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Politik

Mit gemischten Gefühlen zurück ins Swat-Tal

Nach dem Ende der Kämpfe zwischen Pakistans Armee und aufständischen Taliban kehren Tausende ins nordwestliche Swat-Tal zurück. Wegen spärlicher Hilfe und fragiler Sicherheit ist es eine Heimreise ins Ungewisse.

Flüchtlinge dicht gedrängt auf einem Lastwagen (Foto: DW)

Mit Lastwagen und Bussen geht's zurück ins pakistanische Swat-Tal

Busse und Lastwagen holten am Montag (13.07.2009) Dutzende von Familien aus den drei Flüchtlingslagern ab. Nur Vertriebenen, die in den vergangenen Wochen dort ausgeharrt hatten, ist die Rückreise erlaubt. Die meisten der rund zwei Millionen Flüchtlinge waren jedoch bei Freunden oder Familien untergekommen. Tausende wurden so noch vor Erreichen der Heimatregion von den Streitkräften zurückgewiesen. Sie müssen sich weiter gedulden.

Flüchtlinge kämpfen um die wenigen Lebensmittel (Foto: DW)

Schwere Zeiten in den Flüchtlingslagern

Viele in den Lagern kritisierten, dass die Regierung die zugesagte Unterstützung von 25.000 Rupien oder umgerechnet 220 Euro noch nicht für jede Familie ausgezahlt habe. Andere zeigten sich darüber besorgt, dass es in der Region vereinzelt immer noch Kämpfer der radikal-islamischen Taliban gebe. Der Chefminister der nordwestlichen Grenzprovinz, Amir Haider Khan Hoti, versuchte, die Ängste zu zerstreuen: Die Regierung arbeite am Aufbau einer stärkeren Polizei in der Region, sagte er. Auch die Streitkräfte haben angekündigt, ihre Truppen in der Unruheregion zunächst noch in der bisherigen Stärke zu halten.

Verheerende Explosion im Punjab

Premier Jussuf Raza Gilani (Foto: AP)

Hatte erst vor wenigen Tagen das Signal zur Rückkehr gegeben: Pakistans Premier Jussuf Raza Gilani

Dass die Befürchtungen nicht ohne Grund sind, zeigte am Montag eine verheerende Explosion im zentralpakistanischen Mian Channu im Bezirk Punjab. Mindestens zehn Menschen, unter ihnen sieben Kinder, wurden getötet, 70 weitere Personen verletzt. Unter den Trümmern von 25 zerstörten Häusern fand die Polizei neben Flugblättern unter anderem zwei mit Sprengstoff präparierte Jacken für Selbstmordattentäter.

Pakistans Regierungschef Jussuf Raza Gilani hatte erst vor einigen Tagen grünes Licht für die Rückkehr der Vertriebenen gegeben. Zuvor hatte die Armee mitgeteilt, die Extremisten seien "eliminiert" und mehr als 1700 von ihnen bei den Gefechten in den vergangenen Wochen getötet worden. Vor allem auf massiven Druck der USA hin hatte das pakistanische Militär Ende April seine Offensive gegen die Kämpfer der radikal-islamischen Taliban in den Bezirken Buner, Lower Dir und Swat gestartet.

Nächste Flüchtlingswelle ist abzusehen

Die waren von dort aus bis auf 100 Kilometer an die Hauptstadt Islamabad herangekommen. Doch dürfte die Krise noch nicht zu Ende sein: Das Militär bereitet nach eigenen Angaben jetzt einen Angriff im benachbarten Süd-Waziristan vor. Die nächste Fluchtwelle ist damit abzusehen. (win/gri/ap/afp)

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