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Deutschlehrer-Info

Mit Erasmus gegen Nationalismus

Einen Teil des Studiums im Ausland zu verbringen, ist nicht nur gut für den Lebenslauf. Es hilft auch, internationale Verständigung zu fördern und nationalistischen Tendenzen Paroli zu bieten.

Die Studentinnen Rita Mercedes Begines Cid aus Spanien und Emese Pásztélyi aus Ungarn muss niemand mehr von der europäischen Idee überzeugen. Sie sind Teilnehmerinnen desErasmus-Programms der EU, dessen 30-jähriges Bestehen dieses Jahr groß gefeiert wird. Studentische Mobilität ist für beide ganz normal, und damit natürlich auch eine klare Abgrenzung vom neuen Nationalismus in Europa und der Welt.

In ihren Gastländern sind sie auch ein wenig Botschafter ihres eigenen Landes. Für Emese Pásztélyi gar nicht so einfach: Wenn unter Studierenden das Gespräch auf ihren nationalkonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán komme, dann sei das für sie nicht das beste Thema für einen schönen Abend, sagt sie.

Auf internationale Kooperation angewiesen

DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel (picture alliance/dpa/B. Pedersen)

DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel sorgt sich wegen des wachsenden Nationalismus in Europa

Und doch ist der internationale Austausch die beste Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und die internationale Verständigung zu fördern, ist man beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) überzeugt. Zwischen 1987 und 2017 hat er rund 4,4 Millionen Studierende aus 33 europäischen Ländern unterstützt, davon rund 651.000 aus Deutschland. Neben Studierenden können auch Hochschulangestellte, Lehrer- und Wissenschaftler gefördert werden, so dass nach Angaben der EU-Kommission mittlerweile über zehn Millionen Europäer an Erasmus-Programmen im Ausland teilgenommen haben.

Angesichts von zunehmendem Nationalismus und der Abschottung mancher europäischer Länder setzt der DAAD jetzt erst recht auf eine verstärkte Mobilität. Der Brexit und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Vorjahr waren für DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel massive Rückschläge. „Wir sehen derzeit in manchen Ländern deutliche Renationalisierungstendenzen, dem müssen wir gerade in den Hochschulen unbedingt entgegentreten“, sagte sie jetzt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Insbesondere Wissenschaft und Forschung seien auf internationale Kooperation angewiesen.

Europäische Identität mit Erasmus

Erasmus Studenten sitzen draußen zusammen (DW/Banchón)

Studieren im Ausland erweitert den Horizont

Es gelte immer wieder darauf hinzuweisen, betonte Wintermantel weiter, welch überaus positive Wirkungen gerade das Erasmus-Programm für die Entwicklung einer europäischen Identität entfaltet habe und weiterhin haben werde.

Wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen spätestens im Jahr 2020 50 Prozent aller Studierenden Auslandssemester vorweisen können. Bislang liegt diese Mobilitätsquote bei 37 Prozent. Es ist also noch mehr Werbung für die Möglichkeiten des Auslandsstudiums notwendig,  meint DAAD-Präsidentin Wintermantel.

Klar ist: Erasmus erweitert den Horizont. 93 Prozent der Erasmus-Studierenden berichten, dass sie durch ihren Auslandsaufenthalt gelernt haben, den Wert unterschiedlicher Kulturen zu schätzen. 

mk/suc (dpa)

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