon Rolfes werden im Wembleystadion wahrscheinlich vier Akteure auflaufen, die es zusammen bisher gerade auf fünf Einsätze im DFB-Team bringen. Wenigstens in der Defensive kann Löw auf seine WM-Viererkette setzen.

Kanzlerin und Glücks-Käthe

Kanzlerin Angela Merkel wird sich den Klassiker vor Ort mit dem neuen englischen Premierminister Gordon Brown anschauen. Vor dem Länderspiel kommen Merkel und Brown bereits zu politischen Gesprächen zusammen, wie eine Sprecherin des Premiers mitteilte und das Bundeskanzleramt bestätigte.

Auch Rudi Völler wurde vom DFB mit nach England geschickt, erstmals nach seinem Rücktritt im Sommer 2004 gehört der ehemalige Teamchef wieder der offiziellen Delegation an. Unter "Tante Käthe" hatte die deutsche Nationalelf im Oktober 2000 in London 1:0 (Tor Dietmar Hamann) gewonnen, bevor das alte Wembleystadion abgerissen wurde. "Ich war der Trainer, der zuletzt dort gewonnen hat. Ich freue mich auf die Mannschaft und besonders auf das neue Wembleystadion", erklärte Völler, der nun als Talisman für eine Wiederholung im Londoner Fußball-Tempel sorgen soll.

Van Bommel für Deutschland

Niederländische Medien sind offenbar einem Scherz ihres Landsmanns Mark van Bommel vom deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München aufgesessen, wonach dieser die Nationalität wechseln und künftig für Deutschland spielen wolle. Van Bommel hatte jüngst einem TV-Sender ein Interview gegeben und darin auf die Frage, ob er künftig vielleicht für das DFB-Team von Bundestrainer Joachim Löw spielen wolle, mit ja geantwortet.

Bommel wird böse

Wohl ein Scherz: Mark van Bommel

Die niederländische Tageszeitung De Telegraaf berichtete am Dienstag, van Bommel hätte bereits mit Löw Kontakt aufgenommen. "Ich sehe für mich keine Möglichkeit mehr für Oranje zu spielen", wurde der 30-Jährige in dem Artikel zitiert. Van Bommel hatte sich in der Tat mit Bondscoach Marco van Basten überworfen und angekündigt, unter ihm nicht mehr für die Elftal aufzulaufen.

Allerdings ist die Möglichkeit, künftig mit dem Adler auf der Brust zu spielen, für van Bommel ausgeschlossen. Laut Artikel 15 der Ausführungsbestimmungen des Weltverbandes FIFA kann der 30 Jahre alte Mittelfeld-Star gar nicht in einem DFB-Team eingesetzt werden, da er bereits Pflichtspiele für die Niederlande absolviert hat.