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Sport

Mit der Goldenen Generation zum EM-Titel im eigenen Land

Ungarn und Portugal hatten eine, Tschechien hat sie immer noch. Eine Goldene Generation von Fußballern. Auch der Schweiz sagt man eine solche Spielergeneration nach. Im Gegensatz zum anderen EM-Gastgeber 2008 Österreich.

Die Schweizer Spieler bilden eine Jubeltraube auf dem Rasen.

Auch bei der EM im eigenen Land wollen die Schweizer jubeln

Wenn die Schweiz im Jahr 2008 die Europameisterschaft mit ausrichtet, hoffen die eidgenössischen Fußballfans auf den Titel. Schließlich spielt die "Nati", wie die Nationalmannschaft in der Schweiz genannt wird, zu Hause und hat noch dazu einige Spieler in ihren Reihen, die bereits wissen, wie es sich anfühlt, Europameister zu werden.

Die aktuellen Nationalspieler Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen) und Philippe Senderos (FC Arsenal) standen mit auf dem Feld, als die U17-Mannschaft der Schweiz 2002 gegen Frankreich den EM-Pokal holte. Und auch die heutigen Stützen des Schweizer Teams Alexander Frei (Borussia Dortmund), Ricardo Cabanas (1. FC Köln) und Daniel Gygax (FC Metz) haben schon an einem EM-Finale geschnuppert. Allerdings schieden sie, ebenfalls 2002, im Halbfinale der U21-EM gegen Frankreich aus.

2008 soll geerntet werden

Philippe Senderos jubelt mit ausgestrecktem Finger nach einem Torerfolg gegen Südkorea bei der WM 2006. Über der nase hat er eine blutige Platzwunde. An seinem Finger ist ebenfalls Blut. Ricardo Cabanas versucht ihn zu umarmen.

Goldene Generation: Philippe Senderos jubelt mit blutiger Nase

Wenn ein Spielerjahrgang schon im Nachwuchsalter solch große Erfolge feiert, spricht man gemeinhin von einer Goldenen Generation. In der Schweiz warten nun alle darauf, dass diese Generation, ergänzt durch erfahrene Spieler, bei der EM 2008 ihre volle Leistungsstärke entfaltet. Mit der A-Nationalmannschaft sollen die Ernte der guten Jugendarbeit eingefahren und der Erfolg der Nachwuchsteams wiederholt werden. "Wir wollen 2008 um den Titel spielen", sagt auch der Schweizer Nationaltrainer Jakob "Köbi" Kuhn. Zumal die Schweizer Heimvorteil besitzen.

Auf den Heimvorteil baut auch der andere EM-Gastgeber Österreich. Erfolgreichen Nachwuchs, geschweige denn eine Goldene Generation, ist in der Alpenrepublik Mangelware. Seit Einführung der Europameisterschaft für U21-Mannschaften konnte sich noch nie eine österreichische Auswahl für die Endrunde qualifizieren. Hoffnung macht allein die U19-Auswahl des ÖFB (Österreichischer Fußballbund), die 2006 und 2003 erst im EM-Halbfinale scheiterte.

Qualifikation umgangen

Allerdings haben mit Roman Kienast (Hamar), Klaus Salmutter und Jürgen Säumel (beide Sturm Graz) nur drei der erfolgreichen U19-Spieler bisher den Sprung in den erweiterten A-Kader geschafft. Beim nächsten Länderspiel am Mittwoch gegen Malta wird keiner von ihnen dabei sein. Auch die Ergebnisse aus den letzten Jahren machen wenig Hoffnung auf Erfolg. An einer EM-Endrunde haben die Österreicher schon seit 1964 nicht mehr teilgenommen.

Spielszene: Hakan Yakin zieht Frank Baumann am Trikot nach hinten. Im Hintergrund beobachtet Benjamin Huggel.

Testspiel: Hakan Yakin (links) testet das Trikot von Frank Baumann (mitte)

Ein Vorteil also, dass man als Gastgeber keine Qualifikationsspiele zu bestreiten hat und bereits qualifiziert ist. Deshalb nutzen Österreicher wie Schweizer die Länderspiel-Termine für Testspiele. Die Schweiz testet am Mittwoch in Düsseldorf gegen Deutschland. Diese Begegnung gab es in der Länderspiel-Geschichte des Deutschen Fußballbundes (DFB) bisher am häufigsten, insgesamt schon 48 Mal. Sowohl 1908 beim ersten Länderspiel, als auch in den beiden ersten Länderspielen nach den beiden Weltkriegen hieß der Gegner Schweiz. Die letzte Niederlage der Deutschen datiert von 1956.

Negativerlebnisse gegen Österreich

Mit Spielen gegen Österreich verbindet die deutsche Nationalmannschaft dagegen eher schlechte Erinnerungen. In Cordoba (Argentinien) schieden die Deutschen 1978 als amtierender Weltmeister nach einem 2:3 gegen den kleinen Nachbarn aus, in Gijon (Spanien) blamierten sich DFB- und ÖFB-Elf bei der WM 1982 gemeinsam bis auf die Knochen, als sie, nach dem frühen Tor von Horst Hrubesch, 80 Minuten lang nur den Ball hin und her schoben, da beide mit dem Ergebnis von 1:0 für die nächste Runde qualifiziert waren.

Den Deutschen ist daher am Mittwoch die Schweiz als Gegner allemal lieber als Österreich. Zumal das ÖFB-Team im letzten Duell gegen die Schweiz vor vier Monaten sogar deren Goldene Generation einmal besiegen konnte. Endergebnis 2:1.

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