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Kultur

Mit einem Sieg in die EM-Endrunde?

Ein Punkt reicht schon, doch Joachim Löw will am liebsten mit dem 50. Sieg der Fußball-Nationalmannschaft in einem EM- Qualifikationsspiel das Ticket für die Schweiz und Österreich buchen.

Oliver Bierhoff , Foto: dpa

'Wir haben eine klare Devise an die Mannschaft herausgegeben'

Nach der Landung der Sondermaschine LH 5010 am Freitag im 15 Grad warmen und bewölkten Dublin stiegen Vorfreude und Zuversicht vor dem Duell mit den heimstarken Iren im Lager der deutschen Fußball-Nationalelf noch einmal kräftig an. "Wir haben die ganz klare Devise an die Mannschaft herausgegeben, dass wir hier die EM-Qualifikation weiter souverän bestreiten wollen", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff. Zwar reicht der DFB-Elf schon ein Remis, um das EM-Ticket endgültig zu buchen. "Aber wir sind hierher gekommen, um drei Punkte zu holen", unterstrich Stürmer Kevin Kuranyi.

In Reihe 1 der DFB-Chartermaschine hatte Löw auf der Anreise aus Berlin noch über die letzten offenen Fragen bei seiner Aufstellung gegrübelt: Simon Rolfes und Piotr Trochowski streiten um den letzten Platz im Mittelfeld, Lukas Podolski und Mario Gomez um die zweite Stürmer-Position neben Kuranyi. Nach offenbar guten Eindrücken von Podolski in den geheimen Trainingseinheiten hat der Bayern-Ersatzmann wohl die Nase vorn. "Bei uns versprüht er große Lust und Willen, gut zu spielen", berichtete Bierhoff. Zuletzt beim 3:1 gegen Rumänien habe Podolski gezeigt, "dass er viel für die Mannschaft tun kann, wenn die Blockade gelöst ist".

Feuerprobe für Lehmann?

Torwart Jens Lehmann, Foto: dpa

Droht Lehmann die Ersatzbank?

"Es macht Spaß in Irland zu spielen. Die Iren haben begeisterungsfähige, aber faire Fans. Und die Gastgeber werden alles versuchen, um uns zu ärgern. Da gibt es viel Arbeit", erklärte Abwehrchef Christoph Metzelder. In der erwarteten heißen Atmosphäre des über 80.000 Zuschauer fassenden "Croke Parks" wird am Samstag auch Jens Lehmann nach seiner Verletzungspause sehr gefordert sein. "Ich habe zwar ein paar Mal trainiert, und das ging ganz gut. Aber ein Spiel ist eine andere Belastung", sagte Lehmann, der zudem durch seine undurchsichtige Position beim FC Arsenal unter Zugzwang steht.

Löw hatte ein Gespräch angekündigt, wenn der 37-Jährige nicht bis zum Dezember seinen Stammplatz bei den Londonern zurückerobern würde. Lehmann selbst wehrte sich am Freitag in mehreren Interviews gegen die Darstellung eines "Ultimatums": Das Entscheidende an der ganzen Sache sei doch das Wenn. "Ich bin aber absolut davon überzeugt, dass ich bei Arsenal wieder spielen werde."

Warten auf den Zahltag

Bei den letzten Einweisungen im Hotel "Four Seasons" kann Löw gleich auf eine Handvoll Gründe verweisen, dass es mit dem Jubiläum des "halben Hunderters" in der EM- Ausscheidung klappt. Die letzte Pleite in der Europameisterschafts-Qualifikation liegt schon neun Jahre zurück, in Irland verlor eine DFB-Auswahl zuletzt vor 51 Jahren. Und Löw selbst ist als Bundestrainer in Pflichtspielen noch unbezwungen. Doch die wichtigsten Argumente liefert das aktuelle Team. "Wir haben eine hohe Qualität in unserer Mannschaft, die sich immer mehr mit unserer Philosophie identifiziert", sagte Löw trotz der acht Ausfälle von Kapitän Michael Ballack über Top-Torjäger Miroslav Klose bis hin zur Stammkraft Philipp Lahm.

Miroslav Klose (l.) nach dem Tor gegen Wales am 8.9.2007, Foto: AP

Gegen Wales und die Slowakei wurde in der EM-Qualifikation jeweils mit 1:0 gewonnen


Mit der Viererkette Arne Friedrich, Mertesacker, Metzelder und Marcell Jansen, Rückkehrer Torsten Frings, Antreiber Bastian Schweinsteiger und dem gereiften Kuranyi will Deutschland schon vor dem Heimspiel am Mittwoch (17.10.2007) in München gegen Tschechien als erste von insgesamt 50 in der Qualifikation gestarteten Nationen das EM-Ticket buchen - und damit zugleich den ersten großen Zahltag nach der WM im eigenen Land perfekt machen. Maximal 150.000 Euro kann ein Spieler für das Erreichen der EM-Endrunde kassieren, pro Berufung für eine Qualifikations-Partie gibt es pro Akteur 12.500 Euro. Für Löw ist der materielle Anreiz zweitrangig, der 47-Jährige sieht seine Kandidaten ohnehin hoch motiviert: "Es gab nach der WM noch keinen mentalen Einbruch."

Löw weiß aber auch um die große Motivation der Gastgeber, die zu Hause im laufenden Wettbewerb von vier Spielen drei gewannen und nur beim 1:1 gegen Tschechien ein Gegentor kassierten. Für das Team von Chefcoach Steve Staunton, in der Tabelle derzeit mit 14 Punkten hinter Deutschland (22) und Tschechien (20) nur auf Rang drei, ist es die letzte Möglichkeit. "Sie wollen gegen uns gewinnen und hoffen dann darauf, dass wir die Tschechen schlagen. Dann hätten die Iren am letzten Spieltag noch eine Chance", erklärte der Bundestrainer. Doch in Turbulenzen, wie kurzfristig am Freitag wegen starker Nordwinde auf dem zweistündigen Flug von Berlin nach Dublin, will das DFB-Team im "Croke Park" nicht kommen. (ina)