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Sport

Mit links zum Speerwurf-Gold

Speerwerfer Matthias de Zordo ist der Senkrechtstarter des Deutschen Leichtathletikverbandes. Im vergangenen Jahr glänzte er bei EM und Team-EM, jetzt ist der 23-Jährige sensationell Weltmeister.

Matthias de Zordo beim Speerwurf (Foto:Matt Dunham/AP/dapd)

Seiner Grundschullehrerin hat es Matthias de Zordo zu verdanken, dass er bei der Leichtathletik-WM in Daegu den bislang größten Moment seiner Karriere feiern durfte: De Zordo schockte die Konkurrenz und wurde sensationell Weltmeister im Speerwurf. Schon bei den Bundesjugendspielen fiel er seiner Lehrerin mit guten Leistungen im Werfen und Springen auf und sie handelte schnell: "Meine Grundschullehrerin hat mich mit sieben Jahren zum Leichtathletik-Verein gebracht", erinnert sich de Zordo heute.

Mehrfacher Jugendchampion

Zehn Jahre später spezialisierte er sich auf seine Sportart und wurde kurz darauf mit einer Weite von 71,67 Meter deutscher Jugendmeister. Der talentierte Enkel eines italienischen Großvaters legte daraufhin eine rasante Leistungssteigerung hin, sammelte Jugendtitel und überwarf mit knapp 20 Jahren erstmals die 80-Meter-Marke.

Dennoch reichte es noch nicht für die Qualifikation der Olympischen Spiele in Peking 2008. Aber bereits zwei Jahre später dominierte der 1,90 Meter große und 97 Kilogramm schwere Athlet die deutsche Speerwurfszene, erfüllte bereits früh die EM-Norm und startete weiter durch. Mit Würfen über 84 Meter machte er auf sich aufmerksam. "Es war erkennbar, dass bei 84 Metern noch nicht Schluss ist", gab er sich danach selbstbewusst.

Internationale Konkurrenz wird aufmerksam

Matthias de Zordo, neuer deutscher Meister 2010, in Aktion. (Foto: Julian Stratenschulte dpa/lni)

Konzentriert und noch mit der Glücksbringer-Kappe auf dem Kopf: de Zordo wird deutscher Meister 2010

Bei der Mannschaftseuropameisterschaft im norwegischen Bergen reichten ihm sogar 83,80 Meter, um den favorisierten Lokalmatador und Olympiasieger Andreas Thorkildsen erstmals zu überflügeln. Dieses Duell geriet auch bei der EM in Barcelona zu einem der Höhepunkte. 87,81 Meter schleuderte de Zordo seinen Speer – persönliche Bestmarke und inoffizieller Weltrekord. Denn Matthias de Zordo ist Linkshänder. Noch nie warf ein Speerwerfer sein Gerät mit links weiter als der Deutsche. Dennoch musste er sich geschlagen geben: Thorskildsen war besser und gewann mit einer Weite von 88,37 Meter Gold.

De Zordo zweiter deutscher Speerwurfmeister

Als EM-Zweiter ging de Zordo mit realistischen Medaillenchancen in den WM-Kampf in Südkorea, doch dass er sich erneut gegen seinen größten Konkurrenten und Titelverteidiger Thorskildsen durchsetzen konnte, machte ihn selbst überglücklich: "Es fühlt sich fantastisch an, ich kann es noch nicht glauben", strahlte der neue Weltmeister, den sogar noch eine Fußverletzung gehandicapt hatte. Dieses Mal reichte ihm die Weite von 86,27 Meter, die er bereits im ersten Versuch erzielte, zum Sieg über den Norweger (84,78). Nach Detlef Michel, der 1983 siegte, ist de Zordo erst der zweite deutsche Speerwurf-Weltmeister.

Ein bisschen Aberglaube ist auch dabei

Die Glücksbringer-Kappe, die Matthias de Zordo bei der EM erstmals wegen einer Wette nicht aufgesetzt hatte, war nicht dabei. Doch dieses Mal halfen ihm - zumindest psychisch - seine Schuhe: Ein blauer und ein grüner. "Das ist eine Macke von mir, dass ich immer einen neuen Schuh und einen aus dem vergangenen Jahr dabei habe", gestand der frisch gebackene Champion. "Das habe ich beibehalten, weil es mir im letzten Jahr Glück gebracht hat."

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Sabine Faber

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