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Medienentwicklung

Mit Lego und Design Thinking für Meinungsfreiheit

Bausteine und Post-its können die Welt verändern - oder zumindest Ideen entstehen lassen. Beim South2South Lab suchten kreative Köpfe von drei Kontinenten Lösungen, wie digitale Technologien das Leben verbessern können.

South2South Lab Kreativ-Workshop für Medienexperten in der DW Akademie Bonn (Foto: DW/Hang-Shuen Lee).

Aufruf zur Kreativität - mit der Lego Serious Play Methode startete das South2South Lab

Bunte Klötzchen aus Plastik, gelbe Figuren und hohe Türme, die umzukippen drohen: Legosteine versetzen viele von uns zurück in die Kindheit. Lego spielen macht nicht nur Spaß, sondern stößt auch Denkprozesse an - das zeigte sich beim South2SouthLab in Bonn. 20 Journalisten und Medienexperten aus aller Welt trafen sich vom 14. bis zum 16. Dezember 2015 in der DW Akademie. Gemeinsam entwickelten sie in drei Tagen Ideen, wie digitale Technologien Meinungs- und Informationsfreiheit im Globalen Süden fördern können. Das Lab baute auf dem South2South Manifesto auf, das ein Teil der Gruppe bereits ein Jahr zuvor in Kapstadt entwickelt hatte. Das damals verabschiedete Manifest basiert auf sieben Prinzipien zur Stärkung von Meinungsfreiheit, darunter etwa Nachhaltigkeit, Teilhabe und Wissensaustausch.

South2South Lab Kreativ-Workshop für Medienexperten in der DW Akademie Bonn (Foto: DW/Hang-Shuen Lee).

Was macht Meinungsfreiheit aus? Antworten aus Lego

Bei dem Treffen in Bonn bauten die Teilnehmer darauf auf - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn hier wollten sie sich nicht nur austauschen, sondern ihre neuen Ideen auch in die Tat umsetzen - und zwar mit Legosteinen. DW Akademie-Trainer Guy Degen ist Experte in der Methode "Lego Serious Play". Mit den ersten Gebilden zeigten alle, was sie sich unter Meinungsfreiheit vorstellen. Die einen stapelten durchsichtige Klötzchen aufeinander, die für Transparenz stehen sollen. Die anderen pfropften Schläuche auf die Köpfe ihrer Legofiguren - eine Konstruktion, die etwa den freien Austausch von Informationen verdeutlichen sollte. "Das, was wir mit unseren Händen machen und das, was sich bei uns gleichzeitig im Kopf abspielt, hängt eng zusammen", erklärt Degen.

Vielfalt schafft neue Ideen

Neben Lego stand auch Design Thinking als Methode im Mittelpunkt des Workshops. "Unser Konzept basiert auf einem Remix dieser kreativen Methoden. Wir wollen digitale Ansätze entwickeln, die die Bedürfnisse und Motivation der Menschen im Globalen Süden in Bezug auf Meinungsfreiheit in den Mittelpunkt stellen", sagt Projektmanager Steffen Leidel, der zusammen mit Attila Mong das S2S Lab konzipiert hat. Zentral sei bei der Idee auch, dass die Teilnehmer nicht nur aus unterschiedlichen Ländern kommen, sondern auch sehr verschiedene Fähigkeiten mitbringen, erklärt Leidel. So arbeiteten Journalisten aus Peru und Deutschland mit Softwareentwicklern aus Myanmar und Uganda, Medienmanager aus den Palästinensischen Gebieten mit Designern aus Südafrika in kleinen gemischten Team zusammen.

Nach drei Tagen stellten die Teilnehmer ihre Ideen als Prototypen vor - als gezeichnetes und gut durchdachtes Konzept, als klickbares Interface, oder einem programmierten Tool, das in groben Zügen zeigt, wie die App oder Webseite aussehen könnte. Sahar Habib Ghazi ist leitende Redakteurin bei Global Voices, einer Plattform für Artikel von Bürgern aus aller Welt. Ihre Gruppe überlegte, wie Ereignisse, die im Globalen Süden passieren, das gleiche Medienecho erhalten können wie etwa die Anschläge auf Charlie Hebdo in Paris. Für sie war der digitale Aspekt des Labs ausschlaggebend. "Meinungsfreiheit heißt, dass es nicht nur wichtig ist, was du sagst, sondern auch was du denkst. Früher waren Ideen an geographische Grenzen gebunden. Mit digitalen Technologien können wir diese Grenzen überwinden", sagt Sahar Habib Ghazi.

South2South Lab Kreativ-Workshop für Medienexperten in der DW Akademie Bonn (Foto: DW/Hang-Shuen Lee).

Anhand von fiktionalen Charakteren entwickelten die Teilnehmer lösungsorientierte Prototypen


Prototypen für Meinungsfreiheit


Eine weitere Gruppe überlegte sich zum Beispiel, wie sie einem kambodschanischen Bauern dabei helfen könnte, von öffentlichen Dienstleistungen zu profitieren. Damit ihre Ideen nicht undefiniert ins Leere laufen, stellten sie als konkretes Beispiel Thuong, den Onkel von Pinkie Chan, einer der Teilnehmerinnen, in den Mittelpunkt und bezogen seine Lebensrealität mit ein. Ein anderes Team arbeitete an einer Nachrichten-App für Jugendliche von 13 bis 18 Jahren in den Palästinensischen Gebieten. Die Idee: Junge Leute sollen damit nicht nur für sie aufbereitete News auf ihre Smartphones gespült bekommen, sondern auch selbst aktiv und unkompliziert Nachrichten als Video, Audio oder Text produzieren können.

Alhareth Rayyan arbeitet in seiner Heimat in den Palästinensischen Gebieten für die Nichtregierungsorganisation PalVision, eine multimediale Plattform für die Anliegen junger Palästinenser in Ostjerusalem. Für ihn ist das Thema Jugend und Medien eine Herzensache - genauso wie das Konzept, das er zusammen mit seiner Gruppe beim South2South Lab entwickelt hat. Als er nach Bonn kam, hatte er nur eine Frage: "Was wird das Ergebnis dieses Experiments sein?", sagt er. "Jetzt fahre ich zurück und habe noch mehr Fragen, aber auch noch viel mehr Ideen." Neue Ideen und Inspiration haben auch die anderen Teilnehmer. Und auch die Hoffnung, dass ihre Ideen dazu beitragen können, dass sich einige Probleme der Menschen im Globalen Süden verbessern.

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