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Fußball

Mit dem richtigen Kick zum Titel

Für die deutschen Fußballfrauen ist die Vorbereitung auf die Heim-WM in vollem Gange. Insgesamt sieben Lehrgänge sind geplant. Zur Abwechslung gab es zwischendurch eine ganz außergewöhnliche Einheit: Taekwondo-Training.

Die Frauen-Nationalmannschaft bereitet sich derzeit in Köln im Rahmen ihres Athletiklehrgangs auf die Weltmeisterschaft vor - Alexandra Popp beim Training (Foto: DFB/Getty-images.com)

Mit schweren Beinen ging es Freitagnachmittag zum Training. Seit Tagen haben die deutschen Fußballmädels beim gefürchteten Athletik-Lehrgang in Köln geschuftet und dabei keinen Fußball gesehen. Laufen, laufen, laufen - also Ausdauer und Kondition trainieren - hieß es. Der Alptraum (fast) jedes Fußballers. Jetzt gab es dann mal etwas ganz anderes: Bundestrainerin Silvia Neid schickte ihre Schützlinge auf die Taekwondo-Matte. "Wir haben auch schon mal geboxt", verriet sie. Andere Sportarten beanspruchen auch andere Muskeln. Und anstrengend sind sie auch. "Damit bringt es uns weiter, was den konditionellen Bereich und die Kraftausdauer angeht", erklärte die Bundestrainerin.

"Irgendwie mit den Beinen treten"

Gruppenfoto beim Taekwondo Training (Foto: DFB/getty-images.com)

Die deutschen Fußballfrauen mit Großmeister Alfred Wallraf und seinen Schülern

Klingt nicht gerade nach Erholung. Dennoch waren die Spielerinnen gespannt und freuten sich über die Abwechslung, auch wenn Lira Bajramaj zunächst eine nicht allzu spezifische Vorstellung von der Kampfsportart hatte. "Da geht's ja nur darum, mit den Beinen irgendwie zu treten und zu versuchen, den Gegner auf den Boden zu kriegen", glaubte sie. Teaekwondo-Großmeister Alfred Wallraf gab gern Nachhilfe und gemeinsam mit seinen Schülern einen sehr ausführlichen Einblick. "Tae umschreibt zunächst einmal die reine Fußtechnik. Kwon ist die Faust-, die Handtechnik und Do, das ist der Weg, sich mit Händen und Füßen zu verteidigen." Vor allem die Beintechniken stehen beim Taekwondo im Vordergrund - eigentlich genauso wie beim Fußball.

Prinz mit Vorliebe für Kampfsport

Birgit Prinz in Aktion (Foto: DFB/getty-images.com)

Großer Taekwondo-Fan: Birgit Prinz (l.)

Kicktechniken statt Torschusstraining, so ähnlich hatten sich das die Ballkünstlerinnen auch vorgestellt. Rekordnationalspielerin Birgit Prinz gestand sogar, dass sie schon überlegt habe, ob sie das mal nach der Karriere ausprobiert.

Mit viel Interesse verfolgten die Fußballerinnen die Vorführungen der Schwarzgurte und probierten es anschließend selbst – vor allem anspruchsvolle Tritttechniken, komplizierte Schrittkombinationen und zum Abschluss auch ein wenig Selbstverteidigung, verriet Wallraf, der schon viele Lehrgänge mit Taekwondo-Weltmeistern und Bundestrainern abgehalten hat. "Ich war begeistert, vor allen Dingen von der Beweglichkeit dieser Damen. Unsere Kicks und ihre Schüsse sind ja ziemlich kompatibel." Ein "äußerst anspruchsvolles" Programm habe er entworfen, das er normalerweise so niemals mit Anfängern machen würde. "Mit den Ergebnissen war ich sehr zufrieden."

Willkommene Abwechslung

Mit großem Spaß absolvierten die Spielerinnen das außergewöhnliche Training, und Großmeister Wallraf bescheinigte danach nicht nur Birgit Prinz ein gewisses Talent. "Ich habe ihnen schon gesagt, dass sie bitte zu uns kommen sollen, wenn sie keine Lust mehr auf den Fußball haben. Wir haben Verwendung für sie." Und wer weiß - vielleicht klingelt ja nach der WM sein Telefon...

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Calle Kops