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Top-Thema – Podcast

Mit Flüchtlingen durchs Museum

Flüchtlinge führen andere Flüchtlinge durch Berliner Museen – und das auf Arabisch. Sowohl die Museumsführer als auch die Besucher sind begeistert. Es schafft eine Verbindung zwischen der alten und der neuen Heimat.

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Mit Flüchtlingen durchs Museum – das Top-Thema als MP3

Zoya Masud zeigt einer Gruppe Museumsbesucher das Aleppo-Zimmer, das ein reicher, christlicher Kaufmann vor Jahrhunderten mit Mustern bemalen ließ. Die Besucher sind Flüchtlinge, Museumsführerin Masud auch. Die 28-jährige Syrerin führt ihre Landsleute im Museum für Islamische Kunst in Berlin durch die eigene und fremde Geschichte – und zwar auf Arabisch. Dabei hat sie weder Kunstgeschichte noch Islamwissenschaft studiert, sondern Architektur.

Masud wurde in Deutschland – zusammen mit 18 anderen Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak – zur Museumsführerin ausgebildet. Die „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ hat das Projekt ins Leben gerufen. Es heißt „Multaka“, das ist Arabisch und bedeutet „Treffpunkt“. Man möchte damit Toleranz und Mut zur Verständigung fördern. Stiftungspräsident Hermann Parzinger erklärt: „Geflüchtete erfahren Stärke durch Bildung und durch Anerkennung ihrer kulturellen Identität.“

In den ersten drei Wochen haben schon 400 Flüchtlinge an den Multaka-Führungen teilgenommen. Eyad Muhammadali ist einer von ihnen. „Ich bin froh, auf die eigene Kultur zu treffen“, sagt er. Der Syrer Exad Dumereh ist stolz auf das islamische Kulturerbe, das man im Museum sehen kann. Aber vor allem ist ihm eines wichtig: „Mich beruhigt, dass die Werke hier sicher sind und nicht von Bomben zerstört werden können.“

Museumsführerin Masud freut sich, ihren syrischen Landsleuten Exponate wie das Aleppo-Zimmer zeigen zu können. Es ist voll von christlichen und islamischen Symbolen. „Aleppo war eine offene Stadt wie heute Berlin“, sagt sie, „ein Beispiel für ein friedliches Nebeneinander der Religionen – und das schon vor 400 Jahren!“


Glossar

Flüchtling, -e
(m.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund (z. B. Krieg) verlassen muss

von etwas begeistert sein – etwas ganz toll finden; sich sehr über etwas freuen

etwas schaffen – hier: dafür sorgen, dass etwas existiert

Verbindung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass zwei weit entfernte Dinge miteinander verbunden werden

Kaufmann, -männer– jemand, der beruflich mit Waren handelt

Muster, - (n.) – hier: eine Reihe von Zeichen und Farben, die sich wiederholen

etwas bemalen – → Muster, Farben oder Bilder auf etwas malen

Landsleute (nur im Plural) – Menschen, die aus dem gleichen Land kommen wie man selbst

Architektur (f., nur Singular) – die Lehre davon, wie man Gebäude baut

Stiftung, -en (f.) – eine Organisation, die etwas mit Geld finanziert und unterstützt

etwas ins Leben rufen – mit etwas beginnen; etwas erschaffen

Treffpunkt, -e (m.) – ein Ort, an dem sich Personen treffen

Verständigung, -en (f.) – hier: das Kennenlernen und Verstehen; der friedliche Kontakt

etwas fördern – hier: etwas verstärken; etwas unterstützen

etwas erfahren – hier: etwas bekommen; etwas erleben

Bildung (f., nur Singular) – das Wissen und Können, das man in der Schule gelernt hat

Anerkennung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass man etwas gegenüber tolerant ist

Identität, -en (f.) – hier: die Kultur, mit der man aufgewachsen ist

Kulturerbe (n., nur Singular) – die Bauwerke und Kunstwerke eines Volkes

Exponat, -e (n.) – das Ausstellungsstück; etwas, das in einem Museum gezeigt wird

Nebeneinander (n., nur Singular) – gemeint ist: die Tatsache, dass verschiedene soziale Volksgruppen zusammenleben


Fragen zum Text

1. Welche Aussage trifft auf Zoya Masud
nicht zu?
a) Sie ist ein Flüchtling.
b) Sie macht in einem Museum Führungen auf Deutsch.
c) Sie ist nicht älter als 30 Jahre.

2. Die Flüchtlinge, die an der Führung teilnehmen, …
a) finden ihre eigene Kultur in einem deutschen Museum.
b) lernen im Museum die deutsche Kultur kennen.
c) lernen viel über Architektur.

3. Welche Aussage steht im Text?
a) Der Syrer Exad Dumereh darf bald auch als Museumsführer arbeiten.
b) Schon 400 Flüchtlinge wurden zu Museumsführern ausgebildet.
c) Der Mann, der den Auftrag für das Aleppo-Zimmer gegeben hat, war Christ.

4. Welcher Satz steht in der richtigen Reihenfolge?
a) Mit dem Projekt will man Toleranz fördern.
b) Man will fördern Toleranz mit dem Projekt.
c) Toleranz man mit dem Projekt fördern will.

5. Welcher Nebensatz steht in der richtigen Reihenfolge? „Die Flüchtlinge freuen sich, dass sie …“
a) im Museum islamisches Kulturerbe sehen können.
b) können sehen islamisches Kulturerbe im Museum.
c) können im Museum islamisches Kulturerbe sehen.


Arbeitsauftrag
Welche Eigenschaften muss ein Museumsführer/eine Museumsführerin haben, damit die Führung nicht langweilig wird? Wie darf er/sie auf keinen Fall sein? Sammelt Begriffe und schreibt sie auf.

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